#1

hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 30.11.2010 03:32
von achim • 3 Beiträge

guten abend,

ich bin achim, 38 jahre alt und habe noch nie in irgendeinem forum irgendwas geschrieben.
ich hoffe das bekomme ich gebacken.

gerne möchte ich menschen kennenlernen, die den gleichen "mist" hinter sich haben, bzw. damit leben wie ich.

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hoffendlich klappts.

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#2

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 30.11.2010 09:34
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Achim,

klappt doch wunderbar, herzlich Willkommen im Forum.

Die meisten Schlaganfallbetroffenen sehen das Ereignis natürlich als "Mist" an, wobei es aber auch Betroffene gibt die durchaus auch etwas positives am Schlaganfall erkennen können (so wie ich z.B.).

Nicht nur ich würde mich freuen mehr von Dir zu lesen.

Bis dahin beste Grüße
Willi Daniels


Ein Leben nach und gegen den Schlaganfall!

www.danielsnet.de

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#3

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 01.12.2010 05:11
von achim • 3 Beiträge

Hallo Willi,
ich hoffe das mit dem "Du" ist in Ordnung ?
Danke für deine Antwort. Heute habe ich mal ein bisschen in den Foren gelesen und mich umgeschaut. Gestern war ich so froh, daß es so eine Seite gibt und hab mich sofort angemeldet. Die ersten Beiträge die ich heute las waren allerdings sehr böse. Hat mich ein bischen abgeschreckt.
Das kommt bestimmt nicht oft vor oder?
Eigentlich weiß ich garnicht wo ich anfangen soll, was erzählt man zuerst? Ich möchte auch nicht so viel jammern.
Mit Famielienangehörigen kann ich über soetwas nicht sprechen, da sie sich viel zu viel Sorgen machen. Die Freunde bekommen ein mieses Gefühl dabei und die Kollegen auf der Arbeit fangen an zu vergleichen "ich hab mal eine Grippe gehabt, die war viel schlimmer". Also halt ich sofort die Klappe, wenn mir mal was über den Schlaganfall rausrutscht.
Im November 2006 hab ich einen Kleinhirninfarkt rechts erlitten und bin mir über garnichts mehr schlüssig.
Ich wurde grade eingeliefert als der Ärztestreik war. 5 Tage habe ich durchgehend gebrochen bin langsam wieder hoch gekommen, konnte mich wieder einigemaßen orientieren und sehen, den Pfleger habe ich belogen, der mich auf meine linke Schulter ansprach die ich so hochzog. "Das war schon immer so" sagte ich "das kommt vom Rücken". Ich wollte raus, raus, raus! Verbissen hab ich Laufen geübt und wurde schließlich nach 3 Wochen entlassen. Hab in der Reha bestimmt alles falsch gemacht ( die Ärtzte bequatscht ) das es mir gut geht, ob man nicht ein Auge zudrücken könne, da ich mir sorgen über meinen Job machte. War über Weihnachten und Neujahr in der Reha und konnte nur einmal mit einem Psychologen reden. Wollte keine Verlängerung wegen der 6 Wochen (Krankengeld), muß ja meine Familie ernähren, habe die Wiedereingliederung sausen lassen und noch Ärger mit der Krankenkasse bekommen, da ich meinem Wunsch nach als voll arbeitsfähig entlassen wurde, noch garnicht Arbeiten konnte und noch Krankfeierte.
So stand ich nun nach etwas über 7 Wochen (musste bei der Kasse unterschreiben, daß ich wieder arbeiten gehe) wieder auf der Arbeit, bin Schichtelektriker auf Vollkontischicht in einem großen Chemiewerk "alleine auf Mittagschicht" Wahnsinnige Kopf-Nacken-Schulterschmerzen, hand taub, zitternd und total durcheinander.
Hab mich da durchgezwängt, habe das 1. halbe Jahr getrunken, habe über 3 Jahre lang Antidepressiva geschluckt und wollte mich nicht nur 1 mal umbringen. Auf der Arbeit fiel ich oft aus. 1 jahr über einen Monat.
Ich hab mir da was zusammengestrickt, was echt mies war (ich war sehr überzeugend).
Jetzt zur Wirtschaftskrise wurde im Betrieb gekündigt wie überall. So hab ich beim Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt (wegen Kündigungsschutz) da ich nicht mehr auf Leitern und in Höhen arbeiten kann und links etwar langsamer bin. Das ist Problematisch an unseren Maschinen. Wir stellen Polyesterfasern her, das wickelt oft auf sich drehenden Wellen da schneide ich mir immer in die linke Hand weil ich mit rechts schneide und links nicht so schnell wegziehen kann. Laut Reha bin ich ja gesund und das Amt nimmt sich nichts an. Hab zum Glück "!noch!" einen guten Chef der mich schon lange kennt und Verständnis dafür hat. Also hab ich meinen Job noch.
Kennst Du jemanden der so Dumm ist ??
Die schlimmsten 4 Jahre meines Lebens habe ich bis jetzt durchlebt.
Auf deiner Seite Schreibst Du das es sich für Dich positiv ausgewirkt hat, da Du jetzt alles intensiver wahrnimmst und dir alles genau anschaust.
Genau das hat mir das Genick gebrochen. Ich nehme alles zu intensiv wahr.
Wenn ich mir alles genau anschaue, kommt bei mir nur noch schlechtes dabei heraus.
Die meisten Menschen sind böse und oder egoistisch wenn mann in sie hereinschaut, die Welt geht kaputt, dein Schmetterling, wenn ich ihn zum Freund gewonnen habe wird er irgendwann sterben.
Immer dachte ich, mensch, das alles brauche ich nicht mehr. Dabei war ich mal ein sehr fröhliches Kerlchen.
Das ist kein Selbstmitleid. Irgendwie funktioniert in meinem Kopf nicht mehr alles so wie es soll.
Kennst Du das?

