#21

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 01.03.2009 18:31
von Patricia • 7 Beiträge

Hallo,

ich bin auch ganz neu hier.

Ich find auch dass es für Deinen Vater gut aussieht bereits nach 2 Monaten wieder gehn zu können. Weiterhin VIEL Erfolg.

Mein Freund hat auch Schwíerigkeiten beim Atmen, hat eine Kanüle, beim Sprechen, Schreiben/Lesen, Bewegen, Sitzen, von allem noch keine Rede und das nach rd. 7 Wochen, hab keine Ahnung wie´s weitergeht.
Also Kopf hoch und viel Zuwendung Deinem Vater geben, das ist das was ich gelernt hab vom Pflegepersonal und Ärzten. Was ich nicht verstehe, wieso die Kollegen so sparsam sind bei den Therapievergaben, das find ich persönlich ungeheuerlich! Die sollen besser woanders sparen und nicht bei der Gesundheit.

Alles Gute

Patricia

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#22

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 18:01
von Christine • 3 Beiträge

Hallo Willi,

nicht dass Ihr denkt, ich habe kein Interesse mehr an dem Forum.
Im Gegenteil, ich schaue regelmäßig zur Nachtzeit rein und lese sehr interessiert die Beiträge, die mir wie immer aus dem Herzen sprechen und von denen ich doch wieder Kraft sammel.
Ich hatte nur keine Zeit - bin beruflich als auch in der Familie sehr eingespannt.
Für mich war es heute sehr interessant, vom "Betroffenen" Informationen zur Wesensveränderung zu lesen.
Dies trifft genau auf meinen Mann zu. Aber hast du mit deiner Frau darüber gesprochen?
Bei mir sieht es im Augenblick so aus, dass die Kommunikation immer weniger wird. Mein Mann war zwar nie der große Redner aber nun wird es immer weniger. Ich habe Angst, dass man sich entfernt.
Ich muss aber sagen, dass mein Mann nicht schlecht spricht. Nur wenn er telefoniert oder mit fremden Leuten sprechen soll kommt die Angst, dass er Wortfindungsstörungen hat. Das vermeidet er so viel wie möglich. Wenn ich ihn fordere und ihm das Telefon bei einem Anruf gebe, reagiert er manchmal ziemlich gereizt.
Ich denke, dass ich Verständnis habe, aber das Verhalten tut eben auch weh.
Was aber gut ist, wir haben keine Probleme bei der Verschreibung der Therapien - Logo, Physio.
Ich werde sicher in der nächsten Zeit öfter mal einen Beitrag schreiben, denn ich merke es tut mir gut.
Sehr beeindruckt war ich von dem jungen Mädchen - Kati?, welche sich bei dem Insult Hilfe verein arangiert.
Beneidenswerte Eltern!! Sie kann stolz auf sich sein. Meine Kinder sind leider nicht soweit. Sie verdrängen die Probleme und ziehen sich leider zurück.
Aber ich gebe nicht auf und vielleicht könnt ihr mir einen Tipp geben, wie ich meinen Mann etwas mehr motivieren kann.
Liebe Grüße
Christine

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#23

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 18:17
von birne • 255 Beiträge

christine wielange hat dein mann schon den SA? ich bin selbst betroffene, deshalb frage ich.

brigitte

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#24

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 18:23
von linebiene • 64 Beiträge

Hallo zusammen,

hatte die letzten Tage nicht viel Zeit, musste Manfreds Buch lesen, das kam am Freitag und ich habs dann an einem Stück durchgelesen...
Auch heute nur mal kurz: Danke für den Tip mit dem Medi-check, da versteht man doch so einige Zusammenhänge viel besser...
Dass die Ordnungsliebe meines Vaters aus der linken Hirnhälfte kommt, ist ja interessant, muß mich mal mit dem Thema mehr beschäftigen (vielleicht kann ich méine linke Hirnhälfte animieren, öfters mal Ordnung zu machen *lol*)

