#1

Loch im Herz

in SCHLAGANFALL - Was nun? 12.10.2007 14:14
von Git (gelöscht)
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Hallo Leser, ich hatte letztes Jahr einen Schlaganfall. eigentlich gehts ganz gut, nur hat man mir gesagt, ich hätte ein Loch im Herzen das die Ursache für den Schlaganfall sein könnte. Ich bekomme jetzt ASS und der Arzt meint ich solls zumachen lassen. Bräuchte dann auch nichts mehr einnehmen. Wer hat Erfahrung, hats verschließen lassen und ist es sicher? Weiß nicht was ich tun soll.
Grüße Git

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#2

RE: Loch im Herz

in SCHLAGANFALL - Was nun? 12.10.2007 19:33
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Git,

ich selber habe keine Erfahrung damit, aber ich kenne eine Menge Patienten die das Foramen Ovale mit einem Schirmchen verschlossen haben und gut damit leben.

Wenn dir dein Arzt das empfielt, frage vielleicht noch einen und dann entscheide für dich selber. Jedenfalls ist so ein Loch immer gut für einen Schlaganfall und ich würde mich da ganz genau beraten lassen.

Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#3

RE: Loch im Herz

in SCHLAGANFALL - Was nun? 13.10.2007 09:05
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Git,

sicherlich ist die Situation und sind die Umstände bei jedem anders. Wie man immer wieder in Foren lesen kann, sind die Personen die sich für einen Verschluss entschieden haben, zufrieden und fühlen sich sicher.

Dennoch möchte ich die positive Denkweise wenn es um den Verschluss des offenen Foramen ovale geht ein wenig dämpfen.

Das genaue Rezidivrisiko nach einer paradoxen Embolie bei PFO bei unbehandelten Patienten ist weiterhin unklar. Das derzeitige Wissen ergibt sich aus kleinen unkontrollierten und zumeist retrospektiven Fallserien, in denen die Patienten mit Thrombozytenfunktionshemmern oder – weniger häufig – mit oralen Antikoagulanzien behandelt worden waren.

Anhand dieser Daten liegt das Rezidivrisiko mit 3-4% pro Jahr nach Medikamentation zunächst relativ hoch. Hierbei machen jedoch transitorische ischämische Attacken (TIA) den größeren Anteil aus; die Hirninfarktrate lag bei nur 1–2% pro Jahr.

Der kardiochirurgische Verschluss eines Vorhofseptumdefektes ist ein ausgereiftes Verfahren, das heutzutage bei jungen Patienten zwar mit relativ niedriger operativer Mortalität und Morbidität durchgeführt werden kann, jedoch trotzdem alle Komplikationsmöglichkeiten der Thorakotomie und der offenen Herzoperation beinhaltet. Zum operativen PFO-Verschluss als Sonderfall dieses Eingriffs existieren bislang nur kleine unkontrollierte Fallserien. Dabei traten zwar wenig Komplikationen und keine Todesfällen auf, die Rezidivraten variierten jedoch stark (0% und 19,5%).

Der kathetertechnische Verschluss bietet den Vorteil der geringeren Invasivität und erspart dem Patienten das Operationstrauma und eventuell die Allgemeinanästhesie. Dennoch sind auch hier Komplikationen beschrieben, die Dislokationen und Embolisationen des Systems, schwere Herzrhythmusstörungen, Perikardtamponaden, Vorhofperforationen, Infektionen und lokale Thrombenbildung umfassen. Es kommen zahlreiche Systeme zur Anwendung, die alle das fehlende Vorliegen von Langzeiterfahrungen gemeinsam haben. Je nach System fanden sich in unkontrollierten Serien ein signifikanter residualer Shunt bei bis zu 14% der Patienten und schwere Komplikationen bei bis zu 10% der Prozeduren. Zudem lag das Rezidivrisiko mit bis zu 3,4% pro Jahr in einem mit den Daten zur medikamentösen Prophylaxe vergleichbaren Bereich.


Fazit ist, daß das Rezidivrisiko annähernd gleich ist. Den Nebenwirkungen der Medikamentation stehen die erwähnten und nicht gerade geringfügigen Komplikationen gegenüber. Es muss also jeder Fall für sich entschieden werden. Ein klares Pro oder Kontra ist anhand dem jetzigen Stand und Auswertung von Studien nicht abzugeben.

Muss noch erwähnen, dass ich selbst dieses "Loch" habe und es nicht verschließen lasse. Ich nehme dafür Marcumar.

Beste Grüße
Willi Daniels

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#4

RE: Loch im Herz

in SCHLAGANFALL - Was nun? 15.10.2007 13:12
von Liesl
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Hi Git,

ich hab auch so ein Ding. Jeder sagt, lass es zumachen. Nach dem Beitrag von Willi Daniels bin ich sehr unsicher. So ein Sch....
Gruss Liesl

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#5

RE: Loch im Herz

in SCHLAGANFALL - Was nun? 23.10.2007 14:36
von kiraluna • 48 Beiträge
Hallo Git,
Auch bei mir wurde ein offenes Foram Ovale festgestellt, mit 6 Jahren allerdings.
Als ich mit 15 Jahren einen Schlaganfall hatte,waren sich die Ärzte einig, es kann nur von diesem Loch herkommen.
Nur fand man dieses Loch danach nicht mehr und bis heute gibts es keine Begründung für meinen SA.
Damals wurde nichts dagegen unternommen, weil es wohl jeder dritte, vierte hat und man damit gut leben kann.
Ich für mich, kann nichts mehr tun, nur bei meinen Kindern laß ich kontrolieren, wann es verschlossen ist.

Liebe Grüße Alex
zuletzt bearbeitet 23.10.2007 14:55 | nach oben springen

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