#1

Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 14:17
von linebiene • 64 Beiträge
Liebe community,
bin ganz neu hier und habe wie vermutlich die meisten "Neuen" sehr viele Fragen, bzw. suche einfach ein bisschen den Austausch mit anderen Betroffenen.
Mein Vater, 65, hatte am 01.07.2008 einen Schlaganfall mit Lähmung der rechten Körperhälfte und Aphasie...nach Krankenhausaufenthalt und Reha kam er dann im September zurück nach Hause ( Einstufung Pflegestufe II).Soweit so gut, er hat sich relativ gut erholt, läuft inzwischen immerhin wieder am 3 -Punktstock, nur weitere Strecken im Gelände muss er noch im Rollstuhl zurücklegen, da ihm immer noch die Kraft für weitere Strecken fehlt (200- 250 m schafft er schon mit Stock).
Er leidet parallel schon seit 1998 an Epilepsie, die Anfälle haben wir jedoch mit entsprechender Medikation ganz gut im Griff.
Da er bei seinem Schlaganfall einen Stent (Halsschlagader) bekommen hat, bekommt er Clopidogrel und Pravastatin.
Das Pravastatin hat er nun ca. 2 Monate nicht genommen ( in absprache mit dem Hausarzt), da er unter starken Schmerzen in der Schulter und im Oberarm des gelähmten Armes litt und wir vermuteten, das diese auch auf Pravastatin zurückzuführen sind.
Nachdem die Schmerzen aber nach Absetzen von Pravastatin nicht wesentlich besser wurden, nimmt er die Tabletten jetzt seit ca. 2 Wochen wieder.Außerdem, auch seit ca. 2 wochen, noch ein Eisenpräparat, da der Eisenspiegel im blut zu niedrig ist.Nun ist ihm immer wieder übel
( Kreislaufübelkeit, nicht vom Magen) außerdem, hat er seit dem Schlaganfall einen sehr niedrigen Blutdruck (ca.120'/70), obwohl er keine Blutdrucksenkenden Mittel bekommt.Nun ist es so, dass ihm immer ca. 1-2 Stunden nach dem Frühstück übel wird, er fühlt sich schwach, schwindelig, etc. und meist ist der Blutdruck dann auch erhöht ( unterer Wert dann zwischen 90 und 105 ! )Legt er sich dann eine Weile hin und schläft, geht es ihm wieder gut.Unser Hausarzt kann sich das auch nicht erklären, meint aber nicht, das es irgendwelche Nebenwirkungen von den Medis sind.Ich bin der Meinung, das sich da irgendwelche Medikamente nicht vertragen.
Hab hier mal seine Medikation aufgeschrieben, vielleicht hat jemand eine Idee ?

Morgens: 1x Keppra, 1 Lamotrigin 100 (Epilepsie)
1x Clopidogrel

Mittags : 1 x Keppra, 1 x Lamotrigin 50 (Epilepsie)
1 x ASS 100
1 x ferro sanol (Eisen)


Abends: 1x Keppra, 1 x Lamotrigin (Epilepsie)
1x Omeprazol ( Magen)
1x Dicloflenac ( Schmerzen Schulter)
1 x Pravastatin

Nun er soll er sicherheitshalber auch noch einmal täglich eine 1/2 Tablette Carmen10 ( Bluthochdruck) bekommen.
Da er aber bei 5 x Blutdruckmessen im Schnitt 4 mal einen zu niedrigen Blutdruck hat, find ich das nicht so gut, da er ja nur noch müde und schlapp ist.
Ich muss noch einfügen, dass der Stent nur einseitig gemacht wurde, da die andere Seite "komplett" zu ist...
Wir haben jetzt am 11.03. nochmal einen Termin, bei einem anderen Spezialisten, einem Arzt für Gefäßchirugie..
Mir machen eben diese Blutdruckanstiege Sorgen, da der Blutdruck ja eher zu niedrig ist...


