#1

Besuchsverbot

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 20.03.2008 16:47
von Sonne1970

Hallo Sabine,

Marion ist zur Zeit sehr erschöpft und müde. Sie hat darum gebeten, daß sie keinen Besuch vor und über die Ostertage haben möchte.
Danke für Dein Verständnis..........



diese Zeilen habe ich heute von dem Lebensgefährten meiner Schwester erhalten. Was soll ich sagen, ich war entsetzt.
Einige hier kennen die Vorgeschichte. Meine Schwester (49) hatte einen schlimmen Reitunfall Juli 07, seit dieser Zeit, ist sie in verschiedenen Rehas. Meine Schwester hatte schlimme Hirnverletzungen, Entdeckelung und nach der Op einen Schlaganfall. Folge: Aphasie,Neglect, totaler Sprachverlust(was sich nun gebessert hat), Lähmung usw.

In dieser Zeit, haben sich wirklich Abgründe aufgetan. Der Lebensgefährte meiner Schwester hat sich von einer Seite gezeigt, die wir so noch nicht kannten. Anfangs hatte ich es entschuldigt, dass er überfordert sei. Mittlerweile weiss ich, dass er so einen Hass auf unsere Familie hat, dass es schon beängstigend ist. Ich habe das Gefühl, dass er meine Schwester total manipuliert und beeinflusst. Meine Schwester hat meine Mutter aus dem zimmer geschmissen und gesagt sie solle nie wieder kommen. Zuvor als meine Schwester mit meiner Mutter alleine war, haben sie geschmust, gekichert und alles war in Ordnung. Als dann der Partner meiner Schwester dazu kam, war das Chaos perfekt!Sie schrie und rastete total aus.Meine Mutter musste sofort das Zimmer verlassen.
Ich habe das Gefühl, dass meine Schwester ihrem Lebensgefährten einen Gefallen tun möchte. Der Lebensgefährte war immer total angenervt von unserer Mutter.
Nun ja, dies ist nur ein schwarzer kleiner Punkt aus der schlimmen Zeit.
Diese ständigen Vorwürfe, wir würden uns für meine Schwester nicht interessieren usw. das kann ich ja alles noch verkraften.......Mittlerweile
aber das ich nun nicht zu Besuch kommen darf, das passt überhaupt nicht zu meiner Schwester. Sie hat sich immer so gefreut wenn wir da sind. Sie ist auch ganz anders, wenn wir mit ihr alleine sind. Sobald ihr Lebensgefährte erscheint, verabschiedet Sie uns nach Hause. Ich denke, sie merkt ganz genau was los ist obwohl wir ja so tun als sei alles in Ordnung. Ich gehe davon aus, dass er alles erzählt, da er ja seit Juli täglich bei ihr ist. Das ist wirklich eine Leistung und ich habe auch einen riesen Respekt aber es rechtfertigt doch nicht, dass man seinen ganzen Frust an der Familie auslässt.

Die neue Reha ist knapp 120 km von uns entfernt. Ich fahre ein bis zweimal die Woche dort hin, leider schaffe ich das nicht öfter, da ich selbst berufstätig bin, zwei Hunde, zwei Kinder und ein Haus zu versorgen habe.

Ich habe überhaupt keine Ahnung wie ich mich nun weiter verhalten soll. Ich bin total verunsichert, wenn ich meine Schwester besuchen fahre.

Sorry, aber ich musste nun endlich mal die Kummerecke nutzen.

Liebe Grüße

Sabine

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#2

RE: Besuchsverbot

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 21.03.2008 18:51
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Sabine,

ich würde mich einmal daran halten und nach Ostern zu deiner Schwester fahren. Vielleicht bist du da einmal mit ihr alleine und du kannst sie fragen, ob das wirklich von ihr ernst gemeint ist.

Wenn ja, bleibt dir wohl nichts anderes über, als dich zurück zu ziehen.
Ist es das Werk des LG deiner Schwester, müsst ihr Termine ausmachen, wo er nicht da ist.

Es ist eine traurige Sache, weil deine Schwester zur Zeit sehr schwach ist.
Allerdings wird sie wieder gesund und kann dann selbstständige Entscheidungen treffen. Leider hat der LG die besseren Karten.

Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#3

RE: Besuchsverbot

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 21.03.2008 20:36
von Elke_Hillbrand

Hallo Sabine,
eure Situation ist wirklich sehr belastend. Du hast ja schon öfter von den Problemen berichtet, und es klingt schon sehr nach Manipulation. Vielleicht wird der LG deiner Schwester im Grunde selbst nicht mit der Situation fertig, und sucht "Schuldige" an denen er seinen Frust ablassen kann! Bei manchen Menschen ist das in der Verzweiflung leider so! Ich habe das selbst auch ähnlich erlebt!

Trotzdem sollte man das Augenmerk auf deine Schwester richten, und ich denke sie leidet sicher unter den Spannungen wenn ihr anderen und der LG aufeinandertrefft. Das ist für sie dann sicher sehr belastend!

Wenn möglich, solltet ihr besser zunächst sehen, dass ihr die Besuche zu Zeiten macht, in denen er nicht da ist! ... Denn das wichtigste ist ja die Genesung deiner Schwester, und mit der Zeit kann man mit ihr sicher auch besser über die Probleme reden!

Ich wünsche euch weiterhin gute Fortschritte für sie, viel Kraft und Gelassenheit und natürlich trotz allem ein paar entspannte Feiertage!

Liebe Grüße

Elke


"Möge Gott mir die Gelassenheit geben,
die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!"
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#4

RE: Besuchsverbot

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 12.04.2008 14:56
von Susasami • 8 Beiträge
HI

Du bist eine Angehörige und darfst selbstverständlich deine Schwester besuchen! Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.:)

Allerdings würde ich die Wünsche Deiner Schwester respektieren und auch wenn weh tut, sie erst einmal ein bisschen in Ruhe lassen bzw. mit deiner Schwester Termine abmachen, wenn der Lebensgefährte nicht da ist. Und wenn er in den Raum komm, dann verabschiede dich höflich und herzlich von deiner Schwester und geh dann.

Weil den Stress mit dem Kerl, brauchst du dir nicht anzutun und sollten Vorwürfe kommen, das ihr euch nicht genug um sie kümmert...

Verbetet euch das ganz klar und rigoros. Vielleicht auch mit dem Hinweis, das ihr gerne mehr tun würdet, aber das man ja leider etwas von dem Lebensgefährten ausgeschlossen wird und das man sich gerne mit ihm zusammen setzen würde. Sagt das aber nicht im Beisein deiner Schwester, sondern redet mit dem Mann und erklärt ihm das. Bietet ihm immer wieder eure Hilfe an.

Denn ich gebe zu Bedenken, der Mann steht unter Druck. Krankenkassen und Ärzte ( aber die weniger) ziehen leider nicht immer mit und man muss wirklich um jedes bisschen kämpfen, was man für seine Angehörigen haben möchte. Ich vermute stark, das der ganze Ärger auch damit zusammen hängt.
zuletzt bearbeitet 12.04.2008 14:59 | nach oben springen

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