#1

Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 28.09.2012 09:02
von goldinchen • 17 Beiträge

Hallo,

mein Mann hatte vor 7 Monaten einen Schlaganfall nach Dissektion mit 39 Jahren. Er stand mitten im Leben, war beruflich leidenschaftlich angagiert und immer für alle und jeden da! Nichtraucher und nie krank!!

Er hat sich die letzten 7 Monate zurück ins Leben gekämpft und kann wieder gehen, sprechen und zum Glück ist nichts gelähmt!! Alles geht nur sehr langsam und ich denke damit kommt er nicht klar auch wenn er sich selten beklagt!

Ich habe alles mit ihm durchgestanden, war immer an seiner Seite!!

Leider lässt er es eigentlich nie zu das ich ihm in irgendeiner Form helfe, dazu kommt das er kaum spricht und immer
abwesend wirkt. Ich habe immer das Gefühl ein Geist schleicht durchs Haus und ich und die Kinder (10 Und 16 Jahre alt)
werden von ihm nicht wahrgenommen!!
Er war früher ein Kuschelbär und hat viele Zärtlichkeiten und Aufmerksamkeiten verteilt, war sehr großzügig auch in allen anderen Situationen!!
Jetzt ist er plötzlich sehr geizig, versteckt Dinge, damit wir davon nichts abbekommen, nimmt mich fast überhaupt nicht mehr in den Arm und spricht halt kaum noch!! Dazu kommt das ihn Dinge aufregen, die völlig unbedeutend sind (ob der Hocker nun gerade oder schräg vorm Tisch steht)!
Er sagt das er mich sehr liebt es aber nicht mehr zeigen kann!! Das macht mich sehr traurig, weil ich doch meinen Mann seit 20 Jahren kenne und nun ist er plötzlich anders und ich habe Angst das ich mit dieser Situation, wenn sie sich nicht noch ändert nicht auf Dauer klar komme!! Ich weine sehr viel und die Kinder leider auch sehr unter der Situation!!

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir hier einige ihre Erfahrungen dazu schreiben könnten, vielleicht bin ich ja nicht alleine mit dieser Situation. Hätte auch sehr gerne Kontakt mit anderen Frauen in ca. meinem Alter (42 Jahre), die auch betroffen sind!!

Vielen lieben Dank fürs "Zuhören"

Conny

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#2

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 11.10.2012 12:31
von schlanf • 19 Beiträge

Moin,Moin,

Obwohl ich mir vorgenommen habe hier nicht mehr soviel zu lesen/schreiben (diese Schicksale ziehen mich ziemlich runter, weil sie an das eigene erinnern)...

ich mache es mal ganz kurz. Deinen Schilderungen nach, würde ich nicht von einer "starken Wesentsveränderung" sprechen. Ich würde eher davon ausgehen, dass seine Psyche Probleme macht. Das ist nach so einem Ereignis aus meiner Sicht auch völlig normal, und zeitlich würde es auch passen. Meine drei Backpfeiffen nach Dissektion sind jetzt 15 Monate her, und ich habe immer noch damit zu kämpfen obwohl man nichts sieht und meine Einschränkungen minimal bis nicht vorhanden sind. Auch ich war nie krank, war sportlich, normal gewichtig, stand mitten im Leben, und mein einziges Laster war und ist das Rauchen. Jemand, der nicht selbst betroffen ist, kann sich nicht oder nur sehr schwer vorstellen unter welchem Druck man Tag für Tag steht. Da ist vor Allem die Angst einer Widerholung. Ich würde vorschlagen, sich mit Ihm möglichst schnell über eine entspr. Therapie zu unterhalten, damit das Loch nicht noch tiefer wird und er auch wieder raus kommt. Falls noch Fragen sind...

Matthias

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#3

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 11.10.2012 17:57
von goldinchen • 17 Beiträge

Hallo Matthias...

Echt lieb von dir das du mir geschrieben hast, obwohl du es nicht umbedingt wieder tun wolltest.
Mich baut alles auf was mir jemand aus eigener Erfahrung oder als Angehöriger berichtet!!
Dank dir dafür!!

Mein Mann möchte nicht zu einer Therapie, weil wie er selbst sagt in ca. 3 Monaten er wieder anders...der Alte wäre....,
das glaube ich allerdings nicht und erwarte ich auch nicht!! Ich weiß wie schwer es ür ihn sein muss und wie sehr er im Inneren
einen Kampf austrägt, ich verlange auch nicht viel, aber ein bisschen Respekt auch vor mir, denn schließlich kämpfe ich
seit 7 Monaten immer an seiner Seite und er behandelt mich nicht gut!! Mir geht es damit auch schlecht, aber er ist immer der arme Kranke ( für die anderen), er selbst hat noch nie ein trauriges Wort über seine Krankheit verloren, geht damit eigentlich sehr gut um.
Wie erging es denn deiner Frau/Familie und wenn ich fragen darf wie alt bist du??

LG Conny aus Hannover

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#4

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 12.10.2012 11:39
von schlanf • 19 Beiträge

Hallo Conny,
man befindet sich da irgendwie zwischen den Stühlen, zwischen eigener, aufwühlender Geschichte und dem Willen zu helfen.
Aber egal, wer A sagt...

Ich war 44. Unverheiratet, keine Kinder. Ich musste und muss also damit alleine klar kommen. Ich habe nat. Angehörige die mich unterstützen wo es geht, doch letztendlich steht man m.M. allein davor. Für mich war und ist es eher eine Art von Belastung meine Familie mit meinen Problemen zu nerven. Auch aus diesem Grund würde ich eine Therapie empfehlen.

