#1

Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 14:12
von Lotti

Habe in einem Zeitungsartikel gelesen, das es neue Richtwerte geben soll. Diese liegen jetzt bei 140/90 und da frag ich mich, ob da was dran ist. Finde das doch sehr verwunderlich, lass mich aber sehr gerne auf den neuesten Stand bringen.
Meine zweite Frage: Es gibt die sog. Arm/Bein Messung um einen Aufschluss über den Unterschied des RR zu bekommen. Dazu müsste es auch eine Formel geben, nach der man das Ganze berechnet. Vielleicht etwas komisch Ausgedrückt, aber mir fällt gerade die genaue Bezeichnung nicht ein. Willi, du weißt doch was ich meine, also her mit der Formel.

Danke schonmal
Lotti

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#2

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 14:33
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Lotti,

gerne informiere ich Dich über ABI, (anglo-amerikanisch) ancle-brachial-index
heißt bei uns: Knöchel-Arm-Index

Nach der amerikanischen ABI-Studie* von 2004 liefert die dopplergestützte Blutdruckmessung an Armen und Knöcheln bei beschwerdefreien Menschen Informationen, die mit der statistischen Aussage eines Belastungs-EKG durchaus vergleichbar sind.

Wissenschaftler empfehlen daher den Einsatz der ABI-Methode für die Risikoerfassung, weil sie kostengünstig, leicht durchzuführen und vollkommen risikolos ist.

Normal ist der ABI–Quotient bei einem Wert über 0,9. Bei beschwerdefreien Menschen kann das Risiko für Herzkranzgefäßleiden dann mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% bis 70% ausgeschlossen werden.
Beim liegenden Patienten wird der Blutdruck am linken Oberarm und am linken Knöchel gemessen. Das gleiche wird rechts wiederholt. Der höhere der beiden Oberarm-Werte wird zur Ermittlung des Indexes genutzt.

Liegt der am Bein gemessene Blutdruckwert höher als der höchste an einem der beiden Arme gemessene, ist der Patient gesund.

ABI-Werte von 0,9 und darunter sind dagegen pathologisch. Ein Wert unter 0,4 gilt als Hinweis auf eine schwere AVK. Schon bei einem ABI-Wert von 0,8 ist nach fünf Jahren die Überlebenschance um 20 Prozent verringert.

Ich hoffe, ich konnte eine befriedigende Auskunft geben.

Beste Grüße
Willi Daniels


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#3

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 14:39
von Lotti
Fast befriedigend Willi, die Art der Messung ist mir nun klar, (wusste z.B. nicht das man auf beiden Seiten messen soll), nur wie errechnet man jetzt das:
ABI-Werte von 0,9 und darunter sind dagegen pathologisch. Ein Wert unter 0,4 gilt als Hinweis auf eine schwere AVK. Schon bei einem ABI-Wert von 0,8 ist nach fünf Jahren die Überlebenschance um 20 Prozent verringert.??
Vielleicht nochmal für mich, weißt doch, manchmal brauch ich länger (immer öfter).
Danke.
LG Lotti
zuletzt bearbeitet 26.09.2007 14:40 | nach oben springen

#4

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 14:49
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Lotti,

ich will es mal ganz vereinfacht sagen. Wenn der gemessene Wert am Knöchel höher ist als der höchste an einem der beiden Arme, so ist alles im grünen Bereich. Ist es umgekehrt, so liegt ein Hinweis auf eine Erkrankung vor.

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#5

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 14:56
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Noch eine Anmerkung:

Die bisherigen Studien und Leitlinien definierten eine Blutdruckdifferenz zwischen Armen und Beinen von mehr als 10 Prozent als krankhaft (ABI < 0,9).

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#6

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 17:43
von Lotti

Ok Willi, dann scheint bei mir alles bestens zu sein. Danke dir

Aber hast du meine erste Frage evtl. übersehen?

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#7

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 18:01
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Entschuldige bitte Lotti,

habe ich wirklich übersehen.

