#1

Marcumar

in SCHLAGANFALL - Was nun? 23.11.2007 07:43
von Hesse
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Hallo Leute,
mir wurde nach einem Schlaganfall geraten Marcumar zu nehmen. Bisher bekam ich ASS. Man hört und liest nicht nur gutes vom Marcumar, habe ein wenig Angst. Wer von euch hat Erfahrungen gemacht? Sie würden mir sehr helfen bei meiner Entscheidung.
Danke, Hesse

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#2

RE: Marcumar

in SCHLAGANFALL - Was nun? 23.11.2007 20:00
von Manfred- Mader • 337 Beiträge

Hallo Hesse,

frag Willy direkt, wenn es dringend ist, ansonst wird er dir antworten sobald er kann. Willi nimmt selber Marcumar und ich glaube hier hat er schon mal darüber geschrieben.

Lienbe Grüße Manfred


Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
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#3

RE: Marcumar

in SCHLAGANFALL - Was nun? 25.11.2007 17:22
von Willi Daniels • 1.247 Beiträge
Hallo Hesse,

wenn dein Arzt/Ärztin dir zu Marcumar rät, wird das sicherlich seine Gründe haben. Ich selbst nehme Marcumar seit knapp 10 Jahren ein. Seit ich für die Dosierung und Messung selbst verantwortlich bin, gab es keinerlei Probleme.
ASS 100 bekam ich nach meinem 1. Schlaganfall auch, nach der nächsten Attacke wurde mir ASS 300 verschrieben. Nach einem neuerlichen Schlaganfall wurde die Medikation von ASS auf Marcumar umgestellt.

Ich denke mal, es gibt kein Medikament von welchem man nur Gutes und nichts Schlechtes hört oder liest. Man muß ja auch sagen, dass ASS nun auch nicht gerade harmlos bzw. ungefährlich ist. ASS (Wirkstoff Acetylsalicylsäure) kann eine erhöhte Blutungneigung bewirken, wie z.B. Nasenbluten. Aber auch schwere Blutungen vor allem im Magen-Darmtrakt treten auf, da ASS die Entstehung von Magengeschwüren begünstigt. Zudem kann es bei der Einnahme von ASS bei Asthmatiker zu schweren Anfällen kommen.

Die Gefahr bei Marcumar (Wirkstoff Phenprocoumon) ist die falsche Dosierung. Gerade in der Anfangszeit der Einnahme muss der Arzt eine engmaschige Kontrolle der Gerinnungswerte durchführen. Zu Veränderungen des INR-Wertes (besser bekannt als Quickwert) führen diverse Lebensmittel (Südfrüchte, Kohl u.d.a.), sowie Änderungen des Lebensstiles, Klimawechsel und natürlich Alkohol. Auch andere Medikamente können dazu führen, erwähnen möchte ich hierbei die Statine (z.B. Simvastatin), die zur Senkung des Cholesterins verordnet werden. Die Gefahr von ungewollten Blutungen bei versehentlicher Überdosierung ist sehr wohl bekannt. Bei Verletzungen durch Schnittwunden oder durch Unfälle kann es je nach Stärke der Blutung zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, da die Gerinnung je nach Einstellung des therapeutischen und angestrebten Wertes wesentlich verzögert wird. Einige Patienten berichten über Haarausfall, ich selbst gehörte selbst dazu. Mittlerweile hat sich dieses Problem wieder erledigt.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass man seine INR-Werte (Quickwert) selbst misst. Dazu bedarf es einer Schulung und der Verschreibung eines Messgerätes, das von den Kassen bezahlt wird. Studien haben ergeben, dass bei Selbstmessung der angestrebte therapeutische Bereich öfters erreicht wird als bei ärztlicher Verordnung und Kontrolle.

Bin gerne bereit, noch weitere Fragen zu beantworten.

Beste Grüße
Willi Daniels
zuletzt bearbeitet 25.11.2007 18:40 | nach oben springen

#4

RE: Marcumar

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2012 09:52
von Danny • 4 Beiträge

Hallo, Willi!

