#1

Schwerer Schlaganfall: Lähmung und Aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 26.03.2008 12:12
von petra zi-sch • 1 Beitrag

Hallo, mein Mann Joachim, 49 Jahre, Berufschullehrer, hatte am 16.2. im Krankenhaus Ebersberg, wo er zur Behandlung einer Lungenembolie lag, einen schweren Schlaganfall. Er bekam eine Lyse, die allerdings das Gerinsel nicht aufgelöst hat. Seitdem ist er auf der rechten Seite völlig gelähmt und konnte nicht, (inzwischen einzelne Wörter) sprechen. Er hatte auch eine Schluckstörung und wurde 4 Wochen lang über Infusion bzw Pek ernährt, inzwischen kann er Brei (selbst mit der linken Hand) essen, aber noch nichts trinken. Seit 25.2. ist er nun auf Reha in Bad Griesbach, unterbrochen von einer Woche Intensivstation Rottalmünster wegen einer Lungeninfektion (er wurde künstlich beatmet).
Ich fahre 3 mal die Woche zur Reha (120 km einfach..) und war über Ostern 4 schöne Tage dort. In der Zeit machte er meiner Meinung nach deutliche Fortschritte beim Sprechen (mehr Wörter, die er spontan sagte, Namen von Personen auf Fotos, "18" beim Skatspielen...) Er kann aber eher nur reagieren, wenn er von sich aus etwas sagen will, ist das unverständlich.
Nun meine Frage: hatte jemand ähnliche Erfahrungen? Wird die Sprache wieder besser und wie lange dauert das so?
Mein Mann ist sehr schwer und hatte vorher schon Arthrose im Knie. Nun scheint er da große Schmerzen zu haben. Außerdem hat er wohl auch Angst: jedenfalls sperrt er sich so sehr, wenn die Krankengymnasten versuchen, ihn hinzustellen, dass sie es bis jetzt noch nicht geschafft haben. Nur mit dem Lifter kann man ihn vom Bett in den Rollstuhl transportieren und umgekehrt. Das macht es natürlich sehr schwer, wenn er dann nach Hause kommt! Er ist motiviert, wenn es ums Üben seiner Sprache geht, aber bei der Beweglichkeit gibt er sich meiner Meinung nach nur wenig Mühe - aus Schmerzen oder aus Angst? Am liebsten liegt er im Bett und sieht fern...
Ich kann das nicht so ganz verstehen und mich schlecht in ihn hineinversetzen - ich war schon immer die Kämpferin und er nimmt vieles hin.
Kann mir ein Betroffener vielleicht schildern, was so in seinem Kopf vorgehen könnte?
Danke! Petra

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#2

RE: Schwerer Schlaganfall: Lähmung und Aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 26.03.2008 12:54
von kichererbse • 14 Beiträge

liebe petra... ich kann mir gut vorstellen wie es dir geht ! ich selbst hatte ende august07, 13 tage nach einer grossen knie op 2 SAs. auch ich bekam die lyse die gott sei dank half. unter anderem (gesichtsfeldausfall links) war/ist meine ganze li seite betroffen. sie ist nicht gelämt aber immer noch eingeschlafen. meine familie hat ständig mit einem rauhen handschuh oder noppenball meine linke körperhälfte stimuliert. ich selber habe oft einen weichen knetball in der li. hand gehabt. ich denke dein mann hat angst und ist sehr unsicher. in der reha habe ich einige miterlebt die es ähnlich getroffen hat wie dein mann. man konnte teilweise zusehen wie anfingen wieder zu sprechen und auch die betroffene seite zu bewegten. es wahr unglaublich !!! natürlich muss deinem mann klar werden das er mitarbeiten /kämpfen muss !!! ihr /du müsst geduld ohne ende haben ! aber die fortschritte seien sie noch so klein sind immer wieder kleine glücksmomente !!!
ich wünsche dir und deinem mann viel kraft, mut und geduld
lieben gruss
petra


liebe mädchen kommen in den himmel...
ich komme überall hin... ;-)))
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#3

RE: Schwerer Schlaganfall: Lähmung und Aphasie

in SCHLAGANFALL - Was nun? 26.03.2008 15:59
von Manfred- Mader • 337 Beiträge
Hallo Petra Zisch,

dein Mann hat Schmerzen und die müsst ihr bekämpfen, sonst wird er die nie los!!!

Wir haben Millionen grauer Hirnzellen, die die abgestorbenen Zellen übernehmen können. Dazu muss man üben, üben und noch mals üben!!!

Jetzt lernen diese Zellen, der Schmerz muss sein und speichern das. Jedes Mal, wenn dein Mann steht wird er schmerzen haben und wenn ein Therapeut in den Schmerz hinein arbeitet, ist er ein schlechter Therapeut und hat keine Ahnung von neurologischer Therapie.

Das wird bei deinem Mann nur mit Schmerzmitteln gehen!!!

Es gibt eine Schmerzambulanz, die bekommen die Schmerzen weg, lass da keinen anderen Arzt ran, es muss jemand von der Schmerzambulanz sein, da wird dein Mann ausgetestet und genau das passende Mittel gefunden.

Kriegt er von seinem Arzt nur Novalgin, ist das zum Scheitern verurteilt!!!

Wenn er schmerzfrei ist, dann kann mit der Therapie begonnen werden.

Das Stehbrett halte ich für einen Aphasiker ohnehin nachlässig, er kann ja nicht sagen, bindet mich los, ich habe Schmerzen.

Am Besten du bist da immer dabei.

Stell dir vor, dir bohrt der Zahnarzt stundenlang am Nerv herum, du würdest ihn verklagen!!!

Und dein Mann soll das aushalten?

Pass bitte auf deinen Mann auf, mit Schmerzen geht gar nichts.

Liebe Grüße Manfred

Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
zuletzt bearbeitet 26.03.2008 16:01 | nach oben springen

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