Nun zu dir Patricia, mach dir keine Sorgen, mein Vater ist nach 2 Monaten noch nicht wieder gelaufen, er war ja erstmal 3 Wochen auf der Stroke-unit und danach nochmal 6 Wochen in Reha und nach der Reha hat er es gerade mal geschafft, mit Hilfe aus dem Rolli aufzusstehen und ein paar Schrittchen mit dem Dreipunktstock zu "Tippeln", von gehen konnte da noch nicht die Rede sein !
Als ich ihn damals das erste mal im Krankenhaus sah, hatte ich gar keine Hoffnung, das er noch einmal wird !
Nach ein paar Tagen in der Stroke Unit, wurde er, in so einen speziellen Stuhl gesetzt und da hing er drin, wie der schiefe Turm von Pisa, in Sitzposition nur durch unzählige Kissen und Abstützungen gehalten, Magensonde in der Nase, Sauerstooffschlauch unter der Nase, unzählige Infusionen im Arm, Blasenkatheder etc.... der Mund war total schief und er "sabberte" , d.h. man musste ihm ständig den Speichel abwischen, wenn er versuchte zu reden, war das in etwa so, wie wenn einer "polnisch rückwärts" sprach, kurzum für uns sah es absolut hoffnungslos aus ...nun sind mittlerweile 7 Monate rum und aus meinem Threat kannst Du ja erkennen, was sich in diesen 7 Monaten alles getan hat.Ich habe mit einigen SA Patienten gesprochen und bei jedem verläuft es anders. Ich habe in der Physiotherapie einen Mann kennengelernt, der saß ein ganzes Jahr gelähmt im Rollstuhl und nix ging, heute ( 4 Jahre später) merkt man ihm kaum noch was an!
Sicherlich spielt das alter und die körperliche Konstitution eine wichtige Rolle, aber mein Paps ist 65 und hat sich in seinem Leben nie "unnötig" bewegt, also nie Sport getrieben, hat geraucht wie ein Schlot und auch ansonsten "gelebt " und trotzdem ist er heute schon wieder so weit !!! Also nicht verzweifeln, das aller-allerwichtigste (und ich glaube das bestätigt jeder hier ) ist GEDULD !
Melde mich bald wieder, liebe Grüße
linebiene

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#25

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 18:35
von Corinna Iden • 532 Beiträge

Hallo Christine
Das Problem mit der Kommunikation kenne ich leider auch nur zu gut.
Mein Mann spricht in " Ruhephasen" auch relativ flüssig,aber in einer für ihn fremden Umgebung oder wenn ich ihm das Telefon wirklich mal in die Hand drücke , wirds schlechter.
Da kann es schon mal passieren das es gegen die Wand fliegt.
Er sagt aber von sich aus , das er das Gefühl hat , aufgrund der Wortfindungsstörungen von anderen nicht für voll genommen zu werden.
Die Unterhaltung hier untereinander ist bei uns auch weniger geworden,ich denke das kommt daher, das er sich für seine Umwelt nicht mehr so interessiert wie vor den SAs.
Es fehlt halt an Gesprächsthemen.
Außer den Tip , Deinen Mann immer wieder durch Fragen zum Sprechen anzuregen , wüßte ich jetzt auch nichts.
Aber den Tip hast Du sicherlich schon tausendfach gehört.
Ich finde es aber gut , das er weiterhin zu den Therapien geht.
LG
Corinna


____________________

Jedermann will einen Freund haben ,
aber nur wenige geben sich die Mühe ,auch einer zu sein.

(A.Kerr)
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#26

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 19:52
von linebiene • 64 Beiträge