Nach Kleinhirninfarkt Nov.2010 wurde mir Marcumar verordnet. Nach 1 Jahr "durfte" ich zu ASS wechseln.Wegen Unverträglichkeit dessen wurde mir Clopidogrel biomo 75mg verordnet. Meine Beschwerden wurden massiver; landete 29.2.12. in der Notaufnahme(wegen Überfüllung nach 4 h entnervt nach Hause gegangen-also keine Behandlung). Verzweifelt rief ich gestern2.3. meinen "Zweit"-Hausarzt an und bettelte fast um die Absegnung wieder Marcumar nehmen zu dürfen...., was dieser bejahte.
Da mein linkes Halsgefäß komplett dicht ist, muss ich ein Leben lang blutverdünnende Medikamente einnehmen; außerdem Betahistin und Simvastin(Simvabeta) - letzteres wegen erblich bed. erhöhtem Cholesterinspiegel.
(Beta soll für Schwindel unklarer Genese helfen, tut es aber nicht)
Ich hatte große Angst, mich für Marcumar zu entscheiden und dachte mit Clopi sei ich insg. "besser" dran..... -glücklicherweise habe ich mein Selbstmessgerät noch nicht abgegeben-
Die allg. ärztl. Aufklärung lässt überaus zu wünschen übrig - beispw. die regelmäßige Kontrolle des Titers blieb aus (das dies so wichtig ist,lese ich in diversen Foren ect.) Leide auch unter chron. Spannungskopfschmerzen und nahm häufig Ibuprofen in hohen Dosen(mein Hausarzt wußte Bescheid), bis ich vor wenigen Wochen zufällig las, dass der Wirkstoff mit der Zeit das Blut "verdickt".... also lies ich es.
Die Kopfschmerzen in Verbindung mit ständigen Schwindelatacken und Sehstörungen nahmen zu......
Neurologisch wurde das mehrmals untersucht, aber nichts gefunden- so kam es zu einer neuerlichen Verordnung von Antidepressiva: Insidon
Wenn die Schulmedizin versagt bzw. es mit der Ursachensuche der Beschwerden schwierig wird, landet man in der Psychoschublade.............
Auf Anraten meiner Apothekerin, habe ich es mit Paracetamol versucht, die Kopfschmerzen in einen einigermaßen erträglichen Bereich zu bringen, was aber absolut fehl schlägt.
Insidon setze ich gerade(ohne ärztl. "Genehmigung") schleichend ab - hilft gegen plötzliches Herzrasen(usw) überhaupt nicht mehr.
Körper und Geist sollten als eine Einheit verstanden werden - ist heutzutage wohl nur den Patienten klar......

Wie auch immer - würde mich sehr freuen noch weitere wertvolle Infos oder Tipps zu erhalten und mich ev. von dem "Mytos"??!! Marcumar, das absolute Teufelzeug lösen zu können.

Schöne Grüße
Danny

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#5

RE: Marcumar

in SCHLAGANFALL - Was nun? 03.03.2012 10:01
von Danny • 4 Beiträge

Hallo, Willi !

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#6

RE: Marcumar

in SCHLAGANFALL - Was nun? 20.03.2012 08:46
von Palmyra • 1 Beitrag

Hallo Danny

Bin neu hier, wollte dir nur kurz schreiben. Ich hatte vor 10 Jahren meinen Körper voll von Thromben und eine Lungenembolie. Nach 12 Tagen falscher Diagnose und Behandlung sind meine beiden Beinvenen nun nicht mehr funktionsfähig. Ein knappes Jahr später muss ich einen Kleinhirninfarkt gehabt haben. Mag mich nur an herunter hängenden Mundwinkel erinnern (war in Sri Lanka). Konnte dann nicht mehr gehen, nur in dem ich die Hüfte nach vorne schwenkte, dann kam auch das Bein mit und das 4 Jahre lang. Kein Arzt hatte den Infarkt bemerkt. Erst vor 3 Jahren als ich eine Gesichtslähmung hatte, wurde dieser alte Infarkt festgestellt.