Sorry, dass ich gleich soviel schreibe, aber ich mach mir echt Sorgen...
Vielen Dank vorab,für alle Tips und Anregungen
Liebe Grüße
linebiene
zuletzt bearbeitet 25.02.2009 14:26 | nach oben springen

#2

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 15:50
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Biene,

erst mal herzlich willkommen hier im Forum.
Zum Blutdruck wird dir Willi sicher antworten, er ist Spezialist in Blutdruckfragen.
Der Schlaganfall deines Vaters ist gerade mal 7 Monate her, da war ich froh, wenn ich 250 m alleine mit dem Rollstuhl schaffte.

Ich hatte eine Hirnblutung im Stammhirn, III. Ventrikel, war 5 Wochen im künstlichen Koma und musste atmen, schlucken, sitzen, stehen und gehen wieder lernen.

Heute nach 12 Jahren führe ich ein einiger Maßen selbstständiges Leben, fahre mit dem Auto und gehe im Supermarkt einkaufen.

Dein Vater wird noch weiter Fortschritte machen, alleine, wenn er am täglichen Leben teilnimmt.

Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#3

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 16:11
von linebiene • 64 Beiträge

Hallo Manfred,
danke für die Antwort, das macht Mut, habe zwischenzeitlich ein bisschen im Forum gelesen und festgestellt, dass wir wirklich mit dem Ergebnis zufrieden sein können.
Gott sei Dank hatte meinVter keine Blutungen im Hirn, aber die Flgen des SA waren / und sind für ihn und uns trotzdem traumatisch.
Er ist zwischendurch einfach total down, vor allem weil es mit der Sprache nicht so klappt... er war immer so lebenslustig und ist nun fast apathisch, er hat auch irgendwie gar keine Lust mehr auf seine Therapien, weil er selbst die Fortschritte kaum erkennt.
Außerdem hat uns nun auch unsere Hausärztin eröffnet, dass es schwirig sein wird weiterhin Therapien aufzuschreiben, da sie eben nur eine gewisse Anzahl verordnen darf...
Im Moment bkommt er 2x wöchentlich Logopädie, Ergotherapie und Krankengymnastik, aber wenn dass jetzt wegfällt, dann wird´s echt schwierig.
Vielleicht sind wir einfach auch alle ein bisschen erschöpft in letzter Zeit, unser komplettes LLeben hat sich geändert und es ist eben immer die Angst da, was passiert als nächstes...
Trotzdem Danke für die aufmunternden Worte.
Mal sehn ob sich Willi zum thema Blutdruck äußert.
LG
linebiene

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#4

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 16:17
von Corinna Iden • 532 Beiträge

Hallo linebine

Herzlich Willkommen hier im Forum.
Es freut mich , das sich Dein Vater so weit voran gearbeitet hat.

Habt ihr schon mal drauf geachtet , ob die Schmerzen in der Schulter evt. von einem Haltungsfehler kommen?
Das tritt häufig auf der betroffenen Seite auf,weil der Arm oft einfach nur "hängt" .
Das Abstützen des Armes auf einen Tisch oder nachts mit einem Kissen auspolstern hilft da schon oftmals.

Zu den Medikamenten möchte ich so eigentlich nichts sagen, das finde ich besser wenn ihr das weiterhin mit dem Arzt abklärt.
Nur soviel , wenn man mit Eisen anfängt , kommt es oft vor das einem übel wird.
Das habe ich auch ganz oft bei unseren Bewohnern auf der Arbeit.
Manchmal reicht es dann schon , die Dosis auf zweimal täglich zu verteilen,am besten mit O-Saft.
So wird es am besten vom Körper aufgenommen.


Vielleicht magst Du uns weiterhin auf dem Laufenden halten,es würde mich freuen.

LG
Corinna






____________________

Jedermann will einen Freund haben ,
aber nur wenige geben sich die Mühe ,auch einer zu sein.

(A.Kerr)
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#5

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 16:39
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Biene,

sorry wenn ich mich erst jetzt melde, war arbeitsmässig ein wenig im Stress.

Bevor ich auf den Blutdruck eingehe, möchte ich eine Anmerkung zu Pravastin machen. Pravastin gehört zu der Gruppe der Statine, die wiederum bei zu hohem Cholesterin verordnet werden. Die LIPID-Studie zeigte zwar, dass die Cholesterinsenkung mit Pravastin bei durchschnittlichen Herzpatienten lebensrettend sein kann. Und nicht nur das, diese Patienten mit Pravastatin hatten seltener Herzanfälle, weniger Herzschläge und weniger Bedarf an Herzoperationen und Angioplastie.

