#1

Erinnerungen an meinen Vater

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 15.02.2011 22:35
von evi • 1 Beitrag

Hallo, mein Name ist Evi.
Ich habe diese Seite hier heute neu entdeckt. Ich wußte gar nicht, dass es solche Seiten gibt, wo man auch mal seine Gedanken zu diesem Thema anderen Menschen mitteilen kann.
Mein Vater ist letztes Jahr nach langer Krankheit im September gestorben. Es tut weh zu wissen, dass ich ihm nie wieder begegnen werde. Leider habe ich ihm nie gesagt, wie lieb ich ihn habe. Ich habe während seiner Krankheit trotz Stress und Sorge um ihn oft meine Gedanken zu Papier gebracht. Oft plagen mich Zweifel, ob wir wohl alles mögliche für ihn getan haben. Aber wir waren für ihn da, so gut es ging. Er konnte die Zeit, die ihm noch blieb zu Hause verleben und so schlimm es auch war, ihn sterben zu sehen, so waren wir doch bei ihm, haben seine Hand gehalten und sicher hat er gespürt, dass wir bei ihm sind.



“Schlaganfall”

Noch schnell den Hof gefegt, im Stall nach den Hühnern gesehen,
eben noch ein paar Bretter gesägt,
plötzlich ist es geschehen.

Du willst Dich bewegen, willst was sagen, doch stumm
bleiben die Lippen, kannst nicht fragen, warum.
Schwer hängt der Arm, das Gesicht ist verzerrt, das Bein ist lahm,
und die Welt schein verkehrt.

Dann geht alles ganz schnell und der Notarzt stellt Fragen,
ob du ihn hörst und du willst wieder was sagen,
und niemand von uns vergisst diesen Tag,
an dem dein Körper bekam einen Schlag.

Dann folgen Intensivstation, Krankenhaus und Kur
Resignation und Verzweiflung pur,
ganz langsam nur kehrt das Leben zurück
und nur mit kleinen Schritten Stück für Stück.
Bist voller Ungeduld, willst wieder was tun,
doch alle sagen, du müsstest ruhen.
Sprechen fällt schwer und so manches Wort
ist einfach aus deinem Gedächtnis fort.
Bist nicht immer freundlich, schimpfst und grollst,
was dir dann Leid tut, weil du´s nicht so wollst.
Denkst viel über dich nach, denn du hast furchtbar viel Zeit
wie es so weitergeht nach der Reha-Zeit und dir ist längst klar:
Es wird nie wieder so wie früher sein,
gelähmt bleibt der Arm und leblos das Bein.
Dein Leben im Rollstuhl verbringen und zum zusehen verdammt,
mit mancher Träne ringen und mit lebloser Hand,
die gerne wie streicheln, denn wir haben dich lieb
und wir sind glücklich, dass es dich gibt.
Gib die Hoffnung nicht auf, wir sind für dich da
denn wir lieben Dich alle
“lieber Papa”




Fast 2 Jahre hast Du Dein Schicksal ertragen,
Qualen im Körper, besonders im Magen.
Arme und Bein bewegen ging nicht mehr,
Sprechen war sinnlos wir verstanden dich nicht mehr.

Nun sitze ich hier und es laufen meine Tränen,
ich schau auf dein Bild und es tut weh sich zu sehnen,
Der Tod, sagt der Verstand, war die Erlösung für dich,
Doch mein Herz sagt was anderes, denn ich vermisse dich.

Ich war zum Schluss bei dir und hielt deine Hand, als der Tot am Bett schon lange stand.
Und dann: dein letzter Atemzug, Stille, Ruh,
Und man drückt dir deine gequälten Augen zu.

Es ist wie ein Schlag in den Magen, oh Gott ich könnt schreien,
Ich reiss mich zusammen, denn ich bin nicht allein.

Doch die Tränen rinnen und ich gebe Dir zum Schluss auf die Wange meinen Abschiedskuss.

Danke für alles was du in deinem Leben, mir hast als Dein Kind lieber Vater gegeben. Schön, dass es dich gab 85 Jahr

Lebe für immer wohl

Mein lieber “Papa”

nach oben springen

Kostenloser Counter
Besucher
0 Mitglieder und 7 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: beni
Forum Statistiken
Das Forum hat 1630 Themen und 6678 Beiträge.

disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 0