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#1

Gedächtins Trainieren nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 19.10.2011 20:00
von Timo20379 • 2 Beiträge

Hallo zusammen,

ich habe ein RIESEN Problem und brauch dringend Eure Hilfe.
Mein Dad (63Jahre) hatte vor 8 Wochen einen Schlaganfall sowohl in der linken als auch rechten Hirnhälfte.
Er hatte danach keine Lähmungserscheinungen oder starke Gedächtnisverluste. Sondern zunächst war "nur" seine Motorik und Retorik verlangsamt.
Die Ursache des Schlaganfalls lag an einem über lange Zeit gesehen zu hoher unterer Blutdruck (ca. 120-130).
Er war nach der Diagnose für eine Woche im Krankenhaus zur Überwachung, Einstellung des Blutdruckes und diverser Checks.
Anschliessend wurde er für 4 Wochen in eine Neurologische Reha stationär aufgenommen.
Nach der Reha waren wir zwecks weiterem vorgehen beim Hausarzt. Allerdings hat er außer den Medikamenten verschreiben nichts mehr verordnet.
Er hat aber immer noch einige Defizite und ist einfach nicht mehr der Alte wie früher.

Was kann ich tun um etwas sein Gedächtnis zu trainieren, denke nur Fernsehschauen ist an dieser stelle kontra produktiv oder?
Gibt es irgend wo spezielle Übungen zum downloaden oder kaufen zum trainieren?
Habe Angst dass das mit dem Gedächtnis noch schlechter wird.

Danke im voraus für Eure Hilfe
Gruß Timo

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#2

RE: Gedächtins Trainieren nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 19.10.2011 22:57
von Markus h • 2 Beiträge

Hallo Timo,
meine Freundin hatte auch einen Schlaganfall gehabt.Sie hat als Gedächtnisstraining Kreuzworträtsel und Rechenaufgaben gemacht.Was du noch machen kannst,ist in einer Apotheke nachfragen,ob Sie ein Gedächtnistrainingsheft haben,oder beim Hausarzt nachfragen.
Gruß Markus

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#3

RE: Gedächtins Trainieren nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 06.11.2011 20:16
von wbamg • 2 Beiträge

Hallo und erst einmal "Kopf hoch",
mein Schlaganfall ist jetzt 14 Jahre her und was übriggeblieben ist: Schnell müde. Du schreibst, dass noch einige Beeinträchtigungen vorhanden sind und ich schätze, dass das Gedächtnis ziemlich weit hinten steht im Ranking. Vorrangig waren es bei mir Sprache und Motorik, die trainiert werden mussten. Kannst du es etwas näher erläutern?
Gruß
Wolfgang

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#4

RE: Gedächtins Trainieren nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 07.11.2011 05:22
von Timo20379 • 2 Beiträge

Hallo Wolfgang,

danke für Deine Antwort.
Folgende Dinge merke ich zum beispiel:
Vorher sehr ausgeglichen und ruhig -> Heute sehr verschumpfen und unzufrieden
Vorher immer sehr penibel mit allem -> Heute Interessiert ihn das gar nicht mehr
Gedächtnis Übungen wie das Spiel "wer bin ich?" Wo man erraten muß wer oder was man ist fallen ihm keinerlei fragen ein außer diese die der vorherige gestellt hat. Aber nie neue.
Ich verstehe natürlich dass das Zeit braucht, aber was mich verwundert ist dass der Nachfolgearzt (nach der Reha) ihm keinerlei weitere Therapiemaßnahmen verschrieben hat.
Sollte ich hierzu noch einmal versuchen einen anderen Arzt zu kontaktieren?

GRuß Timo

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#5

RE: Gedächtins Trainieren nach Schlaganfall

in SCHLAGANFALL - Was nun? 10.11.2011 10:29
von wbamg • 2 Beiträge

Hallo Timo,
ist er denn zu irgendetwas zu motivieren? Ich selbst habe mich damals in der Reha bei den Mitpatienten schon fast lächerlich gemacht, als ich nur mit der Tastatur eines PC, einem Berg von Blättern und Bleistiften bewaffnet dran gegangen bin zu trainieren. Es muss auf jeden Fall der eigene Wille vorhanden sein, etwas zu ändern. Das es ein hervorragendes Gehirnjogging ist, etwas auf dem Kopf stehend zu lesen (ein Text, nicht ich) habe ich schon vorher gewusst und dies dann auch fleißig getan, an Spiegelschrift zu üben setzt doch ziemlich viel Aufwand voraus, besonders am Anfang. Schreiben konnte ich wegen der fehlenden Motorik auch nicht mehr, aber da half mir der Tip einer Ärztin, dass ich mit geschlossenen Augen die von mir in der Grundschule gelernte Schulschrift schreiben soll, weil die ganz tief im Langzeitgedächtnis gespeichert ist. Dies im Wechsel mit der Normschrift aus der Ausbildung haben mir wieder zu einer gut lesbaren Schrift verholfen. Was Du zur Unzufriedenheit schreibst, kann ich sehr gut nachempfinden, weil ich damals sogar psychologische Hilfe in Anspruch genommen habe, um damit klar zu kommen nur noch halb so leistungsfähig zu sein wie noch 2 Monate vorher. Dieses damit klar kommen hat fast 4 Jahre gedauert und noch heute nach 14 Jahren erwisch mich ab und zu noch ein leichtes seelisches Tief. Er kann nur in ganz kleinen Schritten mit dem für ihn neuen Leben anfangen, weil ein zuviel überfordert und damit auch ermüdet. Wenn er sich nicht selbst motivieren kann, sollten alle kleinen Fortschritte die er macht, dazu genutzt werden, ihm nächste gelungene Schritte vor Augen zu führen, die er auch schaffen wird (nicht könnte) wenn er so weitermacht. Angehörige sind genauso hilflos wie die Betroffenen, weil es ja nicht vorhersehbar und somit über alle hereingebrochen ist. Vielleicht gibt es bei euch in der Nähe eine Selbstholfegruppe von Co-betroffenen, dies kann euch helfen, selbst damit besser umgehen zu können.
Mit Folgetherapien ist es so eine Sache. Zum einen wird von den Krankenkassen heute kaum noch was bezahlt, zum anderen werden Ärzte erst aktiv, wenn ihnen dargelegt wird, welche Auswirkung des Schlaganfalls behandelt werden soll. Mein Beispiel, meine Aussprache war nicht mehr wie vorheraber weil ich mich besser kenne als mein Arzt, welcher der Meinung war, dass meine Aussprache doch mittlerweile wieder klar und deutlich ist, hat es etwas Mühe gekostet von ihm an einen Logopäden überwiesen zu werden. Da gibt es auch wieder 2 Sorten, die für Schädigungen im Mund und Rachenraum spezialisierten und die neurologisch spezialisierten. Hat bei mir auch zu lange gedauert, das herauszufinden, hat aber genutzt. Wie ich oben schon zum schreiben bemerkt habe, half auch dort das Langzeitgedächtnis. ich habe stundenlang wie in der Grundschule das Alphabet runtergesprochenn A.. B.. C.. usw aber ohne die beim sprechen an die Mitlaute gehängten Selbstlaute (F wie bei Fahrrad und nicht eF), dabei darauf achtend, dass Mund und Rachenraum kontrolliert bewegt werden. So gibt es noch viel, was gemacht werden kann, aber alles darauf aufbauend, was er von sich aus möchte oder wovon er gerade am meißten überzeugt wurde.
Lass von Dir hören.
Gruß
Wolfgang

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