#1

Schlaganfall/TIA oder vielleicht doch "nur" Migräne

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.02.2012 17:41
von nikidiki • 2 Beiträge

Hallo zusammen,
vor einer Woche bekam ich am Abend (mal wieder) eine Migräne. Läuft bei mir hauptsächlich mit Aura ab, meist danach keine weltbewegenden Kopfschmerzen. Diesmal jedoch fing es mit einem Gefühl an, dass ich gleich in Ohnmacht falle. War aber nach ein paar Sekunden wieder vorbei. Dann hing mein rechter Arm so an mir dran, als ob er nicht mehr zu mir gehören würde. Ich konnte ihn aber bewegen, allerdings musste ich mich ziemlich konzentrieren. Gleichzeitig fing meine rechte Zungenhälfte an zu kribbeln, so wie nach dem Zahnarzt, wenn die Betäubung nachlässt.
Das Ganze passierte, als ich auf der Toilette saß. Ich hatte Mühe, das Klopapier mit der rechten Hand zu greifen. Die Sensibilität war nicht weg, aber ich konnte die Finger nicht so richtig kontrollieren, bzw. den Druck ausüben.
Später am Abend hab ich dann noch ein Glas umgeschüttet, weil ich es irgendwie nicht richtig festhalten konnte. Das Zungenkribbeln hielt ca. 1,5 Stunden an, die Aura war (ganz normal) nach einer halben Stunde wieder weg.

Die Finger, speziell Mittel und Ringfinger, funktionieren wieder so halbwegs, aber z.B. jetzt beim Schreiben oder auch beim Tippen auf der Additionsmaschine vertippe ich mich häufig.

Ich bin dann am nächsten Tag ins Krankenhaus, weil der niedergelassene Neurologe keine Zeit hatte. Dort haben sie mich dann erst mal behalten, am gleichen Nachmittag noch MRT und am Abend transthorakales Echokardiogramm gemacht. Herzsono war o.B. bis auf einen leichten Rückfluss der Mitralklappe. Im MRT finden sich "mehrere bis 6 mm haltende, umschriebene .... Läsionen ohne fassbare Kontrastmittelaufnahme, in erster Linie frischen Ischämiearealen entsprechend."

So, also ein Schlaganfall! Zunächst geschockt, immerhin bin ich erst 47! Zum Glück durfte ich einen Tag später schon heimgehen. Am Montag dann zu meinem Kardiologen, der mich auch ganz ungläubig ansah. Machte auch nochmals Herz und Gefäßsono, alles okay. Dann Langzeit-EKG und -Blutdruck, ebenfalls alles bestens.

Jetzt meine Fragen an die Allgemeinheit:

man will mich noch einer TEE, einer transösophagealen Echokardiographie, also einem Ultraschall durch die Speiseröhre vom Herzen unterziehen. Wer hat das schon mal mitgemacht und muss das eigentlich unbedingt sein, wenn sonst beim Herz alles gut ist?

Muss man ASS oder Antikoagulatien lebenslang nehmen?? Was passiert, wenn man das nicht will??

Könnte es nicht auch eine starke Migräneattacke gewesen sein??


Für Antworten wäre ich echt dankbar.
LG aus Austria
Ute

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#2

RE: Schlaganfall/TIA oder vielleicht doch "nur" Migräne

in SCHLAGANFALL - Was nun? 10.02.2012 07:29
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Ute,

ich meine Dein Alter sollte nicht der Grund für das ungläubige Ansehen Deines Kardiologen sein, denn ein Schlaganfall in diesem Alter ist nichts außergewöhnliches ( hatte ihn mit 48).

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens durch die Speiseröhre muss m.E. sein, denn nur damit kann man feststellen ob ein offenes Foramen ovale (PFO) vorhanden ist. Ca. jeder 10 Schlaganfallbetroffene hat dies. Die Untersuchung habe ich bereits 6 mal machen lassen und ich finde sie ist nicht schlimm, selbst wenn ich auf eine Spritze zur Betäubung verzichte. Hat den Vorteil dass ich mir die Untersuchungsergebnisse auf dem Monitor mit ansehen kann. Was die Medikation angeht so können nur die behandelnden Ärzte sich dazu äußern. Die Einnahme von ASS dürfte nach erfolgten SA angesagt sein. Sollten weitere TIA´s oder gar SA auftreten so muss man sich Gedanken machen ob eine Antikoagulation sinnvoll ist.

Deine Frage was passiert wenn Du keines von beiden nimmst ist relativ einfach zu beantworten: "Du gehst ein größeres Risiko einen weiteren (der wird in der Regel mit stärkeren Einschränkungen verbunden sein) Schlaganfall zu erleiden.

Beste Grüße
Willi Daniels


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#3

RE: Schlaganfall/TIA oder vielleicht doch "nur" Migräne

in SCHLAGANFALL - Was nun? 15.02.2012 14:51
von nikidiki • 2 Beiträge

Hallo Willi,
vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich hatte schon auf deiner HP gelesen, dass es dich mit 48 erwischt hatte.
Hinsichtlich des persistierenden Foramen ovale noch eine Frage: wurde das bei dir gefunden? Und warum musstest du dich bereits 6mal der TEE unterziehen?

Der behandelnde Neurologe teilte mir übrigens am Montag mit, dass eine transösophageale Echokardiographie nun doch nicht notwendig sei, da ich mit Thrombo-ASS gut versorgt sei. Auch mein Kardiologe findet die Untersuchung nicht nötig. Also werde ich mich nicht aufdrängen....

Wie geht es dir jetzt so? Hattest du jemals nochmal ein ähnliches Erlebnis?
Danke für deine Antwort.

LG aus Austria
Ute

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#4

RE: Schlaganfall/TIA oder vielleicht doch "nur" Migräne

in SCHLAGANFALL - Was nun? 16.02.2012 11:20
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Ute,

nach meinem Schlaganfall wurde eine transösophageale Echokardiographie durchgeführt und man fand zusätzlich zum PFO ein Aneurysma. Die Ärzte halten es für notwendig dass mittels der vorgenannten Untersuchung eine Kontrolle über die Größe durchgeführt wird.

Mir geht es gut, auch wenn es trotz Einnahme von Marcumar immer wieder mal zu TIA´s kam. Das hält mich aber nicht ab mich weiterhin u.a. im Schlaganfallbereich zu engagieren.

Beste Grüße
Willi


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zuletzt bearbeitet 16.02.2012 11:20 | nach oben springen

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