Hallo Corinna,
wenn es mit unserem Gesundheitswesen so weiter geht, können wir es auch nicht mehr bezahlen. Wenn man den Nachrichten glauben darf wird da einiges an Kosten auf die Bürger zukommen,z.B. Zuschläge bei Krankenkassenbeitrag, evtl. Mehrwertsteuerzuschläge für das Gesundheitswesen. Selbst in EU-Kreisen wird vorgeschlagen, dass die Länder z.B. die MWSt. erhöhen um Defizite zu verringern.
Wenn wir wie Hoppe fordert, die Zahl der Palliativstationen und Hospize drastisch erhöhen - dies befürwortet auch das Bayerische Gesundheitsministerium in einem Schreiben vom 23.12.09 an mich - wird dieses dazu betragen dass die Kosten noch mehr in die Höhe schnellen. Zudem bezweifle ich dass z.B. bei einer bundesweiten Aufstockung nicht das dafür benötigte Potential an Palliativärzten vorhanden ist. Prof. Borasio von der Ludwig-Maximiliansuniversität München hat in einer Ausschußsitzung des Bundestages im Frühjahr die fehlende Ausbildung der Medizinstudenten in der Palliativmedizin angeprangert. Derzeit werden nur ca. 10 % aller Medizinstudenten in Deutschland in der Palliativmedizin gelehrt. M.E. deutlich zu wenig.
Der Einsatz der Telemedizin im Palliativbereich würde laut mittlerweile vielen Fachleuten zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt wäre, dass durch die Telekonsile es zu einer Weiterbildung bei den Ärzten vor Ort kommt, da ja das Miteinbinden von Interdisziplinären Palliativ-Zentren angedacht ist. Diese Erkenntnis beruht auf den Erfahrungen beim Einsatz der Telemedizin im Schlaganfallbereich, wie z.B. bei TEMPiS. Langfristig würde es auch zu einer Kosteneinsparung für die Leistungsträger kommen.
Beste Grüße
Willi Daniels