#1

Verlaufsbericht und Danksagung

in SCHLAGANFALL - Was nun? 18.11.2009 14:25
von MÖDL • 13 Beiträge

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Forumsfreunde!

Es ist jetzt über 7 Monate her, daß meine Mutter einen linksseitigen Schlaganfall, mit Lähmung der rechten Körperhälfte mit Erblinden des rechten Auges sowie Aphasie und Apraxie erlitten hat.

Hier fand ich viele gute Ratschläge und liebenswerte Menschen die mir Mut machten. Deswegen möchte ich Euch heute, eine Art Rückmeldung über die Geschehnisse der letzten Monate geben.

Das Wichtigste scheint mir neben einer greifbaren Patientenverfügung, möglichst viel Informationen über den Ablauf in der Notaufnahme sowie in den Überwachungsstationen zu haben.

Bei meiner Mutter ist z.B. keine Lyse gemacht worden und den angeblichen Grund, ein Gerinsel in der Carotis interna, hat man erst 14 Stunden nach Einlieferung festgestellt. Einem von mir privat herbeigerufenen Arzt, hat man die sofortige Akkupunktur Behandlung untersagt, obwohl man es zunächst am Telefon zugesagt hatte.

Nachdem ich den Versuch der Klinik, meine damals 71-jährige Mutter alsbald in ein Pflegeheim 'abzuschieben', erfolgreich verhindert hatte, bekam sie einen geriatrischen Reha-Platz in einem mit dem Pflegeheim kombinierten Haus.

Dies allein erforderte schon heftigste Diskussionen, mit Ärzten, Geriatire Beauftragten, Krankenkasse und Reha-Direktoren.

Zunächst nur mal für 14 Tage, weil bei so einem 'hoffnungslosen Fall' sei das ja schon ein großes Entgegenkommen. Ich habe dann weitere 14 Tage geriatrische Reha durchsetzen können.

Nicht daß es viel gebracht hätte, aber es war ein Anfang. Begleitet haben wir das Ganze mit täglichen Besuchen und Akkupressur an Füßen und Ohren, Beauftragung eine Fernheilers, Ausgleich des Säure-Basen Haushalts, unterstützende Vitaminpräparate, Überwachung der Bobath Therapie, viel Aufmerksamkeit, gemeinsamen Singen und viel Hoffnung stimulisierende Liebe.

Der Dauerkatheder führte zu einem Harnwegsinfekt, den ich feststellen musste, nachdem ich Harn entnommen habe und in einem mir bekannten Labor untersuchen ließ. Nachdem die Pflegedienstleitung auf deren Teststreifen nichts entdecken konnte, musste ich die Antibiotikatherapie in Eigenregie einleiten. etc. etc.

Nach diesen 4 Wochen konnte meine Mutter mit viel Anstrengung und Willen allein in den Rollstuhl sitzen, wenn er vor dem Bett stand. Ist aber auch ein paar mal dabei hingefallen. Sie wollte es unbedingt...

Im Rollstuhl haben wir sie dann auch nach Allensbach, am Bodensee, in die Schmieder-Klinik gebracht, im eigenen Pkw.

Auch hier arbeiten Menschen... jedoch möchte ich die Gelegenheit nutzen und a l l e n nur wärmstens empfehlen, wenn möglich sofort in die Schmieder-Klinik nach Allensbach verlegen zu lassen.

Dort werden auch Akut-Fälle behandelt. Also nicht den gewohnten Weg des jeweiligen Klinikums abwarten sondern baldmöglichst verlegen lassen.

Die Klinik ist ein Traum, hell, modern, warm, wundervoll gelegen, optimale Therapien, ganz viel Erfahrung von Personal und Ärzten, die immer ein offenes Ohr haben.

Patienten essen z.B. in einem gemeinsamen Raum und haben somit untereinander Kontakt. Den durch Isolierung bedingten Situations-ängsten wird u.a. auch dadurch begegnet.

Kurz und Gut, nach 4 Wochen Schmieder-Klinik hat meine Mutter folgende Fähigkeiten zurückgewonnen:

Alleiniges Aufstehen, z.T. Ankleiden, Laufen, Treppen steigen, rechter Arm kann zur Begrüßung etc. gereicht werden, selbständige Körperhygiene, Toilette. Zunehmende Ansprachemöglichkeit mit Antworten in Worten und Teilsätzen.

Sie benützt keinerlei Gehhilfen, Toilettensitze, Badewannenlifte usw.

Jetzt bekommt sie Ergotherapie, Logopädie und NEURO FEEDBACK.

Seitdem meine Mutter Neurofeedback-Therapie bekommt, macht sie so große Fortschritte (nach 10 mal), daß sogar die Logopädin erstaunt nachfragen musste was sie den machen würde.

