Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic +++ Sicherheit im Notfall ... USB-NOTFALL-CARD +++ Mehr dazu unter www.notfallcard.eu

#1

mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 12.12.2008 15:56
von Isabelle • 8 Beiträge

Hallo zusammen,
heute in einer Woche habe ich meinen Jahrestag, vor 12 Jahren hatte ich mit 21 einen SAF (Basilaristhrombose). Jedes Jahr wieder im Dezember falle ich in ein kleines Loch, aus dem ich eigentlich immer ganz gut herausgefunden habe. Doch dieses JAhr ist es schlimm, bin heute den ganzen Tag immer wieder den Tränen nahe, weil ich einfach unglücklich bin mit dem, was aus mir geworden ist. Zumindest beruflich. Familiär habe ich mittlerweile zwei wunderbare Kinder und sollte nur glücklich und dankbar sein!
Trotzdem nagt es sehr an mir, daß der SAF mich 1996 aus meiner Ausbildung gerissen hat. Ich hatte gerade angefangen, Biologie zu studieren. DAs war schon immer mein Traum! In diesem Semester hatte ich dann zuviel verpaßt, das aufbauende Sommersemester habe ich nur wenig besucht da mir das doch noch zu anstrengend war. Ich wollte im WS nochmal neu beginnen, habe dann aber gemerkt, daß ich die Belastung nicht durchhalte. Ich wechselte zu einem Germanistik Studium, was mir überhaupt nicht zusagte und begann irndwann, zu arbeiten und hörte schließlich ganz zu studieren auf. Dann kam das erste Kind und seitdem bin ich zu Hause.
Den SAF habe ich zum Glück sehr gut überstanden, durch anormal viele kleine Äderchen entlang der Basilaris konnte die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn aufrecht erhalten werden. Morgens wachte ich halbtot auf, und abends erst landete ich nach vielen Umwegen in der Stroke Unit, als es für eine Lyse schon zu spät war.
Und trotzdem, obwohl es mir so gut geht (oder gerade WEIL es mir so gut geht) komme ich nicht damit zurecht. Ich bin nicht wirklich 100% belastbar und psychisch falle ich auch immer wieder in das eine oder andere Loch, meist sind es nur kleine Löcher und das kommt inzwischen auch nur noch selten vor. Aber heute bin ich nur am heulen, ich hatte mir mein Leben etwas anders vorgestellt. Ich wünsche mir einen Beruf, der mich ausfüllt, in dem ich kompetent bin (und nicht angelernte Telefonistin die halt auch ein paar Euro fuffzig verdient)
Ich komme mit der dreifachbelastung Halbtagsjob,Haushalt,Kinderbetreuung nicht klar, bisher leidet "nur" der Haushalt, aber wenn das so weiter geht, gebe ich den Job wieder auf. DAnn fehlt uns aber eindeutig Geld in der Kasse, es ist ein teufelskreis. Ich fühle mich manchmal so nutzlos...
Ohne den SAF hätte ich vielleicht das Studium auch aufgegeben, vielleicht hätte ich es aber auch durchgezogen. Ich weiß es nicht. Es wäre alles ganz anders gekommen, auch mein Mann hätte damals sein Studium nich wegen mir aufgeben müssen. Wobei er im Gegensatz zu mir davor eine Ausbildung abgeschlossen hatte und er heute mit diesem Umstand deutlich besser klar kommt.
Habe schonmal darüber nachgedacht, ob ich mir Hilfe suchen soll. Aber für das eine Mal im Jahr, wo ich etwas traurig bin weiß ich nicht, ob es angebracht ist. Außer diesmal: das ich ein heulendes Elend bin hatte ich noch nie (bzw sehr sehr lange nicht mehr, das letzte Mal glaube ich war im Jan 1997 auf Reha... oder kurz danach)
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll - ich würde gerne meine Ausbildung abschließen, nur so wirklich habe ich keine Vorstellung, was ich denn nun machen soll und ob ich den Anforderungen gewachsen bin! Und die Kinder sind ja auch noch fast zu klein. Ist das überhaupt finanziell machbar? Bei solchen Fragen verläßt mich ganz schnell der Mut und ich weiß nicht mehr weiter, sondern sehe nur noch, wie sich mein ursprünglicher Lebensweg durch Mächte von Außen verändert hat, und ich sehe mich nur hilflos davorstehen und weiß nicht, wie ich die Fäden wieder selber in die Hände nehmen kann.
Und Rücksicht oder sowas von anderen kann ich auch nicht erwarten, wenn ich nicht von meinem SAF rede, merkt mir das niemand an und kommt niemand auf die Idee überhaupt irgendwas in der Richtung zu vermuten! Ich war damals shcon mit meinem Mann zusammen, aber selbst für ihn ist das Vergangenheit und er ist doch immer wieder überrascht, daß mich dieses Thema nicht los läßt. Zum Glück kommt es nur noch Weihnachten hoch... damals habe ich meinen Geburtstag, Weihnachten und Sylvester auf der Intensivstation verbracht.