Hallo christina und corinna,

ich glaube ihr habt es selber auf den Punkt gebracht, es besteht eine gewisse Hemmung zu sprechen, gerade Fremden gegenüber und auch am Telefon, ausserdem ist der SA-Patient ja auch durch die körperlichen Einschränkungen zunächst einmal, doch von der Welt abgeschnitten.
Folglich lässt auch irgendwann das Interesse an der Umwelt nach.
Ich beobachte das momentan verstärkt bei meinem Papa, er war jetzt ein paar mal "aus", d.h. z.B. bei der Genneralversammlung und der Weihnachtsfeier von seinem Gesangverein, bei privaten Geburtstagsfeiern usw..
Das war zwar für meine Mama jedesmal ein "Staatsakt", bis er angezogen und fein gemacht war, dann entsprechenden Parkplatz finden, mit dem Rollstuhl hantieren also kurzum, es war für sie ganz schön anstrengend
Aber es hat meinem Papa so gut getan, er hatte wieder ein liebgewonnenens "altes" Stück Leben zurückerobert.
Er versucht mittlerweile auch wieder,ohne Aufforderung, gewisse Arbeiten im Haushalt zu verrichten, wie z.B. Tischdecken, Geschirrspüler ausräumen (soweit als möglich) er hilft abends in unserem Geschäft schon wieder beim Kassenschluss ( er legt zwar nur Papier in den Drucker ein und startet den Drcuk) aber immerhin....bis vor einiger Zeit musste man ihn immer wieder motivieren, selbstständig etwas zu tun, aber ich habe das Gefühl, er hat nur nichts gemacht aus Angst zu versagen.
Seit er jedoch ein paarmal wieder am "alten" Leben geschnuppert hat, ist er auch wieder motiviert.
Das ist jetzt vielleicht ein bisschen naiv ausgedrückt, aber so ist es.
Vielleicht ist es das Wichtigste, soweit die Möglichkeit besteht, altes Terrain wieder zu erobern, dann steigt auch die Motivation.
Beim sprechen genauso, ich telefoniere inzwischen auch öfters mal mit meinem Papa, einfach so (ich mache es bewusst, wenn ich weiß, meine Mama ist nicht zu Hause), meist muss ich ewig klingeln lassen, bis er sich dann entscheidet abzunehmen, aber dann unterhalten wir uns einfach ein bisschen (was machst du, was schaust du gerade im TV,hast du schon abendgegessen...) also ganz belangloses Zeug aber die Telefonate werden immer ausgiebiger und letzte Woche hat er den Spieß umgedreht und hat mich angerufen (bin erstmal zu Tode erschrocken, dachte es wär was passiert ! )
Aber das ist doch auch schon wieder ein Fortschritt !

Ich kann leider nur berichten, wie es bei uns ist, aber vielleicht hilft es ja jemanden hier im Forum, daraus Erkenntnisse zu ziehen !
Bis bald
linebiene

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#27

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 20:18
von Patricia • 7 Beiträge

Hallo linibiene,

"Ich kann leider nur berichten, wie es bei uns ist, aber vielleicht hilft es ja jemanden hier im Forum, daraus Erkenntnisse zu ziehen !"

Ja, Deine Berichte helfen sicher Betroffenen. Die sind super, da hat man auch ein bißchen Vergleichsmöglichkeiten und ev. Ideen was man tun könnte.

Und Du kümmerst Dich echt toll um Deinen Vater, das wird ihn sicher helfen bei der weiteren Genesung.

Alles Liebe

Patricia

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#28

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2009 20:35
von Steffi Köster • 364 Beiträge
@ Christine:

Wie alt sind Deine Kinder? Meine Tochter Kati (sie ist das Mädchen, das hier sehr engagiert ist) ist 13, mein Sohn Lukas ist 11.
Ich habe bis vor kurzem nicht sehr viel Glück im Leben gehabt, aber bei den beiden Kindern habe ich alles richtig gemacht.
Sie sind und waren mir eine sehr große Stütze und Hilfe, ohne sie hätte ich nicht gewußt wie es hätte weiter gehen sollen.
Momentan ist es wirklich so, dass sie mir all das zurück geben, was ich ihnen jahrelang gegeben habe. Sehr viel Liebe, Geborgenheit
und Vertrauen...nicht zuletzt Unterstützung und Verständnis.

Ich hoffe für Dich, dass Du vielleicht anderweitig Unterstützung bekommst, denn ganz alleine so eine Situation durchzustehen ist
alles andere als einfach.

@ Patricia:

Erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.
Die Erkrankung Deines Freundes ist noch nicht wirklich allzulange her. Für Schlaganfälle oder Hirnblutungen sind 7 Wochen
wirklich keine Zeit. Du wirst sehen, dass Dein Freund noch weitere Fortschritte machen wird.
Auch wenn es momentan schwer glaubhaft ist (so empfand ich es jedenfalls damals, als mein Mann mit Halbseitenlähmung auf der Intensivstation
lag) viele Dinge werden sich wirklich noch erheblich verbessern. Eine befreundete Psychologin meinte damals zu mir, dass ich erst einmal
ca. 2 Jahre abwarten müßte. Aber auch nach noch längerer Zeit sind Verbesserungen zu verzeichnen. Nur sind sie nicht mehr so
gravierend sichtbar.