Im Internet oder vielleicht auch hier, gibt es genügend Infos darüber. Hier nur soviel. Man bekommt sehr sensible Elektroden an bestimmten Stellen des Kopfes befestigt und bewegt tatsächlich Dinge auf dem Bildschirm, nur mit der Kraft der Gedanken. Das macht meiner Mutter viel Spaß, weil sie erkennt, daß diese Maschine da oben doch noch arbeitet. Natürlich kommt noch der positive Effekt des zunehmenden Erfolges hinzu.

Ich bin durch meine eigen Physiotherapeutin dazu gekommen, weil ich immer Migräne hatte. Die ist übrigens auch verschwunden...

Der Verschluß der Carotis Interna. Ist jedoch nach wie vor vorhanden und kann anscheinend nicht opperiert werden, weil das Gerinsel irgendwie zu nahe an der Schädelbasis sitzt. Gibt es dazu evtl. Alternativen?

Der Arzt meines Vertauens meint dies sei nicht so schlimm, weil ja die Versorgung durch andere Gefäße übernommen wird.

Obwohl meine Mutter keine erhöhten Cholsesterin-Werte hat, hat sie von Ihrem Hausarzt einen Cholesterinsenker verschrieben bekommen. Mein Vertrauensarzt meint dies ist kurmäßig o.k. Weil dadurch die Außenhülle der Gefäßablagerungen stabilisiert werden und somit Loslösungen bzw. weitere Verstopfungen vermieden werden können. Jedoch benötige der Körper auch die Fette für bestimmte Stoffwechsel-Vorgänge.

Ich habe meiner Mutter jetzt auch entsprechende Heilsteine besorgt, die sie bei ihrer weiteren Genesung unterstützen.
Man kann im Internet viele unterschiedliche Informationen hierzu erhalten. Ich habe mich auf anraten eines Steinhändlers meines Vertrauens auf die Ratschläge eines Michael Gienger verlassen, der auch eine Website betreibt und einige Bücher verfasst hat.

Hiermit möchte ich nochmal ganz offiziell DANKE sagen an all' diejenigen welche mich unterstützt haben bzw. auch alle anderen im Hintergrund, die diese Seite überhaupt ermöglichen.

Herzliche Grüße

MÖDL


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#2

RE: Verlaufsbericht und Danksagung

in SCHLAGANFALL - Was nun? 18.11.2009 23:49
von Tati • 8 Beiträge

Hallo MÖDL.
Du hast alles so ausführlich beschrieben das ich zuerst dachte es könnte glatt leider eine wahre Schicksallerzählung über Meinen Vater sein... So vieles hat übereingestimmt. Du hast dich wirklich durchgesetzt und den Ärzten deine Meinung gesagt. Das ist leider bei mir nicht der Fall. Wenn ich was versuche zuäußern wg. Behandlung ect. werden wir schief angeguckt. Die Ärzte bekommt man nicht zusprechen erst nach mehrmaligen Fragen und vor der Tür stehen...dann kommen noch die Antworten Ihr Vater wird nie selber Laufen können... ein Pflegefall sein in Falle des Notfalles reanimiere hat keinen Zweck... Steht man da und vergißt was man eigentlich fragen wollte, und warum der C+l+o+s+t+ri+di+en Infekt erst nach Wochen endeckt worden ist obwohl man ja als Laie hingewiesen hat.? Tja... Wir Hoffen nur das es Ihm jetzt besser gehen wird und wir Ihn nach Hause mitnehmen können anstaat in einen Pflegeheim trotz und gegen den Emfehlungen von Ärzten . Schönen Tag euch allen.
Danke das dieses Forum ins Leben gerufen worden ist.

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#3

RE: Verlaufsbericht und Danksagung

in SCHLAGANFALL - Was nun? 19.11.2009 16:33
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Mödl und Tati,

erst einmal vielen Dank für die lobenden Zeilen. Als selbst Schlaganfallbetroffener hat mir der tägliche Umgang mit dem Thema Schlaganfall sehr geholfen, somit war die Eröffnung eines Schlaganfallforums eine Art Therapie für mich. Zudem habe ich durch das Forum viele interessante und nette Kontakte knüpfen können, auf die ich durch eine Abkapselung von der ganzen Thematik hätte verzichten müssen.

Eigentlich wünschte ich mir, dass niemand mehr so ein Forum aufsuchen muss, doch wenn es dann unumgänglich ist, sie bzw. er aus dem Forum Kraft und Zuversicht schöpfen wird.

Zu einigen Punkten melde ich mich später noch ausführlicher dazu. Leider muss ich mich aus Zeitgründen kurz halten.

Mit besten Grüßen
Willi Daniels


"Schenke jedem Tag ein Lächeln und er lächelt zurück."

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