ich muß schon wieder weinen, heute ist es echt schlimm!
danke fürs lesen, wirklilch helfen wird mir wohl eh niemand können, aber wenigstens konnte ich mal einfach jammern und ein wenig verstehen werdet Ihr mich bestimmt!

liebe Grüße
Isabelle

nach oben springen

#2

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 12.12.2008 16:24
von Isabelle • 8 Beiträge

ach so... es war ein Ponsinfarkt.

nach oben springen

#3

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 12.12.2008 17:45
von birne • 254 Beiträge
erstmal herzlich willkommen isabelle


sieh mal zu dass du einen vernünftigen seelenklempner findest. ich hab vor 2 1/2 jahren einen herzinfarkt und direkt dazu einen schlaganfall gehabt. es sah nicht gut aus.........

wenn ich da nicht den seelendoktor gehabt hätte dann hätte ich alt ausgesehn.

hast du denn keine familie oder so wo du mal hin kannst?

brigitte
zuletzt bearbeitet 12.12.2008 17:46 | nach oben springen

#4

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 12.12.2008 19:46
von Elfe • 132 Beiträge

Hallo Isabelle,

ich kann Deine Situation sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich nicht "Betroffene", sondern nur Angehörige eines

Betroffenen bin. Mein Mann hatte vor fast genau zwei Jahren eine schwere Stammganglienblutung..seit dem lastet auf mir

ebenfalls eine Mehrfachbelastung...Haushalt...Kinder...finanzielle Sorgen...Jobsuche, weil mein Mann z.Zt. nicht mehr

im Berufsleben steht.

Dass das auf Dauer nicht gutgehen konnte habe ich dann Mitte diesen Jahres mit einem totalen Burn Out erlebt.

Genau in dem Moment habe ich mir (Brigitte hat es sehr nett ausgedrückt) einen Psychologen gesucht.

Es war das Beste, was ich in den zwei Jahren machen konnte. Das schwarze Loch, in dem ich saß war so tief, dass ich

noch nicht mals mehr den Rand sehen konnte. Jetzt, ca. 4 Monate später würde ich mal sagen, stehe ich zumindestens

wieder draußen...zwar noch ganz nahe drann, aber ich wage jetzt einfach mal zu behaupten, dass ich wieder auf der hellen

Seite stehe.

Auch ich kann Dir nur den Rat geben, Dir professionelle Hilfe zu suchen.....ein Versuch ist es alle Male wert.


Liebe Grüße von

Steffi

"Lebe und genieße die glücklichen Stunden des Lebens"
nach oben springen

#5

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 13.12.2008 10:38
von Isabelle • 8 Beiträge

guten Morgen,

meint Ihr, daß das wirklich nötig ist? Mir gehts heute wieder gut, ich hoffe das hält jetzt an. Sowas passiert mir immer nur zur Weihnachtszeit, das ganze restliche Jahr ist es ok. Und so schlimm wie gestern war das eigentlich noch nie, seit ich wieder gesund bin. Ich denke mal, es sind einfach diese Erinnerungen, die eben mit der Weihnachtszeit verbunden sind und dadurch eben Weihnachten immer wieder hochkommen.
Ich kann auch nicht zum Arzt gehen und jammern, weil es mir einfach nicht schlecht genug gehen kann, damit ich das auch rüberbringen kann. Da hätte ich mir wohl gestern gleich wen suchen müssen, mit dieser Stimmung hätte das geklappt. Aber wenn ich mir jetzt nen Termin geben lasse, dann gehe ich da fröhlich hin, und kann mein Problem nicht gut vermitteln.
Damals auf der Intensivstation schon habe ich den Arzt bei der Visite zum schweigen gebracht, als er mich fragte, wie es mir geht. Ich durfte an diesem Tag das erste Mal seit 8-10 Tagen aus meinem Bett und saß in einem Pflegestuhl als er kam. Ich hatte diese neue, andere Perspektive genossen und war einfach nur glücklich darüber. Meine Antwort war dementsnprechend: hervorragend! Er war ganz schnell weiter beim nächsten Patienten....

