#1

Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 08.12.2008 00:20
von Claudia • 1 Beitrag

Bin neu hier im Forum und muss dann doch gleich mal eine Frage stellen, da ich beim querlesen nichts gefunden habe was meine Frage schon beantwortet.

Mein Papa (68 Jahre) hatte einen Schlaganfall. Laut Aussage des Arztes im KH nur ein leichter. Nach knapp einer Woche ist er wieder entlassen worden.
Nun meinte er heute zu mir, er könnte mich seit dem SA viel schlechter Dinge merken. Wenn ich ehrlich bin man merkt das auch als Außenstehender.

Kann er etwas tun um das Kurzzeitgedächtnis wieder zu trainieren? Leider haben wir weder vom Krankenhaus noch später von seinem Hausarzt irgendwelche Tipps bekommen. Das Ergebnis Schlaganfall bekam er auch erst als er schon wieder aus dem KH entlassen war.

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#2

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 08.12.2008 06:03
von Elfe • 132 Beiträge

Hallo Claudia,

erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Mein Mann hatte nach seiner Hirnblutung auch sehr starke Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis.

Alles, was mit "Gehirnjogging" zu tun hat wird Deinem Vater helfen. Es gibt z.B. viele Kinderspiele,

die soetwas auf einfachste Art trainieren. Meine Kinder haben am Anfang Memorie mit ihrem Vater gespielt,

allerdings nur mit max. 10 Päarchen, um ihn nicht zu überfordern.

Dann gibt es noch spezielle Software für den Computer die ich Dir ans Herz legen kann. Das wäre einmal

das Programm Cogpack (http://www.cogpack.de/) und auch Freshminder (http://www.freshminder.de/).

Etwas sehr einfaches aus dem Alltag ist auch, nenne Deinem Vater ein paar Dinge die er einkaufen

soll die er sich aber nicht aufschreiben darf.

Lass Deinem Vater Zeit. Wenn er sein Kurzzeitgedächtnis regelmäßig trainiert, so wird sich auch diese Fähigkeit

wieder verbessern. Leider sind gerade die kognitiven Einschränkungen immer sehr belastend, sowohl für den

Betroffenen, als auch für die Angehörigen.

Wünsche Dir und Deinem Vater viel Erfolg beim Training und eine besinnliche Vorweihnachtszeit





Liebe Grüße von

Steffi

"Lebe und genieße die glücklichen Stunden des Lebens"
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#3

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 08.12.2008 07:05
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Claudia,

nach meinem ersten Schlaganfall hatte ich große Probleme mit meinem Kurzzeitgedächtnis. Gehörtes oder Gesagtes war schon Minuten später nicht mehr abrufbar, was nicht nur für die Familie, sondern auch für mich nicht schön war.

Ein dreiviertel Jahr später fing ich an ein Buch zu schreiben, das mir sehr half mein Kurzzeitgedächtnis zu trainieren. Zudem erzielte ich durch die damit verbundene Arbeit am Pc gute Erfolge in der Feinmotorik. Im Jahr danach durfte ich eine damals neue Software für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe testen. Es handelte sich um: "Kurzzeitgedächtnis- Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma (SHT) und Gehirn-OP - Reha-Softwaretraining zur Verbesserung der Merkspanne und des Arbeitsgedächtnisses von Petra Rigling"

Ich fand es sehr gut und nutzte es sehr oft. Zudem hatte man selbst bzw. die Angehörigen stets eine Kontrolle, da die gemachten Übungenergebnisse gespeichert wurden.

Erhältlich ist diese Software u.a. bei Amazon: http://www.amazon.de/Kurzzeitged%C3%A4ch...8714742&sr=8-14

Wie ich aus mehreren Telefonaten mit Frau Rigling erfahren habe, wurde es immer wieder weiterentwickelt und ist m.E. relativ preiswert (98,00 Euro).

Zu empfehlen ist auch die Software: "Konzentration - Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma (SHT) und Gehirn-OP - Reha-Softwaretraining zur Verbesserung von selektiver und geteilter Aufmerksamkeit von Petra Rigling"

Sie ist ebenfalls zum gleichen Preis bei Amazon erhältlich. http://www.amazon.de/Konzentration-Schla...8714742&sr=8-15

Beste Grüße
Willi Daniels

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#4

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 08.12.2008 09:28
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Claudia,

leider ist es so, dass man Menschen diese "Behinderung" nicht ansieht. Während Menschen mit nur einem Arm viel Verständnis entgegengebracht wird, sind Menschen, wie dein Vater "Stiefkinder".

Das wirst du merken, wenn er Pflegegeld beantragt.
Ein Mensch der Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis hat, braucht genau so viel Aufmerksamkeit, wie ein Mensch mit nur einem Arm.

Üben, üben, üben, dann wird es auch besser.
Schreiben darüber, wie Willi es machte hilft nicht nur das Gedächtnis zu trainieren, sondern auch in psychischen Belangen. Dein Vater wird sein Leben besser verarbeiten können und übt dabei!!!

Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#5

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 08.12.2008 11:35
von Julchen 5 • 31 Beiträge

Hallo Willi
sag mal ,wie viele SA.hattest du denn schon? Ist das eigentlich immer so das man ,wenn man erst einen hatte auch mehrere nach kommen.Fängt man dann wieder von vorn an.Ist dann alles was man mühsam erlernt hat wieder weg und alles muß wieder an Trainiert werden? Meine güte, das wäre ja furchtbar.So viel fragen auf einmal,aber ich muß das wissen.



