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#1

Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 13.02.2011 03:29
von Miura • 11 Beiträge

Hallo liebes Forum,

heute wende ich mich mit folgendem Problem an Euch. 2008 hatte mein Mann einen SA. Er ist seitdem erwerbsunfähig. Seine Beeinträchtigungen liegen hauptsächlich im mentalen Bereich und seine Belastbarkeit liegt am Tag unter 2 Stunden!
Ich gehe in Vollzeit zum Arbeiten.

Seit einigen Wochen stelle ich bei meinem Mann nun eine Wesensveränderung fest, die sich in Gefühlskälte mir gegenüber äußert. Wir haben drüber gesprochen und ich habe Angst meinen Mann zu verlieren. Ich habe bisher hier alles gemanagt und bin in vielen Dingen vielleicht zu sehr bemüht PERFEKT zu sein und mein Mann fühlt sich dadurch oft von mir wie ein Kind oder ein Schüler behandelt. Ich versuche das auch abzustellen.
Aber nun habe ich wirklich Angst. Ich liebe meinen Mann und will ihn nicht verlieren.

Er nimmt sehr viele Medis zu sich, so auch Lamotrigin und Cipralex, wenn auch in geringen Dosen. Ansonsten ist er Marcumarpatient (misst zuhause selber die Blutverdünung) nimmt noch Belok Zok. Ich habe ihm vorgeschlagen bitte zum Arzt zu gehen und offen mit dem Arzt über diese Gefühlskälte mir gegenüber zu sprechen.

Mein Mann regt sich auch insgesamt viel mehr über alltägliche Sachen auf, die z.B. außerhalb des Hauses passieren, als noch vor dem SA. Irgendwie trägt er einen Zorn in sich.

Er ist bisher in keiner Gesprächstherapie (zur mentalen verarbeitung des SA), die ich ihm immer schon ans Herz gelegt habe.

Ich hatte schon die Vermutung, dass es sich bei ihm um eine Depression handeln könnte. (Was ich so an Infos sammeln konnte)
Er sagt zwar, "das wir das schon schaffen aus dem Tal rauszukommen" aber nun bin ich völlig am Ende und sehr verzweifelt. Bei mir ist es so, wie wenn sich im Moment die Schleusen geöffnet haben und mir nur noch die Tränen runterlaufen.

Kann mir jemand von ähnlichen Erfahrungen berichten?

Lieben Gruß
Miura

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#2

RE: Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.02.2011 08:02
von mikesch • 48 Beiträge

Hallo Miura,
denke schon, dass so ein Vorfall am Wesen einer Person nagt. Denke nur, man wird von jetzt auf nachher irgendwie auf´s Abstellgleis gestellt. Keine Arbeit mehr, die Sorge, dass vielleicht wieder was passiert, tausend Dinge gehen da einem im Kopf herum.
Vielleicht solltest Du Deinem Mann nicht alles abnehmen und ihr selbst an verschiedenen Dingen arbeiten lassen auch wenn es schwer fällt.
Was macht ihm denn noch Spaß? Kann er sich sportlich noch irgendwo betätigen? Geht er zu einer Selbsthilfegruppe nach Schlaganfall wo er sich mit anderen austauschen kann?
Wenn Ablenkung und kl. Arbeiten vorhanden wären, vielleicht könnte man ihn weg bringen von Psychopharmaka. Ich selbst halte diese Dinge für Teufelszeug die den Menschen komplett verändern.
Ich hoffe und wünsche, dass Ihr das gemeinsam in den Griff bekommt.
Herzliche Grüße
Johannes

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#3

RE: Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.02.2011 09:41
von Miura • 11 Beiträge

Hallo Johannes,

vielen Dank für Deine Antwort.

Mein Mann geht 2 mal die Woche zum MTT in eine Fitnesstudio. Außerdem steht Nordic Walking auf dem Programm. Für das mentale Training hat ihn der Arzt zum "erlernen" einer Fremdsprache verdonnert. Das macht ihm Spaß, aber er behält leider nur wenig vom erlernten. Trotzdem bleibt er dran. Ich finde das klasse und helfe zuhause auch dabei.