Ich wünsche Dir und Deinem Freund auf jeden Fall alles erdenklich Gute, und dass ihr die schwere Zeit gemeinsam meistern könnt.

Herzliche Grüße

Steffi
zuletzt bearbeitet 03.03.2009 20:41 | nach oben springen

#29

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 04.03.2009 11:58
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Christine,

du musst dich nicht entschuldigen wenn du mal für einige Zeit hier nicht erscheinst. Die Familie und das Arbeitsleben geht vor.

Auf deine Frage, "hast du mit mit deiner Frau darüber gesprochen?" muss ich mit nein antworten. Man ist ja als Betroffener verunsichert, wenn mann dann noch häufig "Vorwürfe" bekommt weil man dieses oder jenes nicht kann, so darf es die Angehörigen nicht wundern, wenn der Patient sich zurück zieht. Deine Angst wegen des Entfernens kann ich sehr gut verstehen, denn die Schwelle ist schnell überschritten.

Was die Wortfindungsprobleme angeht, so bin ich mir sicher, dass sie geringer werden. Voraussetzung ist natürlich dass er keine Scheu hat zu reden, das betrifft vor allem auch mit fremden Menschen. Er wird lernen das Wort das er zwar im Gehirn parat hat, aber nicht abrufen kann, zu umschreiben. Das machte ich sehr oft, teilweise noch heute. Mit der Zeit ist man so geübt, dass es kaum jemanden auffällt. Ok, manchmal hört man dann, das hättest du einfacher und schneller auch sagen können. Früher habe ich mich über solche Äußerungen schon mal geärgert, heute schmunzle ich. Und wenn ich mir manchmal die Leute so anhöre die keinen Schlaganfall hatten und auch mal Probleme bei der Wortfindung haben, dann fühle ich mich "sauwohl".

Gereizt ist er m.E. nur, weil er mit der Situation nicht fertig wird. Vielleicht wäre hier mal der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe hilfreich. Dort sind vielleicht Leute, die das gleiche Problem haben,evtl. noch schlimmer. Das kann einen u.U. motivieren. Ein Versuch wäre es wert. Bin der gerne bei der Hilfe nach einer Gruppe behilflich.

Zu Kati muss ich sagen, ich bin stolz dass ich sie als Junior-Botschafterin gewinnen durfte. Ihre Zeilen tragen mit dazu bei, dass die Erwachsenen sich Gedanken machen. Es wurde immer von den Betroffenen gesprochen, dann auch von dem Partner. Doch niemand befasste sich mit den Kindern von betroffenen Eltern, wie sie es empfinden und wie sie darunter leiden. Und da hat Kati sehr schöne Worte gefunden.

Vielleicht hilft es ja deinem Mann Christine, wenn er mal mit einem Betroffenen spricht/telefoniert. Bin gerne bereit dazu.

Herzliche Grüße
Willi Daniels


"Schenke jedem Tag ein Lächeln und er lächelt zurück."
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#30

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 05.03.2009 19:33
von Patricia • 7 Beiträge

Hallo Steffi,

vielen Dank für die Info.

"Auch wenn es momentan schwer glaubhaft ist (so empfand ich es jedenfalls damals, als mein Mann mit Halbseitenlähmung auf der Intensivstation
lag) viele Dinge werden sich wirklich noch erheblich verbessern. Eine befreundete Psychologin meinte damals zu mir, dass ich erst einmal
ca. 2 Jahre abwarten müßte."

Solche Informationen geben Mut und Hoffnung. Denn derzeit ist es wirklich schwer zu glauben dass sich etwas noch verbessern kann.

Was mich zuallem noch verunsichert ist, dass mein Freund nachwievor die Kanüle hat, daher weiß ich noch gar nicht ob und wie er sprechen können wird, da ja das Sprachzentrum auch von SA betroffen ist. Und solange die Kanüle drinnen ist kann er ja nicht einmal probieren zu sprechen, da ja diese auf die Stimmbänder drückt lt. Auskunft einer Ärztin. Ich hab aber leider bisher noch niemanden gefunden der Erfahrung mit so etwas hat(te).

Lieben Gruss und schönen Abend

Patricia

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