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Neue Erkenntnisse aus der vernetzten Forschung – aktuelle Ergebnisse aus der internationalen Schlaganfallforschung

in Neues aus der Forschung 07.03.2008 07:41
von INSULTHILFE E.V. • 191 Beiträge

2. Internationales Symposium des Kompetenznetzes Schlaganfall

Das Kompetenznetz Schlaganfall (KNS) ludt am 29. Februar und 1. März 2008 zum 2. Internationalen Symposium mit Fortbildungsakademie in Berlin ein. Die Veranstaltung fand unter Leitung von Professor Dr. Arno Villringer (Koordinator des KNS) und Professor Dr. Karl M. Einhäupl (Sprecher des KNS) von der Charité – Universitätsmedizin Berlin statt. Auf dem Symposium präsentierten KNS-Mitglieder die wichtigsten Forschungsergebnisse aus dem Verbund. Zudem beleuchteten namhafte internationale Referentinnen und Referenten das Thema Schlaganfall aus unterschiedlichsten Perspektiven. Dabei ging es unter anderem um Themen zur Schlaganfallprophylaxe sowie zur Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen. Des Weiteren wurde über die Plastizität des Gehirns und über neue Erkenntnisse in der Rehabilitationsforschung berichtet.

Rund 200 000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall. Davon verstirbt jeder Dritte binnen eines Jahres. Das Schlaganfall-Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Trotzdem ist jeder zweite Schlaganfallpatient noch im erwerbsfähigen Alter. Aber auch noch jüngere Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Man schätzt, dass etwa fünf Prozent aller Schlaganfallpatienten jünger als 40 Jahre sind. Schlaganfälle sind die häufigste Ursache von dauerhafter Behinderung in den Industrienationen und gelten damit als volkswirtschaftlich teuerste Erkrankung.

Durch die Gründung des KNS 1999 sind bundesweit Ärzte, klinische Wissenschaftler, Grundlagenforscher sowie Selbsthilfeverbände und andere Organisationen zum Thema Schlaganfall näher zusammengerückt, um Defizite in der Forschung und Versorgung zu beheben. Erst die Vernetzung und Kooperation der einzelnen Forschungseinrichtungen und Kliniken ermöglicht eine erfolgreiche Schlaganfallforschung.

Klinische Schlaganfallstudien
Im Bereich der klinischen Forschung wurden in Deutschland in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und einige international führende Wissenschaftler auf diesem Gebiet sind im Kompetenznetz Schlaganfall vertreten. Auf dem Symposium werden Forscher des KNS und ihre Kooperationspartner aktuelle Ergebnisse klinischer Schlaganfallstudien präsentieren. Beispielsweise wurde im Rahmen der COSBID-Studie (Cooperative Study on Brain Injury Depolarisations) herausgefunden, dass bei einer Zweitverschlechterung nach einem Schlaganfall Erregungswellen (so genannte Cortical Spreading Depolarisations/CSD) der Hirnrinde eine große Rolle spielen. Diese Erregungswellen können sich im Gehirn ausbreiten – sie sind der größte „Netzwerkunfall“ des Hirns. Das Phänomen der CSD wurde zum ersten Mal 1998 vom Team um Jens Dreier von der Neurologischen Klinik der Charité und Mitglied im KNS an Ratten beschrieben.

Im Rahmen der COSBID-Studie wird nun an Patienten mit Hirnverletzungen untersucht, welche Rolle die Erregungswellen bei einer Sekundärschädigung spielen.

Quelle: Kompetenznetz Schlaganfall

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