Nun zum Blutdruck. Nichts gegen den Hausarzt, aber ich denke, er ist was die Einstellung des Blutdrucks anbelangt, evtl. überfordert. Ich würde dir dazu raten, diesbezüglich einen Hypertensiologen DHL bzw. ESH, aufzusuchen. Ich weiß nun nicht ob bei deinem Vater das ambulante 24h-Blutdruck-Monitoring (ABDM) durchgeführt wurde. Das ist der "Goldstandard", der eine korrekte Therapie-Entscheidung erlaubt.

Ein Blutdruck von 120/70 mmHg ist nun wahrlich kein niedriger Blutdruck. Ich hatte vor Jahren ein Gespräch mit einem Vertreter der WHO in Genf, der damals mir die von der WHO gewünschte Höchstgrenze von 110/70 mmHg mitteilte. Nur, seien wir uns da mal ehrlich, dann haben wir hier wohl 70 % Hypertoniker.

Ich empfehle dir, dass ihr euch einem Spezialisten (wie oben angeführt) anvertraut, das 24h-Blutdruck-Monitoring durchgeführt wird und danach entschieden wird, ob eine medikamentöse Einstellung erfolgen soll.

Mit besten Grüßen
Willi Daniels


"Schenke jedem Tag ein Lächeln und er lächelt zurück."
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#6

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 17:04
von Detlef&Floh • 58 Beiträge

Hallo linebiene

Erstmal Herzlich Willkommen

Meine Freundin is auch auf der rechten Seite eingeschränkt!Mit der Übelkeit und Kreislauf kommt mir bekannt vor da Floh auch an Epelepsie leidet.Wir haben ewig gesucht bis wir raus gefunden haben das es am Natriumspiegel lag der das verursachte,das ein Medikament für Epelepsie verursachte.Könnte sein muss aber nicht aber is ja kein Prob beim Bluttest zu prüfen.Warum sagt die Ärztin das sie bald keine Therapien mehr verschreiben kann,sorry aber das is totaler Blödsinn.2004 is das bei meiner Freundin passiert,nach einem Jahr Reha wurden die Therapien ohne Pause zu Hause weiter geführt und das bis heute.Zwar muss jetzt jedes Rezept genehmigt werden da sie ausserhalb des Regelfalls ausgestellt werden aber das reichst du ein und gut is.

Zu deinem Papa,bestell ihn mal ganz liebe Grüße er soll bloss nicht aufgeben!!!Gerade bei der Logopädie geht immer noch was ...selbst nach vier Jahren macht Floh gerade jetzt noch große Fortschritte.Damals konnte sie noch nicht mal ja oder nein sagen alles war weg und heute klappen schon wieder kleine Sätze und bei der Kg geht es auch vorwärts.Bin stolz auf meine Kleine.

Ganz liebe Grüße und viel Kraft

Detlef und sein Floh

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#7

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 17:19
von linebiene • 64 Beiträge

Hallo ihr Lieben,

da tun sich ja ganz neue Horitzonte auf...speziell diese 24 Std-Blutdruck Sache, wäre mit Sicherheit erstmal der richtige Ansatz, wir messen zwar momentan auch 5 x am Tag aber wie gesagt eben nicht ständig und da ist es schwierig zu sagen, wie konstant der Blutdruck ist.
Ja stimmt, so gesehen ist der Blutdruck nicht wirklich zu niedrig, eher mal im normalen Bereich würd ich als Laie jtzt mal so sagen!

Aber den Natriumspiegel sollten wir dringend mal überprüfen...Ich erinnere mich, als mein Paps vor zwei Jahren wegen seiner Anfälle zum neu einstellen in der Neurologie war, hatte er bedingt durch die Epilepsiemedis auch einen extrem niedrigen Natriumspeigel und hat damals zusätzlich Natriumtabletten bekommen.
Die wurden aber irgendwann von unserer damaligen Hausärztin wieder abgesetzt, vermutlich weil der Natriumspiegel wieder okay war.
Muß mal den letzten mir vorliegenden Laborbefund anschaun vielleicht find ich da ja einen Hinweis.
Also zu den Therapien, wie funktioniert das denn genau, sollte ich da erstmal mit unserer Karnkenkasse sprechen ? Damit die das genehmigen, will nicht, das unsere Hausärztin Probleme bekommt wenn sie weiterhin verordnet.