Für mich ist die Behandlung mit Marcoumar lebenserhaltend. Nehme das nun schon seit 10 Jahren. die ersten Jahre waren schlimm, da ich sehr starken Haarausfall hatte. Das hat sich inzwischen normalisiert. Ich habe (wissentlich) absolut keine Nebenwirkungen. Marcoumar ist sehr gut verträglich. Klar muss man andere Medikation immer kontrollieren und gegebenenfalls anpassen oder gar nicht nehmen, wenn es sich mit Marcoumar nicht verträgt. Ich lebe jetzt in Thailand und stelle mich selbst ein, obwohl ich kein eigenes Gerät besitze (ist in der Schweiz einfach extrem teuer!). Kann den INR hier bei einem Arzt mit dem CoaguCheck machen lassen.

Von mir aus gesehen, habe ich keinerlei Probleme mit Marcoumar und auch absolut keine Angst. Ich esse was ich Lust habe und was mir schmeckt, nehme da keinerlei Rücksicht. Auch jeden Abend meinen Sunset-Drink. Alle 6-8 Wochen gehe ich zur Kontrolle, der INR ist bestens eingestellt.

Vielleicht konnte ich dir mit Meinen Ausführungen ein wenig helfen.

Viele Grüsse und alles Gute
Palmyra

Zitat von Danny
Hallo, Willi!

Nach Kleinhirninfarkt Nov.2010 wurde mir Marcumar verordnet. Nach 1 Jahr "durfte" ich zu ASS wechseln.Wegen Unverträglichkeit dessen wurde mir Clopidogrel biomo 75mg verordnet. Meine Beschwerden wurden massiver; landete 29.2.12. in der Notaufnahme(wegen Überfüllung nach 4 h entnervt nach Hause gegangen-also keine Behandlung). Verzweifelt rief ich gestern2.3. meinen "Zweit"-Hausarzt an und bettelte fast um die Absegnung wieder Marcumar nehmen zu dürfen...., was dieser bejahte.
Da mein linkes Halsgefäß komplett dicht ist, muss ich ein Leben lang blutverdünnende Medikamente einnehmen; außerdem Betahistin und Simvastin(Simvabeta) - letzteres wegen erblich bed. erhöhtem Cholesterinspiegel.
(Beta soll für Schwindel unklarer Genese helfen, tut es aber nicht)
Ich hatte große Angst, mich für Marcumar zu entscheiden und dachte mit Clopi sei ich insg. "besser" dran..... -glücklicherweise habe ich mein Selbstmessgerät noch nicht abgegeben-
Die allg. ärztl. Aufklärung lässt überaus zu wünschen übrig - beispw. die regelmäßige Kontrolle des Titers blieb aus (das dies so wichtig ist,lese ich in diversen Foren ect.) Leide auch unter chron. Spannungskopfschmerzen und nahm häufig Ibuprofen in hohen Dosen(mein Hausarzt wußte Bescheid), bis ich vor wenigen Wochen zufällig las, dass der Wirkstoff mit der Zeit das Blut "verdickt".... also lies ich es.
Die Kopfschmerzen in Verbindung mit ständigen Schwindelatacken und Sehstörungen nahmen zu......
Neurologisch wurde das mehrmals untersucht, aber nichts gefunden- so kam es zu einer neuerlichen Verordnung von Antidepressiva: Insidon
Wenn die Schulmedizin versagt bzw. es mit der Ursachensuche der Beschwerden schwierig wird, landet man in der Psychoschublade.............
Auf Anraten meiner Apothekerin, habe ich es mit Paracetamol versucht, die Kopfschmerzen in einen einigermaßen erträglichen Bereich zu bringen, was aber absolut fehl schlägt.
Insidon setze ich gerade(ohne ärztl. "Genehmigung") schleichend ab - hilft gegen plötzliches Herzrasen(usw) überhaupt nicht mehr.
Körper und Geist sollten als eine Einheit verstanden werden - ist heutzutage wohl nur den Patienten klar......

Wie auch immer - würde mich sehr freuen noch weitere wertvolle Infos oder Tipps zu erhalten und mich ev. von dem "Mytos"??!! Marcumar, das absolute Teufelzeug lösen zu können.

Schöne Grüße
Danny


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