#1

Mein Papa und sein Schlaganfall

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 08.01.2010 01:01
von Picassolina • 1 Beitrag

Hallo zusammen!

Mein Name ist Christina, ich bin gerade mal 18 Jahre alt und mein Vater hatte im September, mit 55 Jahren einen Schlaganfall.
Er lag einen Monat lang im Koma, danach ist er aufgewacht und seine rechte Seite ist gelähmt und sprechen kann er auch nicht mehr.
Ich hatte nie die besondere Bindung zu meinem Vater, da ich bei meiner Mutter wohne, aber seit dem er in Reha ist und ich ihn regelmäßig besuche, kommen wir uns immer näher, ohne zu sprechen, ich hab seit dem eine krasse Bindung, besonders seit Weihnachten zu ihm aufgebaut und ich vermisse ihn immer mehr und es wird immer schwieriger.
Seine Frau will ihn jetzt einfach in ein Wohnheim abschieben, dort wo er nicht gefördert wird, weil ich bin der Meinung, dass er sein Sprachzentrum, sein Bein und seinen Arm wieder hinkriegen.
Ich weiß mir nicht mehr zu helfen.. und ich habe so Angst, dass ich nie wieder mit meinem Vater ein Wort reden kann.. nichts mehr mit ihm unternehmen kann.. ich rede eigentlich mit niemanden über dieses Thema, weil die Leute, auf die ich mich eigentlich verlassen habe, interessiert das irgendwie nicht.

Ich weíß nicht mehr weiter..

LG Christina

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#2

RE: Mein Papa und sein Schlaganfall

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 08.01.2010 13:05
von mikesch • 48 Beiträge

Hallo Christina,
zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum. Im Grunde genommen ist es doch sehr gut, dass Du wieder einen Draht zu Deinem Pa gefunden hast, auch wenn es heute viel viel schwieriger ist weil er nicht sprechen kann und die rechte Seite gelähmt ist.
Wichtig ist, Du darfst die Hoffnung nie auf geben, jeder Schlaganfall ist anderes und oft war es auch schon so, dass man die Hoffnung aufgegeben hatte und dann trotzdem sich alles noch positiv entwickelt hat. Ich selbst hatte mit 40 Jahren den ersten SA und mit 45 die Nr. 2+3 innerhalb von 7 Wochen. Bin auch wieder auf die Beine gekommen wie Du siehst. Dein Vater ist auch noch jung, wenn er selbst will und er auch Therapien bekommt dann kann sich da noch vieles tun.
Besuche Deinen Pa so oft es geht und versuche auch Einfluss zu nehmen auf das was weiterhin geschieht. Bohre bei seiner jetzigen Frau nach wegen Therapien die er dringend braucht, mache vielleicht Vorschläge was man machen könnte. Gehe zu einer Selbsthilfegruppe die es vielleicht in Deiner Nähe irgendwo gibt, da hat man Erfahrung mit dem Thema und kann Dir sicher in einigen Fragen weiter helfen.
Wünsche Deinem Pa viel Glück und eine gute Besserung und schnelle Erfolge bei der Therapie und wehre Dich wenn man ihn nur so abschieben will. Es ist und bleibt Dein Vater!
Ganz liebe Grüße
Johannes

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#3

RE: Mein Papa und sein Schlaganfall

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 08.01.2010 20:47
von Steffi Köster • 364 Beiträge

Hallo Christina...

nichts ist so schlecht, als das es nicht auch etwas Gutes hat. Die Umstände Eurer Annäherung sind

zwar nicht so schön, aber vielleicht hätte sie nie statt gefunden.

Manchmal müssen solche Dinge passieren um einem zu zeigen, wie wichtig einem ein Mensch doch ist.

Ich denke, dass es noch zu früh ist zu entscheiden, ob Dein Vater ein Pflegefall wird oder nicht.

Ich kenne viele ganz dramatische Fälle, und diese Menschen leben heute wieder völlig selbstständig ihr Leben,

von der ein oder anderen Einschränkung abgesehen.

Vielleicht kann Dir Stephan mal ein wenig von seinem Schlaganfall berichten, damit Du weißt, auf was ich

hinaus will.

Wünsch Euch viel Glück

LG Steffi


Herzliche Grüße

Steffi

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#4

RE: Mein Papa und sein Schlaganfall

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 08.01.2010 21:27
von Elke Rosenfeld • 84 Beiträge

Hallo Christina,

ich finde es auch toll, dass du trotz allem wieder so was wie Nähe zu deinem Vater herstellen konntest.... ja und auch wie sehr du dich kümmerst und dir Gedanken machst.

Ob er nun einfach so in ein Heim "abgeschoben" wird, kann ich ja nicht beurteilen. Aber manchmal geht es ja auch nicht anders ... Versorgung und Betreuung müssen ja auch gewährleistet sein. Und jeder hat dazu nicht die Möglichkeit im häuslichen Bereich.

Aber wenn es so ist, solltest du versuchen daran mit zu wirken, dass er in ein gutes Heim kommt, wo auch Therapien stattfinden und er auch sonst weiter gefördert wird.

Dein Papa ist noch relativ jung und ich denke auch, dass da noch ganz viel wieder kommen kann. Gerade so eine Sprachstörung ist natürlich eine sehr belastende Situation für alle Beteiligten. Manchmal kann es sehr lange dauern, bis die Sprach wieder kommt, manchmal geht es auch schneller.

Wichtig ist wirklich dafür zu kämpfen und die Hoffnung nicht aufzugeben. Wir alle hier kennen unzählige Fälle, wo es zuerst auch schlimm aussah und die Betroffenen heute wieder ein einigermaßen normales Leben führen können.

Besonders wichtig aber ist auch, dass du jetzt einfach für ihn da bist und er sich nicht verlassen und aufgegeben fühlt. Das wird auch ihm sicher Mut und Kraft geben.

Ich wünsche dir und deinem Papa alles Gute!

LG
Elke


"Manche Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und fragen: "Warum ?".
Ich träume von Dingen, die es noch nie gegeben hat, und frage: "Warum nicht ?"

(George Bernhard Shaw)

-------------------------------------------------------------------------------

Sorge nicht um das, was kommen wird.
Weine nicht um das, was vergeht.
Aber sorge, dich nicht selbst zu verlieren,
und weine, wenn du dahintreibst im Strom der Zeit,
ohne den Himmel in dir zu tragen.

(Friedrich Schleiermacher)

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