Zudem ist er für Teile des Haushalts zuständig. Kleinere Arbeiten im und am Haus fallen auch darunter.
Dies kann er mit vielen vielen Pausen bewerkstelligen und es macht ihm auch Spaß.

Für mich wäre es aber sehr viel wichtiger gewesen, dass er sich einer Selbsthilfegruppe anschließt oder sich einen Gesprächstherapeuten sucht, der ihm hilft das Leben nach dem SA zu begreifen und zu bewerkstelligen. Und an dieses Thema will er nicht so recht ran!!!!!

Die cipralex "braucht" er, wie er sagt. Sobald er die nicht nimmt, merkt er sofort das er innerlich viel unsicherer wird und total zappelig. Er nimmt die geringste Dosis. Sein Arzt sagt, dass dieses Medi nicht schädlich sei und nicht abhängig mache.

Nun hat er am Wochenende die diversen bei sich festgestellten Nebenwirkungen seiner Medis mal zusammengetragen und siehe da, nun bringt er seine Probleme auch mit den Medis in Verbindung. "Gefühlsarm sei er nicht" sagte er.

Bei Lamotrigin sehe ich allerdings keine Möglichkeit des Absetzens, da er wegen der Epilepsie dieses Medikament braucht. Das hat ihm auch seine Neurologin gesagt!
Das gleiche gilt für Belok Zok. Kann er nicht absetzen.

Nun hoffe ich sehr, dass er so schnell wie möglich zum Arzt geht. Da ich aber von Ärzten oft höre, man solle sich nicht auf die Nebenwirkungen konzentrieren, bin ich schon sehr gespannt, was sein Arzt zum Problem sagt.

Ich unterstütze meine Mann wo es nur geht, habe bisher gekämpft für ihn "wie eine Löwin" (O-Ton mein Mann).

Grundsätzlich würde ich gerne wissen, ob es hier Ehepartner gibt, die sich, wenn ja wie, auf eine Wesensveränderung eingestellt haben. Mir tut es nämlich ungemein weh, wenn ich sehe und spüre, dass ich innerlich irgendwie nicht mehr an meinen Mann "rankomme". Er spricht von einer Leere in sich, die betrifft doch mich auch. Ich weiß nicht, was ich tun soll.

LG Miura

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#4

RE: Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.03.2011 07:17
von Miura • 11 Beiträge

Hallo liebes Forum,

mein Mann wurde von den Medis her umgestellt. Er bekommt nun eine geringere Dosis Lamotrigin und einen Ersatz für die Cipralex, etwas mit anderem Wirkstoff und niedriger dosiert, auch die Belok Zok hat man versuchsweise reduziert!

Nun beobachte ich seit einigen Tagen, dass seine traurigen Phasen mit Weinen bei geringen Anlässen sich wieder häufen.

Ich weiß ja, dass bei SA Patienten dieses häufigen Weinen oft im Anschluss nach dem SA auftritt. Aber der SA ist bei meinem Mann 2,5 Jahre her.

Was würde ihm denn eine Gesprächstherapie bringen? Hat da jemand von Euch Erfahrungen mit?

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#5

RE: Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.03.2011 15:33
von birne • 255 Beiträge

mein SA ist im mai 5 jahre her und ich heule immer noch :-((

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#6

RE: Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.03.2011 16:10
von Miura • 11 Beiträge

Hallo Birne,

das tut mir sehr leid. Hast Du denn eine Gesprächstherapie gemacht? Oder was machst Du dagegen?

Mein Mann sagt immer, dass er nicht möchte, dass ich ihn "so" sehe. Ich weiß dann oft gar nicht wie ich helfen kann, außer trösten, was er aber wiederum nicht möchte.....

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#7

RE: Wesensveränderung nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 10.03.2011 16:37
von birne • 255 Beiträge

nein, ich habe keine gesprächstherapie gemacht. ich war bei einem psychologen und der sagte mir das das ein kranheitsbild wäre und ich soll mich nicht verrückt machen

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