#1

Vorerst keine höheren Kassenbeiträge?

in Gesundheitswesen und Politik 05.12.2007 10:44
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Wenn man einem Beitrag der Frankfurter Rundschau vom 4.12. glauben darf, wird es keine Beitragserhöhung geben. Schön, nur wundert es mich, dass nach den vielen Meldungen über die positive Lage der Kassen mit derzeitigen Gewinnen in dreistelliger Millionenhöhe, man immer nur das Wort „Erhöhung“ anspricht, nie aber das Wort „Senkung“.

Die Ärztezeitung berichtet heute, dass die Ärzte mit der Verordnung von vergleichsweise preiswerten Generika den gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr voraussichtlich rund fünf Milliarden Euro ersparen. Das entspricht 0,5 Beitragspunkten in der GKV.

Da frage ich mich doch, ob es nicht mal an der Zeit wäre, über eine Beitragssenkung nachzudenken?

Willi Daniels

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#2

RE: Vorerst keine höheren Kassenbeiträge?

in Gesundheitswesen und Politik 05.12.2007 14:50
von Alexandra

Zeit wärs schon lange über eine Beitragssenkung nachzudenken, aber die wirtschaften doch viel lieber in ihre eigene Tasche! Oder finden andere fadenscheinige Ausreden warum das nicht geht.
Als Versicherter kuckst du zumeist in die Röhre, was eine Beitragssenkung angeht.

Könnt mich da maßlos aufregen! Wir sollen an allen Ecken und Enden sparen und die machen sich ihre Taschen voll (Benzin, Kassenbeiträge usw.).


Alex

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#3

RE: Vorerst keine höheren Kassenbeiträge?

in Gesundheitswesen und Politik 06.12.2007 19:13
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge
Hallo Alexandra,

eben lese ich eine Pressemitteilung, die folgenden Wortlaut hat:

Donnerstag, 06. Dezember 2007, 17:28 Uhr
Höhere Kassen-Beiträge trotz Gesundheitsreform
Knapp 85 Prozent der Krankenkassen rechnen damit, dass sie im übernächsten Jahr trotz der Gesundheitsreform die Beiträge anheben müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers(PwC) und der Universität Hannover bei 77 Vorständen gesetzlicher Krankenkassen. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,8 Prozent.


Es handelt sich ja bei den Beiträgen um Gelder der Versicherten und da wäre es eigentlich angebracht, Überschüsse an die Einzahler zurück zu zahlen. Stattdessen wird weiter gewurschtelt wie bisher, wir bezahlen gerade bei den AOK´s und den Ersatzkassen Unsummen für einen überblähten Verwaltungsapparat, und somit bleibt für die Zahler nichts mehr übrig. So liegen die Verwaltungskosten pro Mitglied bei den AOK´s und Ersatzkassen bei ca. 170 Euro, die Betriebskrankenkassen kommen mit ca. 110 Euro aus.

Wenn z.B. die AOK´s ihre Verwaltungskosten um 50 Euro reduzieren könnten, wäre das bei ca. 25 Millionen Mitglieder eine Einsparung von 1,25 Millarden Euro!!! Aber warum groß sparen? Da gibts ja zum Glück noch den Risikostrukurausgleich (RSA). Im Jahr 2006 belief sich der Beitrag der Betriebskrankenkassen für den Finanzausgleich auf 8,6 Mrd. Euro, die Angestellten-Ersatzkassen zahlten 3,9 Mrd. Euro ein. Die AOK bekam im vergangenen Jahr 12,7 Mrd. Euro über den RSA, die Knappschaft erhielt immerhin 1,7 Mrd. Euro. Umgerechnet auf die Mitglieder wird deutlich, wie groß die finanzielle Zusatzbelastung des Einzelnen ist: Über den RSA hat z. B. jedes BKK-Mitglied andere Krankenkassen mit 859 Euro unterstützt. 1995 waren es noch 138 Euro.

Ob noch mehr Umverteilung zwischen den Kassen, wie mit dem sogenannten Morbi-RSA vorgesehen, tatsächlich zu einem gerechteren Wettbewerb führen würde, muss bezweifelt werden. Jahr für Jahr zahlen die kleineren Krankenkassen Milliardenbeträge zur Unterstützung an die AOK, obwohl sie mit rund 24 Millionen Versicherten mit Abstand der Marktführer ist und diese überragende Marktmacht z. B. bei den Rabattverträgen für Arzneimittel auch zum eigenen Vorteil nutzt. Eigentlich werden Marktführer nicht von kleineren Wettbewerbern unterstützt.

Wenn ich mir die Zahlen meiner Krankenkasse ansehe wird einem übel, denn 41 % der voraussichtlichen Ausgaben betreffen den Risikostrukturausgleich. Nicht auszudenken, wie niedrig mein Beitragssatz (12,9 %) wäre, wenn diese enorme Belastung für meine Kasse nicht bestände.

Ist das alles noch zu verstehen? Da möge sich doch jeder sein eigenes Urteil bilden.
zuletzt bearbeitet 06.12.2007 19:16 | nach oben springen

#4

RE: Vorerst keine höheren Kassenbeiträge?

in Gesundheitswesen und Politik 07.12.2007 14:48
von Alexandra

Hallo Willi,

daran will ich gar net denken.

Wo ich damals gewechselt habe war sie sehr günstig, auch die Leistungen haben gestimmt. Dann mussten die Zwangserhöhen (Danke liebe AOK). Aber im Gegensatz zur AOK immer noch sehr günstig. Hab auch 12,9 %

Ein Hammer auf alle diese Geldschneider wär schon schön.

Alex

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