Ich geh jetzt besser schlafen, ist schon 05:00 und nacher muß ich Arbeiten.

bis Morgen

Achim

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#4

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 03.12.2010 14:03
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Achim,

das mit dem "Du" geht schon in Ordnung.

Sorry dass ich mich erst jetzt melde und das auch nur kurz. War die Woche in Berlin zu wichtigen Gesprächen und bin derzeit ein klein wenig im Stress. Werde mir Deine Zeilen die nächsten Tage genau durchlesen und Dir antworten.

Hoffe auf Verständnis.

Mit besten Grüßen
Willi Daniels


Ein Leben nach und gegen den Schlaganfall!

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#5

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 03.12.2010 16:20
von Helena Dindas • 7 Beiträge

Hallo Achim,

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#6

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 03.12.2010 18:22
von Helena Dindas • 7 Beiträge

Nochmal hallo Achim,
du siehst, nicht du sondern ich habe Schwierigkeiten damit, Beiträge einzustellen! Ich sage auch einfach du, denn das ist einfacher.
Wenn du früher ein positiver Mensch gewesen bist, wird es dir hoffentlich wieder gelingen, positiv zu denken. Sicherlich gab und gibt es schlechte Menschen. Aber es gibt auch sehr viele wertvolle Menschen, nach denen es sich zu suchen lohnt!
Auf den ersten Blick klingt es wahrscheinlich paradox zu sagen, der Schlaganfall war für mich positiv. Und doch war er es (auch) für mich. Ich hatte 2002 einen Schlaganfall. In der Zeit danach war voller Hürden und Schwierigkeiten. Neben den Auswirkungen vom Schlaganfall (Lähmungen, Sprach- und Sprechstörungen) hatte und habe ich mich mit Themen auseinandergesetzt, die ich vorher als absolute Tabuthemen betrachtete (ich konnte unangenehme Dinge gut verdrängen). Nach dem Schlaganfall hatte ich auf einmal nah am Wasser gebaut und die Dinge kamen wieder hoch. Ich habe mich mit diesen Dingen auseinandergesetzt und jetzt, wo ich genügend Abstand dazu habe – kann ich sagen, es war hart und schwer aber auch notwendig und gut.
Auch in meiner Wiedereingliederung lief anfänglich überhaupt nichts rund. Meine mir vertrauten Aufgaben konnte ich auf einmal nicht mehr bewältigen. Ich verglich mich ständig mit meinen Leistungen, die ich vor dem Schlaganfall erbracht hatte. Das Ergebnis meines Vergleiches fiel sehr schlecht aus, was nicht gerade zu meiner Motivation beitrug. Ich hatte die Wahl:
Entweder wieder krampfhaft versuchen, so zu funktionieren wie vor dem Schlaganfall oder
zu akzeptieren, dass ich einen Schlaganfall hatte und damit umzugehen lernen.
Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden und stelle fest, dass mir das Leben wieder Freude macht.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du genügend Kraft aufbringst und dabei auch Unterstützung erfährst, damit du wieder Freude am Leben hast.
Liebe Grüße