Derzeitige Richtlinien beim Blutdruck sind systolisch max. 135 mmHg bei Selbstmessung (bei Messung durch den Arzt 140 mmHg) und 85 mmHg diastolisch (Messung durch den Arzt 90 mmHg).
Ich habe mich vor Jahren bereits mit einem Vertreter der WHO diesbezüglich unterhalten, und deren Bestreben ist ein Blutdruck von 110/70 mmHg. Ich finde, das ist ein Wunschdenken der WHO. Wenn wir diese Höchstgrenzen für normalen Blutdruck einführen, dann hätten wir hier in Deutschland nicht geschätzte 20 Millionen Hypertoniker, sondern mindestens das Doppelte.

Beste Grüße
Willi Daniels

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#8

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 26.09.2007 20:38
von Lotti

Das scheint mir wirklich ein Wunschdenken zu sein Willi. Also 110/70...das wäre die reinste Katastrophe finde ich.
Eine befreundete Krankengymnastin hat mir neulich ein Lehrbuch gezeigt, da stehen von der WHO empfohlene Richtlinien von 140/90 drin, konnte das kaum glauben, aber da stand es schwarz auf weiß. Erschreckend finde ich allerdings die oft gemachten Aussagen von vielen Ärzten, das bei Schlaganfall Patienten Werte bis 160/95 noch vollkommen normal seien. Kein Wunder das es dann so viele nochmals trifft.

Herzliche Grüße Lotti

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#9

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 27.09.2007 22:26
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Willi,

ich abe Blutdruckwerte von 145/90 bei Selbstmessung und in der Ordination, aber keiner meiner Ärzte ist bereit mein Blutdruckmittel zu überdenken, oder anders zu dosieren.

Ich bin schon soweit, dass ich die Dosis selber erhöhen möchte, nur ist das ohne Arzt nicht wirklich in meinem Sinn.

Ich nehme das Genericum von Dilatrend,- Carvedilol 50mg, weil das nicht impotent macht und zusätzlich Enac 20 mg

Ich mache aber vor der Selbstmessung eine Menge Bewegung und wenn ich zum Arzt gehe auch.

Danke schon mal für deinen Rat.

Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#10

RE: Blutdruck

in Bluthochdruck 28.09.2007 07:51
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge
Hallo Manfred,

als erstes muß ich dir sagen, dass die Dosierung von blutdrucksenkenden Medikamenten in die Hand des Arztes gehört.

Nun aber zu der Durchführung bei den Messungen. Es ist verkehrt, wenn man wie du vor der Messung jede Menge sich bewegt. Experten empfehlen mindestens eine Ruhepause vor der Durchführung der Messung von 5 Minuten. Nach einer Studie senkt sich der Blutdruck bis 13 Minuten. Danach ist kein Rückgang der Blutdruckwerte mehr erkennbar. Ich würde dir empfehlen, vor den Selbstmessungen stets 10 Minuten ruhig zu verhalten und dann die Messung durchführen. Empfehlenswert ist eine Oberarmmessung, sie ist weiterhin der Goldstandard. Nimm dir die Zeit und führe mal eine Woche täglich 5 Messungen durch (unter Einhaltung der Ruhezeit) und halte die Werte schriftlich fest.

Ich bin mir fast sicher, dass deine Werte dann bei ca. 135/85 mmHg liegen. Dieser Wert ist auch zugleich ein Grenzwert für die Selbstmessung. Bei der Messung durch den Arzt sind 140/90 mmHg noch akzeptabel. Nach amerikanischen Studien sollte der Blutdruck möglichst noch deutlich unter 120 mmHg systolisch liegen, falls dies ohne klinische Probleme wie Schwindel möglich ist.

Da du ja senkende Medikamente einnimmst verstehe ich nicht ganz dass dein Arzt deinen hohen Wert akzeptiert, denn wenn ich schon Blutdrucksenker verordne, dann nicht um den Grenzbereich zu erreichen sondern um um einiges tiefer zu gelangen. Nach neuesten Studien führt eine Kombipräparat zu besseren Erfolgen.

Beste Grüße
Willi Daniels
zuletzt bearbeitet 28.09.2007 08:24 | nach oben springen

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