Lieb, dass ich hier schon so viel Unterstützung gefunden habe...
Das sprechen klappt bei meinem Papa übrigens immer besser, wir haben neulich schon 5 Minuten miteinander telefoniert und es hat ganz gut geklappt.Wäre schade, wenn er jetzt keine Therapien mehr bekommen würde.
Ich bin immer wieder erstaunt zu lesen, das manche von Euch teilweise ein halbes oder gar ganzes Jahr REha hatten , meinen Paps haben sie nach 6 Wochen aus der Reha entlassen, obwohl er noch kräftig Fortschritte machte ( oder vielleicht deshalb )
Das größte Problem ist für uns im Moment, dass er keinesfalls mehr in Reha oder Krankenhaus will, er hat einen echten Ärzte und Krankenhaus -Horror und will eigentlich nur zu Hause seine Ruhe haben.
Aber verständlich, wenn man sowas durchgemacht hat !
Hoffe auf regen austausch, Danke vorab an alle !
LG
biene

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#8

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 17:41
von Detlef&Floh • 58 Beiträge

Hi Biene

Wie gesagt das war 2004 heute sieht alles anders aus da bleibt man nicht so lange in der Reha.Mit der Krankenekasse brauchst nicht sprechen das bringt eh nichts,deine Hausärztin bekommt auch keinen Ärger warum auch.Wenn sie ausserhalb des Regelfalls ankreuzt muss eine Begründung auf der Verordnung stehen.Wenn die Begründung nicht drauf steht wird es von der Kasse abgelehnt und muss neu eingereicht werden also unbedingt drauf achten!Ansonsten alles beantragen was Du brauchst,ich habe sogar Schuhe zum baden gehen für Floh beantragt und habe sie nach einem netten Gespräch auch bekommen .
Das dein Papa erstmal ruhe haben will kann ich verstehen war bei Floh auch so.Ich habe jetzt eine Reha für sie beantragt da sie jetzt doch noch mal dort hin möchte.Floh is ein Kämpfer und gibt einfach nicht auf und will dort hin weil sie dann mehr Therapien hat...halt typisch Floh.

Liebe Grüße Detlef und sein Floh

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#9

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 18:07
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Biene,

ich bin einer der ein Jahr auf Reha war, allerdings vor 12 Jahren und in Österreich, denn da bin ich her.

Ich denke die kurze Reha hat damit zu tun, dass es Geld kostet, was die Kassen nicht mehr haben.
Nun, wenn dein Vater ohnehin Rehamüde ist, sollte er täglich zu Hause sein Pensum üben. Das hilft ihm seine Müdigkeit zu überwinden und Erfolg macht glücklich!!!

Ich selber gehe auch in keine Reha mehr, weil meine Therapeutin aus mir einen Therapeuten machte. Ich kann mir zum Großteil selber helfen. Auch bei Schmerzen!!!

Corinna schreibt von Schulterschmerzen, was sie sagt ist ganz wichtig und bitte helft deinem Vater nicht auf die Beine, indem ihr an seinem gelähmten Arm zieht. Diese Schmerzen kriegt man schwer wieder weg.


Schmerzen nach Schlaganfall:

Grundsätzlich sei zu Schmerzen gesagt, es ist ein Warnsignal, das uns sagt, im Körper stimmt etwas nicht!
Und gerade bei Schlaganfall, ist der Körper nicht so sensibel, dass man darauf richtig reagieren kann.
Der Thalamus liegt zwischen den Beiden Großhirnhälften und ist das Schmerzzentrum unseres Körpers.

Sind jetzt Hirnzellen abgestorben übernehmen unsere grauen Reservezellen die Funktion der Abgestorbenen, nur müssen die erst lernen, was richtig ist. Sonst schicken sie die falschen Signale an unser Schmerzzentrum.
Und das funktioniert nur mit Therapie.