Helena

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#7

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 04.12.2010 05:18
von kein Name angegeben • ( Gast )
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Danke für eure Antworten,
Willi mach langsam, keinen Stress machen, eins nach dem anderen.
Hallo Helena,
Ich hab mich voll und ganz damit abgefunden wie ich jetzt bin. Hab mir lange gedanken gemacht. Ich bin damals jede Nacht mit meinem Hund durch die Straßen gegangen. Total fertig, geduckt, ich muß ausgesehen haben wie der Glöckner von Notre dame, so hat es von oben gedrückt, ich konnte nicht mehr aufrecht gehen. Im Krankenhaus war mit der Psyche noch alles Ok. Hab mich angestrengt gemacht und getan, damit ich wieder auf die Beine komme, aber danach, draussen in der Welt, war alles so rasant schnell. Ich bin absolut nicht mehr klargekommen, ausgesperrt, konnte nicht mehr teilhaben weil ich in Zeitlupe lebte. Alles so laut. Ich hatte absolut keine Ruhe. Nachts wenn ich im Bett lag hat es sich angefühlt als wenn mich jemand ganz tief ins Bett gedrückt hat, sogar das Lattenrost habe ich knarren hören. Man lächelt vielleicht wenn mann das hört. Aber das war für mich real. Dann ist der Himmel immer auf die Erde gestürzt, das habe ich gesehen!. Im Kopf hatte ich Töne wie von einem Computermodem. Meine Wohnung kam mie vor wie eine Kirche, so hoch waren die Räume. Und wahnsenige Nackenschmerzen. Über meine eigenen Beine bin ich gestolpert so nervös war ich. Schlafen ging garnicht. Dann hab ich mich mit meinen Brüdern ausgequatscht weil für mich klar war, so nicht weiter. Wenn ich mal nicht mehr bin, ?! Kümmert ihr euch, ich hab doch Frau und Kind. Danach wurde ich ruhiger, hab mich auf`s Sterben konzentriert, Wege gesucht und irgendwann gemerkt, mensch bleib doch ruhig, wenns soweit ist, ist`s soweit. Zwischenzeitlich hab ich bei einer Nachuntersuchung noch gesagt bekommen das ich ein riesen Loch im Herz habe. Einmal tief ausatmen. Das Problem bei mir war, denke ich, daß ich mir einfach keine Zeit zum gesundwerden gelassen hab. Sowas blödes!. Mensch, einfach nur Zeit. Sorgen die Miete nicht bezahlen zu können. Das war mein Problem. Das nichts zu Essen auf dem Tisch steht. Die Lebensversicherung hatte ich ja gekündigt weil wir uns eine neue Küche gekauft haben und umgezogen sind. Jetzt wird mich wohl niemand mehr versichen oder? Fakt ist, Ich bin noch da! Und ich denke mir, wenn ich schmerzen habe merke ich wenigstens das ich noch lebe. Vor 4 Monaten habe ich die Tabletten abgesetzt und kämpfe mich ohne durch. Das ich nicht mehr so funktioniere wie vorher war mir schon lange klar, nur wie kommen die anderen damit zurecht? Welche Leistungen ich erbrachte, oder gar zu vergleichen, daß war mir nicht so wichtig. Nur eins, wenn ich jetzt gekündigt werde stellt mich nie irgend jemand wieder ein mit den Erkrankungen. Mit meinem Arbeitgeber habe ich noch Glück solange noch mein alter Chef da ist, der mich noch von vorher kennt. Was jetzt nicht heißt, daß ich nicht mehr produktiv bin. Kann nur halt nicht mehr "alles".
Meine Frau steigt mir immer auf`s Dach, sie möchte nach Düsseldorf fahren "mit dem Auto". Das klappt bei mir aber nicht mehr. Eine Großstadt in der ich mich nicht auskenne, unmöglich, nicht mehr dran zu denken.
Bin trotzdem zufrieden mit mir. Da ich nicht mehr so schnell bin, muß ich mir die Welt ein wenig bremsen.
Und ich hab gemerkt "bremsen macht Spaß". Und warum ? Ist gesund für meine Mitmenschen, sonst drehen die nämlich auch noch durch.
Ist das erste mal, daß ich über sowas quatsche.

