Verbesserte Alltagsmobilität nach zwölfwöchiger Therapie mit Tolperison / Studie mit 120 Schlaganfall-Patienten
WIESBADEN (sh). Spastische Lähmungen nach einem Schlaganfall lassen sich mit dem Muskelrelaxans Tolperison deutlich lindern. Das hat eine Studie bei 120 Patienten ergeben, die nach einem Schlaganfall eine Extremitäten-Spastik hatten.
Die Teilnehmer der Studie hatten im Mittel seit 3,3 Jahren eine Spastik. Das hat Professor Michael Schwarz aus Dortmund beim Internisten-Kongress berichtet. Die Patienten hatten in einer betroffenen Gelenkregion Symptome von mindestens zwei Punkten (mäßige Tonuserhöhung) auf der Vier-Punkte-Ashworth-Skala. Sie erhielten zwölf Wochen lang täglich 300 bis 900 mg Tolperison (Viveo®) oder Placebo, so Schwarz auf einer Veranstaltung des Unternehmens Orion Pharma in Wiesbaden.
Untersucht wurde der Grad der Spastik in der am schwersten betroffenen Gelenkregion nach Behandlung mit der individuellen Optimaldosis. Bereits nach einer vierwöchigen Tolperison-Therapie sank der Muskeltonus signifikant. Bei einem mittleren Ausgangswert von 3 Punkten auf der Ashworth-Skala kam es in der Tolperison-Gruppe im Mittel zu einer Abnahme von 1 Punkt, in der Placebogruppe dagegen nur von 0,5 Punkten. Auch die Alltags-Mobilität der Patienten hatte sich verbessert.
Die Therapie mit Tolperison wurde zudem gut vertragen. Es wurden keine unerwünschten Wirkungen wie Sedierung, Müdigkeit oder Schwäche beobachtet. Im Vergleich zu ausschließlich zentral wirksamen Muskelrelaxanzien habe Tolperison deshalb den Vorteil, dass die Patienten nicht müde werden, so Schwarz.
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