Ich hatte die ersten Monate nach Krankenhaus und Reha keine Probleme, außer mal ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl in der betroffenen Seite. Viel nachgedacht über das Geschehene habe ich auch nicht. Man ist während der Reha oder im Krankenhaus sowieso dermaßen unter Druck/Stress das man dazu gar keine Zeit hat. Ich konnte jedenfalls gut schlafen, bin dann auch recht schnell wieder arbeiten gegangen usw. Irgendwann ging es dann aber los mit Schlafstörungen, Angst und Panikattacken, Stimmungschwankungen, Teilnahmslosigkeit usw. Ich hätte auch nicht im Traum daran gedacht, dass ich mal solche Probleme kriegen könnte. Ich habe dann, meine ich, recht schnell realisiert das es ohne Hilfe nicht geht. Das wichtigste ist, Geduld zu haben.

Ich würde das Thema Therapie auf jeden Fall erneut aufgreifen, wenn keine Besserung eintritt. Man könnte ja bspw. mal ein Vorgespräch machen um zu sehen ob es was bringen könnte. Man könnte auch mal mit einem Neurologen (dem behandelnden) über diese Probleme sprechen usw. es gibt da heute viele Möglichkeiten...

Matthias


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 11:46 | nach oben springen

#5

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 12.10.2012 18:13
von goldinchen • 17 Beiträge

Huhu...

Ehrlich gesagt hätte ich damals nicht gedacht was für Probleme da auf uns noch ausserhalb der Krankheit auf uns zukommen, ich hatte eher erwartet das uns das noch mehr zusammenbringt und die Liebe noch stärker macht! Tja, erstes kommt es anders....!! Ja Geduld ist sicher wichtig, aber ich merke wie schwer mir diese Geduld fällt, da ich nicht glaube das er wieder der Alte wird!! Mir fehlt so sehr der alte Mann. Das schlimme ist, wenn ichihn drauf anspreche sagt er immer, wir könnten uns doch auch verändern, aber ich bin nun mal ein fröhlicher, glückicher Mensch und wqill jetzt nicht ihm zuliebe verbittert und unglücklich werden, verstehst du das??
Eine Therapie lehnt er ab, weil er meint, es wird von selber wieder alles gut...?!

Oh je du warst ganz alleine? Das stelle ich mir die Hölle vor!!! Wie geht es dir denn jetzt?

Ich danke dir für deine Offenheit..

Nettes Wochenende

Conny

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#6

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 15.10.2012 15:08
von schlanf • 19 Beiträge

Hai,
..was erwartest Du denn genau ? Dein Mann hat Erfahrung mit der eigenen Endlichkeit gemacht. Das muss man erstmal verkraften. Das man da erstmal nicht fröhlich und lebenslustig ist, halte ich für völlig normal. Das er soweit erstmal wieder hergestellt ist, sollte aber doch Anlass zu der Hoffnung geben, dass er auch menthal irgendwann den Punkt zu fassen hat, wo es auch hier wieder bergauf geht. Zumal das ja auch jeder anders verarbeitet. Ich denke aber 7 Monate sind wesentlich zu kurz dafür. Also, ich denke Du solltest weiterhin Geduld haben, und nicht auch noch Druck aufbauen, den hat er so schon genug.

Bei mir ging es erstmal ein paar Monate bergab, bis ich gemerkt habe, ich muss was tun. Was anfangs nur Minuten dauerte hat irgendwann 24 Stunden angehalten (Angstzustände/Panikatacken). Habe dann eine Therapie angefangen. Ich versuche langsam wieder zurück zu kommen. Es dauert aber alles seine Zeit., und man muss sich nichts vor machen. Es wird sicher nicht mehr so sein wie vorher, anders eben (aber das muss ja nicht negativ sein).

Gruß
Matthias

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#7

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 16.10.2012 08:50
von goldinchen • 17 Beiträge

Hi,

Du machs mir ein richtig schlechtes Gewissen, vielleicht sollte ich meine Bedürfnisse echt zurückschrauben und ihm noch Zeit lassen, ich habe halt nur meine Ängste wie lange und ob überhaupt er wieder der "alte" wird, denn auf Dauer können es die Kids und ich mit ihm und seinen wirklich schlimmen Launen hier nicht aushalten!!!
Es ist soooo schwer, aber ich werden nun noch abwarten und ihn komplett in Ruhe lassen, sein Ding machen lassen und jedem Streitpotential so gut wie möglich aus dem Wege gehen....

Ich dake dir für die offenen Worte und hoffe das du auch bald aus deinen schlimmen Phasen ganz rauskommst!!

Liebe Grüße Conny

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#8

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 16.10.2012 12:20
von mausi • 9 Beiträge

hallo ich heise ute und bin 50 jahre alt ich hatte im april einen schlaganfall und wahr linksseitig gelämt und konnte nicht sprechen und schreibe und lesen mit dem schreiben habe ich noch schwierigkeiten.

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#9

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 17.10.2012 12:28
von mausi • 9 Beiträge

hallo du mit den mann der vor 7 monaten einen schlaganfall du must gedult haben ich weis wie das ist die verwanten leiden noch mehr ich kenne das von mein mann der hat so gelieten und muste so stark für unsere kinder sein.

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#10

RE: Brauche Hilfe! Starke Wesensveränderung nach Schlaganfall mit 39 Jahren

in SCHLAGANFALL - Was nun? 17.10.2012 15:41
von goldinchen • 17 Beiträge

Hi, danke für deine Antwort.... es ist echt so schwer zu ertragen, jeden Tag könnte ich heule. Ich hoffe ich schaffe es auszuhalten....

LG Conny

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