#1

Wie soll ich mich verhalten? Brauche Rat

in SCHLAGANFALL - Was nun? 13.06.2010 18:39
von Yvaine • 2 Beiträge

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe einen Ort gesucht, an dem ich vielleicht Ratschläge oder ähnliches finde. Bitte verzeiht, wenn alles ein wenig durcheinander geht, aber ich bin als Angehörige erst seit sehr kurzer Zeit mit betroffen und in dieser Zeit ist so unendlich viel passiert.

Also, mein Vater (71) war bisher immer gesund und rüstig. Aber seit geraumer Zeit hatte er bei Anstrengungen immer öfter unter Atemnot geklagt. Eine Untersuchung hat ergeben, dass eine Herzklappe nicht mehr richtig funktionierte und daher operiert werden musste. Das ist vor zwei Wochen geschehen. Leider hat mein Vater während der OP einen Hirnschlag erlitten. Die Ärzte merkten es erst, als er aus der Narkose nicht richtig aufwachte. Sie meinten, er sei in so eine Art "Wachkoma". Seine rechte Seite ist gelähmt, er kann nicht sprechen (Luftröhrenschnitt) und womöglich auch Aphasie. Die Herz-OP habe er aber gut überstanden. Wir haben ihn jeden Tag besucht und hatten auch das Gefühl, dass er jeden Tag "wacher" wurde. Durch vielGlück hat mein Vater einen Platz in einer Frührehaklinik bekommen, in der er nach knapp einer Woche verlegt wurde. Er musste aber weiterhin auf Intensiv bleiben, weil er etwas fieberte und der Blutdruck zu niedrig war. Aber er war jeden Tag etwas wacher, drückte unsere Hände. Bei Untersuchungen dort in der Rehaklinik haben die Ärzte ein Hämatom am Herzen festgestellt. Es musste eine zweite OP durchgeführt werden. Die hat er nun überstanden und es sieht nun gut aus. Der Kreislauf und Blutdruck sind stabil, das Fieber langsam im Griff. Gestern war der erste Tag nach der zweiten OP. Wir haben ihn besucht und festgestellt, dass er richtig wach ist. Und wie sich herausstellt, war der das auch immer nur durch Medikamente und Schmerzen ruhig gestellt. Jedenfalls war der Besuch furchtbar, weil er uns durch Gesten versucht hat, mitzuteilen, dass er das alles nicht will. Ständig will er sich die Kanülen und Sonden rausreißen. Das wollte er schon seit dem ersten Tag auf der Intensivstation, deshalb ist er von Anfang an fixiert gewesen. Dort hat man es nur als Unruhezustand ausgelegt. Er war vor seiner Pensionierung Krankenpfleger, d.h. er kennt sich mit den Apparaten aus.

Ich bin fix und fertig, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Ich kann es nicht ertragen, dass er ständig versucht, sich alles zu entfernen. Ist es eine normale Reaktion nach einem Schlaganfall, weil er das Geschehene nicht versteht? Aber er kam mir so klar vor. Wie kann ich ihm gegenübertreten, wie soll ich mit ihm umgehen? Ich habe Angst, dass er es schafft, sich was anzutun (obwohl er ja immer fixiert ist) und gleichzeitig bin ich wütend auf ihn. Ich will das alles nicht fühlen, weil ich mir vorstellen kann, dass diese Situation für ihn doppelt so schwer und schlimm ist. Was kann ich tun?

Entschuldigt, das ist hier sicher ein bisschen durcheinander geschrieben. Aber vielleicht kann mir doch jemand etwas Rat geben.

Lieben Dank,

eure Yvaine

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#2

RE: Wie soll ich mich verhalten? Brauche Rat

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.06.2010 09:31
von Yvaine • 2 Beiträge

Ich habe noch einmal mit den Schwestern auf Station gesprochen und gefragt, ob es denn häufig vorkommt, dass sich Patienten die Schläuche usw. ziehen wollen. Sie meinte, dass es öfters vorkommt bei Patienten, die noch nicht richtig das Bewußtsein wiedererlangt haben. So als wollten sie unbewusst nur etwas Störendes entfernen. Ich dachte ja, dass mein Vater wieder richtig wach ist, aber als ich ihn gestern abend noch einmal besuchte, wirkte sein Blick wieder viel glasiger als beim Besuch davor. Kann es sein, dass er doch noch nicht richtig wach ist und nur in so gewissen "Fenstern" sein Bewußtsein hat?

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#3

RE: Wie soll ich mich verhalten? Brauche Rat

in SCHLAGANFALL - Was nun? 23.07.2010 18:54
von Biene • 16 Beiträge

Hallo Yvaine,
bei meinem Partner war das genauso. Er wollte sich auch immer alles rausziehen. Und hat es auch oft geschafft. Auch das wach werden dauerte lange. Dachte ich einen Tag, jetzt ist er da, lag er am nächsten Tag und war nicht ansprechbar. Es dauerte auch einige Wochen bis er wieder ein Zeitgefühl hatte. Da hilft nur abwarten.


Es gibt kein Zurück, nur ein Vorwärts! LG Biene

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