#1

Folgekrankheit

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.04.2008 17:01
von Friedrich • 40 Beiträge

Hallo,
habe nach meinen Hirninfakt wieder laufen gelernt. Es sind jetzt 9,5 Jahre her. Ich bin gut zu recht gekommen. Doch seit Februar 08 habe ich im Kniegelenk des gelähmten Bein heftige Schmerzen. Heute nun endlich hatte ich einen Termin beim Orthopäden. Sie stellt fest, das ich im Knie eine Arthrose links innen habe. Abhilfe würde nur ein neues Kniegelenk bringen. Der Verlauf der Arthrose hat das einseitige Gehen durch den Hirninfakt mit begünstigt.
Jedoch ist der Eingriff bei Schlaganfallpatienten riskant, da es während der OP wieder zu ein SA kommen kann. Das hat mir der Orthopäde erklärt. Weitere Ätzte müssen die OP mit entscheiden. Sie hat mir Wärmebehandlung und ein Stützgummistrumpf verordnet.
Da mein HA mir schon Ultraschall auf das Knie verordnete und es nicht viel geholfen hat, werde ich wohl mit den Schmerzen (meistens nachts) leben müssen.
Hat einer von euch solch Problem und was hat er gegen die Schmerzen gemacht.
Gruß Friedrich

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#2

RE: Folgekrankheit

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.04.2008 19:21
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Friedrich,

mir wurde (vor meinen Schlaganfällen) angeraten, beide Knie einer OP zu unterziehen. Das war 1994. Wegen gesundheitlicher Probleme habe ich damals den OP-Termin abgesagt. Nun sind ein Jahrzehnt vergangen, und ich ließ die OP immer noch nicht vornehmen. Ok, Probleme und Schmerzen sind immer wieder vorhanden, doch wer sagt mir, wie es nach einer OP wäre?

Ich habe wegen einer Wirbelsäulen-OP 1990 erhebliche Probleme und Schmerzen. Ich sage oft gerne, ich bin froh dass ich Schmerzen verspüre, denn wenn ich diese nicht mehr spüren würde, wäre ich wohl nicht mehr am Leben.

Möchte nun dein Problem nicht ins Lächerliche ziehen, doch bin ich der festen Überzeugung, dass man sich an Schmerzen gewöhnen kann und vielleicht auch mit denen besser leben kann als mit den Folgen einer OP.

Beste Grüße
Willi Daniels

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#3

RE: Folgekrankheit

in SCHLAGANFALL - Was nun? 14.04.2008 19:53
von Manfred- Mader • 337 Beiträge
Zu den Schmerzen im Allgemeinen:

Der Schmerz ist ein Warnsignal in unserem Körper, der vom Thalamus zwischen den beiden Großhirnhälften, über dem Stammhirn, ausgeht. Der Thalamus ist unser Schmerzzentrum.

Wir haben Millionen grauer Hirnzellen die dazu lernen und so auch bei einem Schlaganfall abgestorbene Zellen ersetzen können.

Das ist soweit gut, weil wir wieder gehen lernen und ein selbstständiges Leben erreichen können.

Nur lernen unsere grauen Hirnzellen auch die negativen Seiten, wie Schmerz muss sein!!!

Gerade bei Schlaganfall- Patienten, gibt es eine Menge Schmerzen.

Der Schulter- Schmerz:

Die Schulter ist eigentlich kein richtiges Gelenk, sie besteht aus einer Gelenkspfanne und der Gelenkskugel. Der gelähmte Arm hängt also mit ungefähr 10-15 Kg an Muskeln und Sehnen und müsste ständig abgestützt werden!!!

Man kann sich vorstellen, wenn man ständig ein Gewicht von ca. 10 Kg rumschleppt, dass es zu Haltungsschäden und Überdehnung der Muskeln und Sehnen kommt.
Die Gelenkskugel tritt aus der Pfanne und es kann zur Luxation(Auskugeln) kommen,- also neuerlich Schmerzen!!!

Unsere grauen Hirnzellen lernen, der Schmerz muss sein!!! Und wir werden diese Schmerzen nie mehr los.



Ein Physiotherapeut, bringt mit Bewegung die Ursache für den Schmerz weg, aber nicht, wenn man bei jeder Bewegung Schmerzen hat, denn da verinnerlicht sich der Schmerz, weil unsere grauen Hinzellen lernen!!!

Ein Physiotherapeut wird den Patient wahrscheinlich vorher zur Schmerzambulanz schicken, damit er mit dem Patient ohne Schmerz arbeiten kann. Wenn ein Therapeut in den Schmerz hinein arbeitet, dann ist der Therapeut nicht neurologisch geschult und gehört überdacht! Jedoch gibt es Dehnungsschmerzen, die sein dürfen!!!

Man sieht, Schmerz ist nicht gleich Schmerz und das findet die Schmerzambulanz mit Tests heraus und bekämpft mit Medikamente, die Schmerzen, die nicht sein dürfen!!!

Man unterscheidet zwischen brennendem, stechenden, ziehenden Schmerz auf einer Skala von 1- 10

Also Schmerz- Ambulanz und neurologisch geschulter Therapeut sind wichtig und die werden einige Zeit zu tun haben, bis der Patient wieder Schmerzfrei ist. Nur das ist der Weg zum Erfolg!!!
Bei mir dauerte das 2- 3 Jahre, mit sehr einfühlsamen Therapeutinnen und eben Schmerzmitteln!!!

Es darf niemand glauben, der Haus-, oder Spitalsarzt kann das auch mit den Schmerzmitteln, das können nur die Spezialisten in der Schmerzambulanz!!!
Und nur die sind kompetente Ansprechpartner.

Bei Hüft und Knie- Schmerzen ist das genau so.

Spastischer- Schmerz:

Beim spastischen Schmerz verkrampft sich die gelähmte Seite und das geht nur mit lockern der Muskulatur und natürlich Schmerzmittel. Hier machen Krämpfe die Schmerzen

Kurzfristig kann man mit Botox Spritzen Linderung erfahren, das muss aber auch von einem Experten gemacht werden. Wenn das ordentlich gemacht wird, braucht der Arzt einen Computer dazu. Diejenigen, die irgendwo in den Muskel spritzen, haben wenig, bis gar keinen Erfolg.
Das hält von 3 Wochen, bis 2 Monate an, dann verliert sich die Wirkung!!!

Liebe Grüße Manfred

Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
zuletzt bearbeitet 14.04.2008 19:57 | nach oben springen

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