viele Grüße
Isabelle

nach oben springen

#6

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 13.12.2008 10:58
von Elfe • 132 Beiträge

Hallo Isabelle,

wenn es wirklich "nur" um einen schlechten Tag geht an dem Du Dich mies fühlst, dann

läuft man natürlich nicht direkt zum Psychologen...diese schlechten Tage hat eigentlich fast jeder von uns, gerade jetzt in der

kalten, dunklen Jahreszeit.

So wie Du beschrieben hast hörte sich es aber so an, als wenn Du an deiner gesamten Situation verzweifelst..

daran harderst. Und das ist etwas ganz anderes, als nur "mal" ein Stimmungstief zu haben.

Auf Dauer kann so eine Unzufriedenheit wirklich zum Problem werden, deshalb sollte man es erst garnicht so weit kommen

lassen.

Aber schön zu lesen, dass es Dir heute wieder besser geht.

Mach Dir morgen mal einen schönen 3. Advent und genieß die Stimmung dazu.


Liebe Grüße von

Steffi

"Lebe und genieße die glücklichen Stunden des Lebens"
nach oben springen

#7

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 13.12.2008 11:10
von Isabelle • 8 Beiträge

Hallo Elfe,
gestern war wirklich schlimm. Ich glaube eigentlich auch nicht, daß es ein "normaler" HÄnger war, dazu neige ich normal nicht. Der Zusammenhang ist ganz bestimmt am Jahrestag zu finden.
Ach, ich spiele das schon wieder herunter, mal sehen, wie die nächsten Tage sind!

Wie kann so ein Psychoheini einem denn da raus helfen? Die Erinnerung kann er einem ja nicht nehmen. Und eigentlich geht es mir ja auch nicht schlecht, ich habe ja eigentlich keinen Grund zum jammern...

lg

nach oben springen

#8

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 13.12.2008 11:16
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Isabelle,

leider ist es so, dass Menschen wie du, denen man einen Schlaganfall nicht ansieht, oft mit der Situation nicht klar kommen.
Ich empfehle dir auch einen Psychologen!!!
Das seelische Leben sieht man nicht und man wird daher als gesund eingestuft und von der Umwelt hast du nichts zu erwarten, außer "hab dich nicht so", wir haben alle unsere Probleme.

Mir sieht man meine Probleme an, daher bin ich berentet. Trotzdem war es für mich auch nicht leicht, das einfach wegzustecken. Ich war als Zahntechniker selbstständig, habe auch Familie und jetzt sogar eine Enkeltochter. Ich stand am Gaspedal des Lebens, als mir eine Hirnblutung mit 43 Jahren 1996, alles zunichte machte.

Plötzlich hatte ich eine Pension, die bei weitem nicht reichte, meine Tochter musste schnell erwachsen werden und meine Frau war auch am Rande eines Zusammenbruchs.

Isabelle, du bist jung und du kannst alles erreichen, was du möchtest, nur du musst dir deine Kräfte einteilen.
Das was du früher in einem Jahr geschafft hast, dauert jetzt eben 2 Jahre und glaube mir das Leben ist auch mit 57 noch schön und man kann Ziele erreichen, die man als gesunder Mensch schwer erreicht hätte.

Du bist ungefähr im Alter meiner Tochter und die hat vor 5 Jahren noch einmal von neuem begonnen. Sie ist Sängerin und war mit einem Musiker verheiratet.
Nach ihrer Scheidung machte sie die Lehrerausbildung. Heute lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrem neuen Mann und einer entzückenden Tochter.

Ein Psychologe wird dir nicht direkt helfen, aber er findet einen Weg, wie du aus dem "Loch" rausfindest!!!
Übrigens ein Psychologiestudium ist ein sehr interessantes Gebiet, du könntest Menschen einen Weg zeigen, den du vielleicht selber gegangen bist!!!