Liebe grüße Julchen

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#6

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 08.12.2008 14:11
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge
Hallo Julchen,

ich hatte nach meinem Schlaganfall in der Silvesternacht 1997/1998 einen weiteren im April und im Juni 1998. Nach meinem 1. Schlaganfall wurde mir ASS 100 verabreicht, nach dem 2. ASS 300 und nach dem 3. Marcumar. Seither blieb ich von Schlaganfällen verschont, TIA´s traten jedoch noch vereinzelt auf.

Zum Rezidivschlaganfall folgendes. Patienten haben ein hohes Risiko einen zweiten Schlaganfall zu bekommen. Das gilt auch für solche, die auf einer Stroke Unit behandelt worden sind. Nach einer Studie haben 69 Prozent von ihnen ein hohes Risiko, binnen kurzem erneut einen Schlaganfall zu erleiden. Dabei ereignet sich etwa die Hälfte der Rezidive (erneuter Schlaganfall) bereits in der ersten Woche nach dem ersten Schlaganfall. Tatsächlich erleidet ca. jeder 10. einen weiteren Schlaganfall im ersten Jahr. Je länger der Schlaganfall her ist, desto geringer wird das Risiko.

In der Regel sind die Rezidivschlaganfälle stärker und haben schlimmere Auswirkungen. Da jedoch der Schlaganfall, aber auch die Betroffenen sehr unterschiedlich sind, gibt es keine Regel. Man sollte sich nicht verrückt machen und nach einem Schlaganfall Angst vor einem Neuen haben. Das ist in m.E. negatives Denken. Ich gebe zu, ich hatte sie auch, doch gerade die Angst ist ein Stressfaktor, den man vermeiden sollte. Heute habe ich tagtäglich mit dem Schlaganfall zu tun, jedoch nicht mit meinen sondern mit denen, die ich versuche zu verhindern. Somit finde ich nicht die Zeit an mich zu denken.

Wichtig Julchen ist, nach einem Schlaganfall Geduld zu entwickeln und in den vielen negativen Entwicklungen das Positive zu finden.

Beste Grüße
Willi Daniels
zuletzt bearbeitet 08.12.2008 17:54 | nach oben springen

#7

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.12.2008 07:53
von Julchen 5 • 31 Beiträge

Hallo Willi,
danke für deine Zeilen,aber ob man nach einen erneuten Schlaganfall wieder zurück geworfen wird hast du mir nicht beantwortet.

L.g Julchen

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#8

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.12.2008 08:06
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Julchen,

entschuldige bitte, hab ich vergessen. Es kommt m.E. auf die Stärke der Rezidivanfälle an. Ich hatte bei meinen nicht das Gefühl dass sie mich zurück werfen, fand es eher als Unterbrechung der Genesung an. Das kommt aber auch auf den einzelnen Betroffenen an, ob er sofort negativ denkt oder erst einmal versucht, das Positive zu erkennen.

Ich gehöre zu denen, die nach dem Positiven suchen. So wäre z.B. eine Grippe für mich positiv, da ich einfach mal gezwungen wäre, kürzer zu treten.

Beste Grüße
Willi Daniels


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#9

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 09.12.2008 11:20
von Julchen 5 • 31 Beiträge

Hallo Willi,
ja genau so denke ich auch. Wenn mir irgend was zustöst denk ich immer das muß jetzt so sein,da hat das Schicksal sich dabei etwas gedacht. Nur bei meiner Mutti bin ich noch nicht dahinter gestiegen was das wieder sollte. Was das für Sie und für mich zu bedeuten hat.Ich habe jedes Jahr neue Schicksalsschläge ,die ich immer wieder meister und wofür ich auch immer wieder bewundert werde wie ich das immer wieder schaffe ohne irgend wann mal selber Verrückt zu werden. Ich weiß es auch nicht,ich sehe in allem irgend wie was positives,das es eben so seinen soll weil das und das..... es gutes dafür bringt.Bloß wie gesagt ,bei Mutti bin ich Ratlos im gegenteil.Sie hat nun bis letztes jahr unseren Vater gepflegt,der weiß Gott kein einfacher Mensch war und mit dem Mutti 54 Jahre verheiratetwar. Nach seinen Tot fing meine Mutter entlich an zu leben.Sie hat sich eine Freundin gesucht,ist mit der verreist ist in vielen Organiesationen eingetreten und hat das Leben einfach nur genossen wie es sich eigendlich ja auch gehört.
Und das alles ,sollte nur ein Jahr anhalten.Und das ist es auch ,was mich so traurig macht.Sie war aufgeblüht und ganz schnell wieder verblüht.
Da sehe ich zum Beispiel keinen Sinn drin .Da weiß ich z.b nicht was Ihr und mir das Schicksal uns aufläd.


Manchmal ist das Leben einfach doch nur ungerecht !



Lg Julchen

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#10

RE: Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis

in SCHLAGANFALL - Was nun? 10.12.2008 16:12
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Julchen,

es ist sicherlich nicht schön, dass deine Mutti nur eine kurze Zeit hatte, ihr "Neues" Leben zu genießen. Sie darf sich aber glücklich schätzen, auch wenn es viel zu kurz war. Ich finde man muss dankbar sein, selbst für die kürzesten, schönen Momente, die einem das Leben schenkt und verschönen. Sie wird froh sein, dass sie diese schöne Zeit erleben durfte und gerne an sie zurück denken.

Beste Grüße
Willi Daniels


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