Dankeschön Helena !

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#8

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 04.12.2010 05:20
von achim • 3 Beiträge

Ich war wohl nicht eingeloggt.
Da steht jetzt Gast als Name.

Sorry.

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#9

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 04.12.2010 19:00
von Helena Dindas • 7 Beiträge

Hallo Achim,
ja, das kenne ich auch. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, wollte unbedingt in die Stadt. Es dauerte nicht lange, da war es mir dort zu hektisch, zu laut und zu stressig.
Die meisten Menschen reden sehr schnell – wie auch ich vor meinem Schlaganfall. Deshalb fiel es mir damals nicht auf. Nach meinem Schlaganfall war es fast so, als redeten diese Menschen chinesisch – ich konnte ihren Worten nicht mehr folgen. Es strömten einfach zu viele Informationen innerhalb kürzester Zeit auf mich ein. Mit mehreren Gesprächspartner gleichzeitig zu sprechen, funktionierte schon mal gar nicht.
Ich habe viele Konzentrationsübungen gemacht, aber auch immer wieder sehr viel geschlafen, um wieder aufnahmefähig zu sein. (Ich schlafe heute noch sehr viel!). Und ich habe mich niemals entmutigen lassen. Natürlich hatte ich auch Krisen zwischendurch – das ist normal und das sollte sich jeder zugestehen. Nur dürfen die Krisen nicht ins Selbstmitleid abgleiten. Damit schaden wir uns auf Dauer nur selbst.
Übrigens, ich finde es gaaanz toll, dass du darüber „quatscht“, denn reden hilft!
Ich wünsche dir und einer Familie einen schönen 2. Advent!
Liebe Grüße

Helena

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#10

RE: hallo, Ich bin neu hier

in Selbsthilfe 24.02.2011 15:18
von *willi* • 2 Beiträge

Hallo @ all
Mein Name ist Doris,ich bin 56 Jahre alt.Am 24.11.2010 hatte ich einen Schlaganfall.Gott sei Dank,fand mich mein Mann früh genug,und mir konnte innerhalb kurzer Zeit geholfen werden.Ich war 6 Wochen in Bernkastel Kues* Burg Landshut* in Reha.
Ich habe in der Reha,für meine starken Kopfschmerzen und für die Missempfindungen, das Medikament Gabapentin dura N400mg,bekommen.Die Missempfindungen auf der linken Körperhälfte sind so gut wie nicht mehr zu spüren,aber die Kopfschmerzen gehen nicht weg...mal Stark...mal weniger stark....ich sage immer..... sie lauern ,wie ein Helm, in meinem Kopf.
Ich nehme die Tabletten...morgens,mittags und abends.Kurze Zeit nach der Einnahme,bekomme ich Missempfindungen in der rechten Körperhälfte,aber auch nur partiell.
Wer hat ähnliche Probleme? Wer kann mir helfen?
Ich habe am 20April erst meine Abschlussuntersuchung im Krankenhaus,und mein Hausarzt kennt sich auch nicht wirklich aus.
Ich habe Angst!!Vielen Dank an euch....liebe Grüsse aus Trier

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