#21

RE: globale aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 05.12.2009 16:29
von Corinna Iden • 532 Beiträge

Hallo Anja
Ich habe Dir mal etwas aus einem älteren Artikel im Stern kopiert.
Finde das eine tolle Beschreibung.

"Ein Orchester ohne Dirigent"

Auch wenn es Außenstehenden manchmal so erscheinen mag - eine Aphasie ist keine Denkstörung.
Die Betroffenen registrieren, was um sie herum geschieht, haben weiterhin ihre Persönlichkeit, ihre Erfahrungen und all ihr Wissen.
"Aphasiker scheitern lediglich daran, die richtigem Buchstaben und Wörter im richtigen Moment abzurufen und zu verständlichen Sätzen zu kombinieren", erklärt Dr. Luise Lutz, Neurolinguistin und seit über 25 Jahren spezialisiert auf die Aphasikertherapie. "
Man kann sich das wie ein Orchester vorstellen, dem der Dirigent abhanden gekommen ist.
Jeder einzelne Musiker spielt deswegen nicht schlechter, doch eine gemeinsame Melodie kommt nicht zu Stande."

Eine globale Aphasie ist leider die ungünstigste Art der Aphasien.
Soviel ich weiß , bessert sich das Sprachverständnis aber relativ rasch.
Auf Fragen antwortet er ja schon mit Mimk und Gestik.
Der Schlaganfall ist jetzt auch erst vor 12 Tagen gewesen.
So schwer es auch klingt , aber ihr alle werdet viel Geduld haben müssen.
Red weiter mit ihm,stelle Fragen , auf die er mit Nicken o.ä. antworten kann.
Ich denke , es hilft ihm , das er sich dann verstanden fühlt.

LG
Corinna


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#22

RE: globale aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 05.12.2009 19:36
von Elke Rosenfeld • 84 Beiträge

Hallo Anja,

erstmal sorry dafür, dass ich mich in den letzten Tagen so rat gemacht habe ... war gesundheitlich etwas angeschlagen!

Auch ich habe hier noch mal einen Link, wo die Aphasie ganz gut beschrieben wird: http://sprachheilwiki.dgs-ev.de/betroffe....php?id=aphasie

Und auch ich möchte dir Mut machen Anja! Ich weiß aus eigener Erfahrung WIE schwer es ist, mit einer solchen Aphasie umzugehen. Es lässt einen verzweifeln.... Aber bedenke bitte, dass der SA deines Vaters erst kurze Zeit zuürck liegt... Gerade was diese Sache angeht braucht er viel, viel Zeit. Bei meinem Ex-Mann hat es auch sehr lange gedauert, Stück für Stück in kleinen Schritten ist es aber mit der Zeit immer besser geworden.

Anfangs konnte er gar NICHTS sagen ... Nach mehreren Wochen konnte er einige Wörter ... manchmal sagte er dann aber ständig das gleiche Wort vor sich hin ... Aber es wurde immer besser. Damals nannte er mich, seine damalige Ehefrau immer "Mama" (vielleicht weil er es von den Kindern so hörte) ... Erst nach Monaten sagte er endlich wieder meinen Namen. Ich erinnere mich noch wie ich mich darüber gefreut habe.

Ich kann dir auch nur immer wieder sagen ... Verlier nicht den Mut ... auch wenn es sehr schwer ist die Geduld aufzubringen. Lasst deinem Vater die Zeit die er braucht ... Es wird bestimmt auch bei ihm noch besser.

LG
Elke



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#23

RE: globale aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.12.2009 14:42
von Mimianja • 19 Beiträge

hallo ihr!

gerade komme ich aus dem krankenhaus von papa. wir versuchen halt so viel wie möglich bei ihm zu sein.

die therapeuten sind total begeistert, wie viele fortschritte papa schon gemacht hat. die logopädin spricht mich auf dem gang an und erzählt mir, das er in den letzten beiden tagen enorme fortschritte im sprachverständnis gemacht hat. es ist also nicht nur mein eindruck, dass er wesentlich mehr versteht. zudem versucht er auch immer öfter zu sprechen, was allerdings noch nicht gelingt. essen kann er mit der linken hand alleine, wenn es grober brei ist.

die physiotherapeuten sind auch ganz baff wie viel schon geht. er kann alleine aufrecht im bett sitzen, ohne gestützt zu werden und verliert auch beim vorbeugen nicht mehr die balance. er übt gehen und treppensteigen und aufstehen mit hilfe. im gelähmten bein ist mittlerweile auch schon ein kleiner muskeltonus zu erkennen, im arm tut sich noch nichts.

der hammer war heute, dass er sich mit der guten hand die schlafanzughose ausgezogen hat. lediglich am knie des gelähmten beines kam er nicht weiter.

das ist die kurzfassung von ihm, ausführlich schreibe ich ja jeden tag im blog. ich bin ganz stolz, wie er es meistert.

gruß
anja


http://mimianja.blog.de/

zuletzt bearbeitet 09.12.2009 14:50 | nach oben springen

#24

RE: globale aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.12.2009 15:06
von Elke Rosenfeld • 84 Beiträge

Hallo Anja,

danke für deinen positiven Bericht. Das ist ja wirklich unglaublich was dein Papa da schon wieder leistet.

Ich freu mich total mit dir (euch)!

Diese Erfolgserlebnisse machen deinem Papa sicher auch Mut und werden ihn weiter voran bringen.

Liebe Grüße und die besten Wünsche für den weiteren Verlauf ... Elke

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#25

RE: globale aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.12.2009 20:44
von Corinna Iden • 532 Beiträge

Man , solche Berichte lese ich ja für mein Leben gerne.

Ich freu mich auch riesig und drück Dich einfach mal ganz dolle.

