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Erfahrungswerte

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.08.2010 18:23
von Sonnenträger • 2 Beiträge

Hallo allerseits,

ich lese seit geraumer Zeit schon hin und wieder mal in diesem Forum, und nun möchte ich doch mal einige Meinungen hören.

Zur meinem Hintergrund: ich bin 35 Jahre alt und hatte im Dezember 2009 einen Schlaganfall. Dieser war relativ unauffällig, beim Duschen plötzlich Kopfschmerzen gehabt mit Blitzen vor den Augen, und kurzzeitig Motorikverlust im rechten Arm, der nach ein paar Minuten aber wieder verschwunden war. Als ich dann meiner Freundin bescheid geben wollte, stellte sich dann auch eine motorische Sprachstörung raus. Im Krankenhaus wurde zunächst ein Migräneanfall vermutet, da ich auf Aspirin-Infusion gleich angesprungen bin, und ich wurde wieder nach Hause geschickt. Die nächsten 2 Tage war ich dann bei meiner Hausärztin, da es am jeweils nächsten Tag mit der Sprache wieder schlechter war, die dann nach zwei weiteren Infusionen Gott sei Dank ein MRT angeordnet hat.

Einen Tag vor Heiligabend ging es dann ins Krankenhaus und dann eigentlich schnell wieder bergauf. Ich wurde mit Marcumar eingestellt und nach 2 Wochen für 6 Wochen in die Reha geschickt. Dort ging es mir eigentlich auch ziemlich gut, lediglich bei Schneefall machten sich Kopfschmerzen bemerkbar, und mein Blutdruck schwankte zwischendurch gelegentlich, was für die Ärzte aber nicht besorgniserregend war, die das auf die Psyche zurückführten. Hin und wieder auch so kleine Symptome wie kribbelnde Kopfhaut. Egal, insgesamt ging es mir wie gesagt gut, vor allem auch körperlich schon wieder ziemlich fit.

Anderthalb Tage nachdem ich dann wieder zuhause war, ging es dann los: Abrupter, intensiver Schwindel, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass ich irgendwie so ein paar Zentimeter neben mir stand, wenn ich mich bewegte, quasi wie ein Marionettenspieler (kanns leider nicht besser erklären). Hab mich natürlich furchtbar erschrocken und dachte, jetzt kommt der nächste Schlaganfall, meine Hausärztin hat dann aber versucht, mich zu beruhigen, dass wohl gerade jüngere Menschen zu so was neigen, sobald sie nicht mehr unter Beobachtung stehen.

Nun gut, wegen eines Reizdarm-Syndroms mache ich gerade noch eine Psychotherapie, also haben wir das gleich mit reingenommen, und ich habe auch den Eindruck, dass vieles mit der Psyche zusammenhängt. Als ich dann anfing, trotz der Symptome wieder was zu unternehmen und auch Sport zu treiben, wurde es dann auch besser. Nichtsdestotrotz habe ich eine extreme Wetterfühligkeit entwickelt, seit dem Frühling kann ich die Wetterwechsel fast schon vorhersagen. Wenn es sich dann mal einpendelt hat, ist es besser, aber gerade die letzten Tage waren wieder sehr extrem.

Jetzt mein eigentliches Problem: gerade nach Phasen in denen es mir gutging und die Symptome wieder heftiger werden, tendiere ich gleich immer wieder dazu, das Schlimmste anzunehmen, auch wenn ich inzwischen eigentlich wissen sollte, dass es irgendwann auch wieder besser wird. Sport hilft dabei zwar, ist mir aber nicht immer möglich.

Daher mal meine Frage, wie eure Erfahrungen damit sind. Reagiert ihr auch so auf das Wetter und wenn ja, was tut ihr dagegen? Noch irgendeine Idee, was man da machen kann, Wechselduschen habe ich probiert, scheint aber nicht richtig zu helfen. Ich komme mir manchmal wirklich blöd vor, zum einen sehe ich für die anderen halt gesund aus, zum anderen denke ich manchmal, ich mache mir den Stress selbst. Auch wenn ich wirklich dankbar bin, dass ich ja noch glimpflich davongekommen bin, ist das für mich schon sehr verunsichernd. Ich versuche trotz allem ein normales Leben zu führen und habe auch meine Umschulung wieder aufgenommen, aber wenn jemand hier noch Ideen hat, wie man sich mit diesen Zwischenfällen besser arrangieren kann, wäre ich sehr dankbar.

Nun ja, ich hoffe, das klingt nicht zu banal, aber fragen kostet ja auch nix. Vielen Dank im Voraus.

Sascha


"Zu lieben, zu leiden, zu lernen, kurz: zu leben - das ist unser Weg."

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