Ich bereite den Bau meines Segelschiffes vor und plane eine Weltumsegelung zu machen, das mir im normalen Leben wahrscheinlich nicht gelungen wäre, obwohl ich gut verdient hatte.

Du kannst auch deine Pläne verwirklichen!!!

Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
nach oben springen

#9

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 13.12.2008 11:20
von Elfe • 132 Beiträge

Der Psychologe gibt Dir nur das Handwerkszeug...helfen mußt Du Dir selber.

Er hilft Dir dabei, die negative Gedankenspirale in den Hintergrund rücken zu lassen.

Es gibt Techniken, damit Du negative Gedanken stoppen und unter Kontrolle bringen kannst und wieder

positiv denkst.

Sieh mal..dein Jahrestag ist nun schon so lange her...was passiert denn nun jedes Jahr an diesem Tag..doch

eigentlich nichts. Daran denken, was Dir damals passiert ist kannst Du auch an jedem x-beliebigen anderen Tag.

Natürlich kann man die Erinnerungen an solch ein Ereignis nicht löschen..aber man kann lernen damit umzugehen

so dass sie einen nicht beherrschen. Sowas erreicht man nicht von heute auf morgen, es erfordert wirklich ein

intensives Arbeiten an sich und mit sich, ich kann es nur aus eigener Erfahrung sagen.

Aber es hat sich für mich gelohnt.


Liebe Grüße von

Steffi

"Lebe und genieße die glücklichen Stunden des Lebens"
nach oben springen

#10

RE: mein schwarzes Loch

in Anlaufstation für Sorgen, Ängste, Stimmungen und Emotionen. 13.12.2008 11:32
von Isabelle • 8 Beiträge

danke Manfrad, Deine Worte tun gut! Habe jetzt zwar wieder einen Kloß im Hals, aber ich denke, Du hast wirklich recht! Ob ich den Schritt zum Psychologen wage, weiß ich nicht, da ich mir wirklich schwer tue, mein Problem rüberzubringen, wenn es nicht gerade akut ist.
Darunter, daß man mir den SAF nicht ansieht habe ich lange gelitten, viele Leute denen ich davon erzählt habe haben das sogar mit der Zeit wieder vergessen. DA ich meinen linken Hörnerv eingebüßt habe, habe ich lange Zeit mein Hörgerät ganz offen getragen, damit man wenigstens irgendwas sehen kann. Aber wer rechnet schon bei einem so jungen Ding mit einen HG, das ist nie jemandem aufgefallen. Mittlerweile trage ich es nicht mehr, hören kann ich damit auch nicht viel besser (Innenohrschwerhörigkeit) und durch die moderne Technologie ist es ein reiner Batteriefresser gewesen. Das ist auch so ein Gang, den ich mal wieder angehen möchte, es gibt sicherlich gute Neuigkeiten in der Akkustik, und da längst wieder 5 Jahre vorbei sind, dürfte ich auch ein neues bekommen...

Wenn es diese Woche nochmal so schlimm wird, gehe ich zu meinem Hausarzt - wobei der mich leider nicht kennt (mein früherer ist in Rente) und da ich seit damals vielleicht 3-5mal wirklich krank war, wird er sich auch nicht an mich und meine Geschichte erinnern.

An ein Psychologie Studium hatte ich auch schonmal gedacht, speziell der Zweig Neuropsychologie würde mich sehr interessieren, das wäre wohl auch eine interessante Schnittstelle zu meinem aufgegebenen Bio-Studium. Leider war mein Abi nicht so doll, aber über meine vielen Wartesemester seither könnte ich Chancen haben, da reinzukommen! Ist nur auch wieder eine Frage des Geldes. Studiengebühr würde entfallen, da ich Kinder habe. Aber Arbeiten nebenbei dürfte hart werden. Wir werden sehen...

Ich werde am 23.12. jetzt 34 Jahre alt, und irgendwie möchte ich nicht am Beginn des Rests meines Lebens stehen. DAs Gefühl habe ich in letzter Zeit manchmal...

lg

nach oben springen

Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic ___________________________________________________________________________________________________________ Kostenloser Counter
Besucher
0 Mitglieder und 6 Gäste sind Online:

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: NinaM
Forum Statistiken
Das Forum hat 1402 Themen und 6092 Beiträge.