Ein gelähmter Arm z.B. wird in der Therapie bewegt und neue graue Hirnzellen lernen, was zu machen ist. Das funktioniert ganz gut, dass mit viel Übung ein Arm wieder bewegt werden kann.

Nun ist das Schultergelenk aber nicht ein Gelenk im herkömmlichen Sinne.
Denn die Gelenkskugel wird nur durch Muskeln und Sehnen in der Gelenkspfanne gehalten.
Sind die Muskeln gelähmt, dann hängen ca. 15 Kg an den Muskeln und Sehnen. Man kann sich leicht vorstellen, dass dadurch Schmerzen auftreten.

Weiters entsteht dadurch ein Gelenksspalt, der langsam „verkalkt“ Ablagerungen füllen diesen Raum aus und wird nur durch eine OP zu beheben sein, wenn man den Arm nicht immer gut abstützt.

Jede Bewegung schmerzt und in Folge, lernen unsere grauen Reservezellen, „Schmerz muss sein“ und man wird diese Schmerzen nicht mehr los!!!

Ich brauchte 3 Jahre mit viel Physiotherapie um die Schmerzen loszuwerden!!!
Eine Schmerzambulanz, wo man ohne Überweisung hingehen kann, gibt es in jedem größeren Spital, in Deutschland nennt man diese Ärzte Schmerztherapeuten, die rund um die Uhr zu erreichen sind.

Diese Ärzte geben nicht einfach ein Schmerzmittel, wie der Hausarzt sondern ergründen was den Schmerz auslöst und die testen um das richtige Medikament zu finden.

Man muss Fragebögen ausfüllen und beantworten, welcher Art die Schmerzen sind, dumpf, stechend, oder brennend und auf einer Skala von 1- 10 den Grad der Schmerzen angeben.

Damit finden die Schmerztherapeuten das richtige Medikament um auch den grauen Reservezellen zu lernen, dass grundlose Schmerzen nicht nötig sind.


Liebe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#10

RE: Hallo, bin ganz neu hier und hab soviele Fragen...

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.02.2009 18:13
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge

Hallo Biene,

ich denke, dass bei deinem Papa beim Sprechen noch viele Fortschritte kommen. Ich selbst konnte nach meinem Schlaganfall kein Wort mehr reden und das war ehrlich gesagt sehr schlimm für mich, da ich nicht zu den sprechfaulen Menschen gehöre. Es dauerte lange, selbst jetzt nach über 10 Jahren kommt es immer wieder mal zu Wortfindungsproblemen. Doch man lernt mit der Zeit, spürt dass "Gewisses" nicht abrufbereit ist und umschreibt es mit Wörtern, die man "findet". Irgendwann merkt sein Gegenüber nicht dass man "Problemchen" hat.

Eines sollten die Angehörigen nicht machen, dem Betroffenen "helfen", indem sie ihm in der Weise unterstützen, ihm die fehlenden Wörter vorzusagen. Ist zwar einfach für den Betroffenen, jedoch nicht gerade fördernd. Nur wenn man ständig an sich arbeitet, ohne Hilfe, erreicht man viel. Ich wurde mal in einer Fernsehsendung gefragt, was mir nach dem Schlaganfall geholfen hat, wieder so zu sprechen wie davor? Meine Antwort war: "Meine Frau hat mir geholfen, indem sie mir nicht geholfen hat." Es gab Momente, da hätte ich explodieren können, weil ich spürte sie weiß was ich sagen wollte. Ich hörte damals immer nur, da musst du selbst darauf kommen. Heute bin ich ihr dankbar dafür. Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Ich habe in einem anderen Beitrag von einer Begegnung auf der Rehacare in Düsseldorf erzählt. Eine Frau mit Aphasie erzählte mir freudestrahlend, dass sie nach 30 Jahren ein neues Wort dazugelernt hatte. Will damit nur sagen, es können immer Erfolge eintreten. Bei dem einen geht es schneller, beim anderen dauert es seine Zeit.

Also Kopf hoch Biene, konzentriere dich auf das Positive.

Mit besten Grüßen
Willi Daniels


"Schenke jedem Tag ein Lächeln und er lächelt zurück."
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