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#26

reha und pflege daheim

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.12.2009 19:58
von Mimianja • 19 Beiträge

hallo ihr!

nun ist es also soweit, dass papa in die reha verlegt werden soll. kann mir zwar nicht vorstellen, wo er die punkte laut barthel index her hat, aber gut, die werden schon wissen. eine klinik habe ich ausgesucht, die hätten auch einen platz frei. die krankenkasse würde auch die kosten übernehmen, nur die klinik wo er liegt, kommt mit den anträgen nicht in die puschen.

heute wurde mir von der behandelnden ärztin (von der frühreha) gesagt, dass er in der anderen reha sowieso nur 3-4 wochen bleiben wird. ob wir denn daheim schon alles für ihn hergerichtet hätten? ehrlich, ich hab gedacht ich fall um. kann das wirklich sein, dass er nach 3-4 wochen reha heimgeschickt wird? bis jetzt haben wir noch garnicht die möglichkeit ihn dort zu pflegen. dafür muss erstmal umgebaut werden, im erdgeschoss ist kein bad und bisher auch keine schlafmöglichkeit. irgendwie hab ich gedacht, dass er etwas länger in der reha ist und hatte auch gehofft, dass er dort noch ein paar dinge lernt. ich weiß bisher nichtmal, wo wir ein pflegebett, einen rolli usw. herbekommen. zudem soll ich ja im januar auch in reha gehen, wenn er dann schon heim kommt, geht das auf keinen fall.

ganz ehrlich, fühl mich grad etwas überfordert mit dem gedanken.

gruß
anja


http://mimianja.blog.de/

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#27

RE: reha und pflege daheim

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.12.2009 20:18
von Elke Rosenfeld • 84 Beiträge

Hallo Anja,

grundsätzlich ist es schon möglich, dass dein Vater nach ein paar Wochen nach Hause kommt!

Aber bewahre erst mal die Ruhe und warte erstmal ab. Ich weiß nicht so genau, wie groß die Chancen in der heutigen Zeit sind, dass die Reha verlängert wird, aber das hängt auch mit davon ab, wie gut er Fortschritte macht!

Wie es dann nach der Reha weiter geht, das besprichst du dann dort mit dem Sozaildienst. Den gibt es in jeder Einrichtung. Und dort kümmert man sich um alles weitere ... auch über Hilfsmittel die benötigt werden wie Pflegebett, Rollstuhl ... ect.

Also mach dich erstmal nicht verrückt und wenn die Reha begonnen hat, dann schaust du mal weiter!

Ich wünsche jedenfalls alles Gute und viel Erfolg!

LG
Elke

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#28

RE: reha und pflege daheim

in SCHLAGANFALL - Was nun? 15.12.2009 15:37
von stephan • 111 Beiträge

Hallo Anja
Ich war damals vor 9 Jahren bald 2 Jahre in 3 verschiedenen Reha-Kliniken--es wurde immer ein Antrag auf Verlängerung gestellt--ich machte die Therapien so gut es ging mit--da war die xte Verlängerung kein Problem--aber wenn Dein Vater mal daheim ist gehen auch die Probleme los--ihr müsst euch um alles kümmern---habe Dir mal ein Link über die ganzen Hilfsmittel http://www.hilfsmittel-scout.de/indikation.html reingestellt--vielleicht hilft es Dir ein wenig.
Gruss von Stephan aus dem Schneewald auch unter http://www.stephan-beer.homepage.t-online.de


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#29

RE: reha und pflege daheim

in SCHLAGANFALL - Was nun? 15.12.2009 20:37
von Corinna Iden • 532 Beiträge

Hallo Anja

Ist klar , das Du Dich jetzt überfordert fühlst.
Der Sozialdienst,aber auch die Krankenkassen bieten Beratungen an.
Falls Du vorab schon mal fragen hast , kannst Du mich gerne anmailen.
Bei uns auf der Arbeit haben wir oft genug damit zu tun.
LG
Corinna

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#30

RE: reha und pflege daheim

in SCHLAGANFALL - Was nun? 21.12.2009 14:17
von Mimianja • 19 Beiträge

hallo ihr!

nach einigen rückschritten letzte woche, sind wir jetzt wieder etwas weiter. leider hatten auf papas station alle den norovirus, was für ihn doppelt schlimm war, denn er hat morbus crohn. nach 2 tagen waren meine mutter und ich dann auch krank, mittlerweile gehts aber allen wieder gut. papa liegt momentan in einem 3-bett-zimmer alleine, damit er sich nicht nochmal anstecken kann.

die reha in münchen ist für 4 wochen genehmigt worden. jetzt weiß ich auch, dass er dort nochmal in die phase B kommt, denn er hat eben noch nicht genügend punkte laut barthel-index. ich hoffe halt nach wie vor, dass er dort nicht nur für 4 wochen bleibt, sodass ich meine reha auch antreten kann.

ach, noch was neues gibt es. wenn er ganz gut drauf ist und lust dazu hat, kann er mittlerweile ganz klar und bewußt "anja" sagen. das hat er mit der logo geübt und ist super stolz darauf, ich natürlich auch. inzwischen nervt es ihn ganz schön, dass er nicht sagen kann, was er möchte, manchmal wird er richtig grantig. trotzdem ermutige ich ihn immer, es weiter zu versuchen und mit handzeichen verstehe ich manchmal, was er von mir möchte. seinen humor hat er zum glück nicht verloren. wir und auch die schwestern, haben fast jeden tag was, worüber wir herzlich lachen können.

mit dem organisieren für daheim bin ich noch nicht viel weiter, denn ich weiß ja nicht, was er kann und was nicht, wenn er heim kommt. hoffe, die in der klinik in münchen können mir da weiter helfen.

gruß
mimianja


http://mimianja.blog.de/

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